Nikotinabhängigkeit - wie lange macht sie Dir beim Rauchstopp zu schaffen?


Die wohl größte Angst eines Rauchers vor der Raucherentwöhnung sind die Entzugserscheinungen. Das Wort „Entzug“ trifft hier den Nagel auf den Kopf. Denn Rauchen ist eine Sucht, der man nur durch einen Entzug entkommen kann. Die Nikotinabhängigkeit, die Du über lange Zeit hinweg aufgebaut hast, muss überwunden werden. Dies klingt für Dich abschreckend und anstrengend? Keine Panik! Wir bei Nichtraucherhelden erklären dir genau, was mit Deinem Körper während der Rauchstopps passiert und wie lange Deine Niktionabhängigkeit andauern kann. Zu guter Letzt haben wir auch einige Tipps parat, wie Du die Entzugssymptome lindern kannst.

von Alena Fricker


Abhängiges Rauchen ist eine Krankheit

Nach einer allgemein gültigen Klassifikation der Tabakabhängigkeit wird abhängiges Rauchen als eine Krankheit eingestuft. Die Klassifikation der Nikotin- bzw. Tabakabhängigkeit erfolt dabei nach ICD-10 (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) der Weltgesundheitsorganisation WHO bzw. nach DSM IV. Beide Arten der Einteilung benutzen fast dieselben Kriterien für die Diganose der Tabakabhängigkeit. Wiederum andere Kriterien werden eingesetzt, um die Diagnose Nikotinentzug stellen zu können. Dazu gehören unter anderem: Verlangen, Krankheitsgefühl, Ängstlichkeit, Reizbarkeit, Husten, Konzentrationschwierigkeiten, Unruhe und einige andere mehr. Diese Klassifikation zeigt Dir also ganz sachlich auf, dass ein Nikotinentzug mehr als angebracht ist.  

Dass Nikotin der Wolf im Schafspelz ist, hast Du schon etliche Mal gehört und gelesen. Es gaukelt Dir vor, Freund und Helfer in stressigen Situationen zu sein. Doch in Wirklichkeit nistet sich der Übeltäter in Deinem Körper ein und macht Dich abhängig. Dein Gehirn gewöhnt sich an die entspannende und wohltuende Wirkung, die Nikotin kurzfristig hat, wenn du an der Zigarette ziehst. Doch so schnell wie es gekommen ist, ist es auch wieder vorbei. Dein Gehirn schreit nach der nächsten Ladung Dopamin, das belohnend auf das Nervensystem wirkt. Die Nikotinabhängigkeit ist geschaffen, doch wie wirst Du sie wieder los? Endlich weniger rauchen ohne Entzugssymptome, wie soll das gehen?


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Die ersten 72 Stunden sind die Anstrengendsten

Klar ist, das Nikotin muss aus dem Körper und es darf keinen Nachschub mehr geben! Der Entschluss ist gefasst: Das war die letzte Zigarette! Nun schüttet Dein Gehirn zum letzten Mal eine Nikotin-bedingte Dopaminladung aus, Du fühlst Dich ruhig und gehst Deinem Alltag nach. Nach einigen Stunden, so lange bis du normalerweise zur nächsten Zigarette greifen würdest, fängt das Verlangen zu Rauchen an. Dies ist nun der Augenblick, in dem es gilt stark zu bleiben und dem Drang zu widerstehen. Ablenkung und Willensstärke sind hier die Erfolgsbringer. Ebenso der Gedanke daran, dass die ersten 72 Stunden nach der letzten Zigarette die Anstrengendsten sind. Es dauert bis zu 48 Stunden bis der Körper alle verbleibenden Nikotinreste im Körper abgebaut hat. Im Durchschnitt benötigt es einen weiteren Tag bis die körperlichen Entzugserscheinungen, falls sie überhaupt aufgetreten sind, nachlassen. Ob und welche Entzugserscheinungen vorkommen hängt ganz von Dir selbst und Deinem Rauchverhalten ab. Langjährige Kettenraucher haben meist schwerer damit zu schaffen als Gelegenheitsraucher. 


Die Sucht nach Nikotin ist das Problem

Körperliche vs. emotionale Entzugserscheinungen

Die Niktionabhängigkeit ist eine psychische Abhängigkeit, die hauptsächlich auf das Gehirn wirkt. Die Symptome, die beim Nikotinentzug auftreten, werden in körperliche und emotionale Entzugserscheinungen unterteilt. Körperliche Symptome, wie Übelkeit und Kopfschmerzen, treten eher selten auf, und wenn dann zu Beginn des Entzugs. Gleichzeitig flachen sie auch schnell wieder ab, meist binnen der ersten 3 Tage. Denn nicht der Körper verzehrt sich nach dem Nikotin, sondern das Gehirn. Doch Durchhalten lohnt sich, denn so schnell wie körperliche Entzugserscheinungen gekommen sind, gehen sie auch wieder. Nur so schaffst Du den Weg aus der Tabakabhängigkeit

 

Emotionale Entzugserscheinungen können länger anhalten

Emotionale Entzugserscheinungen treten häufiger bei Rauchern auf, die aus Langeweile oder Nervosität geraucht haben. Hier ist das Rauchen über Jahre hinweg als Ablenkung verwendet worden. Ebenso geduldig muss man nun auch beim Rauchstopp sein. Bis mentale Entzugserscheinungen überwunden sind, dauert es mehrere Tage, in einigen Fällen auch mehrere Monate. Lange erlernte Muster müssen durchbrochen und verändert werden. Du kennst das vielleicht von Diäten, auch hier kommt der Gedanke an Schokolade immer wieder hoch, doch man kann es schaffen den magischen Punkt zu erreichen, an dem man der süßen Sucht entgehen kann. Bis die neuen Denkmuster und Angewohnheiten verinnerlicht sind, benötigt man vor allem Durchhaltevermögen und Geduld. Mit einigen kleinen Tipps und Tricks kann man sich diese Zeit allerdings erleichtern.


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Ablenkung erleichtert den Entzug

Gegen körperliche Entzugserscheinungen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit helfen einfache Hausmittel sehr gut. Übelkeit kann mit beruhigend wirkenden Getränken wie Kamillen-, Zitronen- oder Ingwertee und Ginger Ale vermindert werden. Ebenso sind frische Luft und kalte Kompressen im Nacken ratsam, sowohl bei Übelkeit als auch bei Kopfschmerzen. Ablenkungen jeder Art, egal ob physisch beim Spaziergang oder Sport, oder sozial beim Treffen mit Freunden, können Entzugserscheinungen beim Rauchstopp lindern. Das gleiche gilt auch für mentale Symptome wie Nervosität oder das einfache Bedürfnis etwas in der Hand zu halten, zum Beispiel immer wenn man telefoniert. Alternative Ersatzmittel, wie das Drehen eines Bleistiftes zwischen den Fingern oder das Kneten eines Balles, können diese Bedürfnisse bereits erfüllen. Ebenso ist es wichtig sich dem vermeidlichen Stress, dem der Körper während des Entzuges ausgesetzt ist, zu stellen. Mit Hilfe von Meditations- oder Entspannungsübungen, kann die mentale Niktionabhängigkeit positiv beeinflusst und schwere Zeiten erleichtert werden.


Ablenkung, wie Sport, kann helfen

 

Fazit

Ein Nikotinentzug ist längst kein Grund mehr den Weg als Nichtraucher nicht zu wagen! Entzugserscheinungen können, müssen aber durchaus nicht auftreten, wenn Du mit dem Rauchen aufhörst! Je länger und heftiger geraucht wurde, desto wahrscheinlicher ist zwar das Auftreten von Entzugserscheinungen. Jeder Mensch reagiert jedoch anders darauf. Und auch für den Fall, dass sich das ein oder andere Symptom zeigt, gibt es einige effiziente Hausmittel. Egal welche Entzugserscheinung auftreten mag, es gilt immer Durchzuhalten! Sie alle werden wieder verschwinden. Eines ist nämlich klar: Rauchstopp und Regeneration Deines Körpers hängen eng zusammen. Dies sollte Dein Ziel sein! Fasse nun den Entschluss Nichtraucher zu werden. Wir bei Nichtraucherhelden stehen Dir mit Rat und Tat zur Seite.

 

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Alena Fricker

Alena begeistert das Thema Ernährung und Gesundheit schon seit vielen Jahren beruflich, als auch privat. Nach ihrem erfolgreichen Studium der Ernährungswissenschaft, ist sie nun in der Wissenschaft und Forschung tätig. Als Pilatestrainerin ist sie es gewohnt zu motivieren und anderen zu helfen, stets ihr Bestes zu erreichen. Ihr fachliches Wissen und ihre Motivation, selbst den healthy lifestyle -natürlich ohne Rauchen- zu leben, möchte sie hier mit euch teilen.