Zurück zur Übersicht

Folge 3: Rauchstopp und Ernährung. Was gibt es zu beachten?

Veröffentlicht am 09.03.17

Andy und Janine beim Podcast-Interview
Abonnieren: iTunes | Android | RSS
Download 7,9 MB
Um durch den Rauchstopp nicht an Gewicht zuzunehmen ist es wichtig auf ausreichend Bewegung zu achten und sich gesund zu ernähren. Aber was bedeutet es, sich gesund zu ernähren? Auf was muss ich genau bei meiner Ernährung achten, wenn ich mit dem Rauchen aufhöre? Was sind go´s und no go´s? Und wie sieht es mit der geliebten Schokolade als Belohnung aus? Ernährungswissenschaftlerin Janine Hößler, beantwortet diese Fragen fachkundig für Dich.

Zurück zur Übersicht

Zusammenfassung

Ein Nichtraucher verbraucht am Tag im Durchschnitt 200 kcal weniger als ein Raucher. Grund dafür ist die Energie die der Körper eines Rauchers für die Entgiftung der inhalierten Giftstoppe benötigt. Daher ist es gerade nach dem Rauchstopp wichtig gezielt auf die eigene Ernährung und Bewegung zu achten. Eine Diät ist hierbei jedoch nicht zielführend, da sie parallel zum Rauchstopp zusätzlichen Stress bedeutet. Die Einhaltung einiger Tipps und Tricks genügt in der Regel um eine Gewichtzunahme vorzubeugen. Raucher müssen also nicht befürchten massive Opfer für die Erhaltung ihres Gewichts erbringen zu müssen. Es sollte darauf geachtet werden nach dem Rauchstopp nicht mehr als vor dem Rauchstopp zu essen. Außerdem sollte essen nicht als Belohnung fürs Nichtrauchen eingesetzt werden. Denn daraus kann ein ungesundes Ersatzverhalten entstehen, das im Endeffekt zu einer starken Gewichtzunahme führen kann. Mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung muss sich jedoch kein Raucher vor einer Gewichtszunahme fürchten.

Was sind schon 200 kcal?

Nichtdestotrotz haben Nichtraucher in Durchschnitt einen etwas geringeren Kalorienbedarf als Raucher. Jedoch werden die 200 kcal die dieser Differenz entsprechen, häufig maßlos überschätzt. 200 kcal stecken zum Beispiel in lediglich zwei Reihen Vollmilchschokolade, in einem halben Liter Cola oder Bier, in einer Bretzel, oder in einem Latte Macchiato. Diese 200 kcal einzusparen ist also bei weitem weniger fordernd, als von vielen befürchtet. Wer sich vor einer Gewichtzunahme fürchtet, kann sich vor dem Rauchstopp also grob mit dem Thema Ernährung auseinander zu setzen. Dabei muss man keineswegs zu Ernährungsfreak werden. Es kann bereits sehr hilfreich sein in den Kühlschrank oder in die Süßigkeiten Schublade zu schauen und die Nährwertabelle auf dem Etikett der Lebensmittel zu begutachten. Dies hilft dabei ein grobes Gefühl dafür zu entwickeln, wie 200 kcal letztendlich eingespart werden können.

Essen als Belohnung

Der wahre Grund für massive Gewichtszunahmen nach dem Rauchstopp, sind jedoch nicht diese gefürchteten 200 kcal, sondern vielmehr die Belohnungsstrategien die sich viele Raucher antrainieren. Einige Raucher belohnen sich am Ende eines rauchfreien Tages gerne mit Pizza und Schokolade. Prinzipiell ist nichts falsch daran ab und an zu „sündigen“ und sich ein Stück Schokolade zu gönnen. Schwierig wird es wenn dieses Stück Schokolade als Belohnung fungiert. Leider wird diese Verbindung von Essen mit Belohnung schon von klein auf in uns eingetrichtert. Ein Stück Schokolade für die gemachten Hausaufgaben oder das aufgeräumtes Zimmer. Wer kennt das nicht? Diese positive Assoziation tragen wir häufig ins Erwachsenenalter weiter. Dann belohnen wir uns selbst mit Süßigkeiten oder Knabbereien ohne, dass uns unsere Eltern zügeln. Eine Gewichtzunahme ist dabei vorprogrammiert.

Gute Vorbereitung ist der Schlüssel zu Erfolg

Die Situation ist jedoch nicht aussichtlos. Es gibt viele Möglichkeiten sich anderweitig zu belohnen. Wie wäre es beispielsweise mit einer entspannenden Massage? Einem Gang in die Sauna? Einem kleinen Ausflug am Wochenende? Oder einem guten Buch? Diese Belohnungen sind gesund und effektiv. Belohnungen werden allerdings in der Regel intuitiv ausgewählt und in einem gegebenen Moment greift man häufig zu der erstbesten Belohnung die einen in den Sinn kommt. Daher macht es Sinn, sich im Rahmen eines geplanten und gut vorbereiteten Rauchstopps, auch im Vorfeld Gedanken über die Belohnungen zu machen, die man sich am Ende eines rauchfreien Tages oder einer rauchfreien Woche, gönnen möchte.

Jeder kann es schaffen

Zudem sind Schokoriegel und andere Snacks bei frisch gebackenen Nichtrauchern so beliebt, weil sie das Bedürfnis stillen etwas in der Hand zu halten. Das ist völlig natürlich, wenn man bedenkt, dass Raucher über Jahre die Gewohnheit entwickelt haben etwa zwischen den Fingern zu halten. Den gleich Effektwie Schokoriegle haben aber auch kleine Gemüse- oder Obstschnitzen. Mit dem Unterschied, dass sie im Gegensatz zur Schokolade auch noch gesund sind. Faulheit und Zeitmangel sind dabei in der heutigen Zeit keine Ausreden mehr. Denn in jedem Supermarkt gibt es mittlerweile gesunde und verzehrsfertige Alternativen zu den konventionellen Snacks. Alles in Allem ist ein Rauchstopp ohne Gewichtzunahme kein Hexenwerk. Es braucht keine radikalen Diäten oder Entbehrungen. Mit etwas Wissen, Vorbereitung und gesundem Menschenverstand kann es jeder schaffen.

Alle Podcasts