Entzugserscheinungen und Tipps beim Nikotinentzug


Du willst mit dem Rauchen aufhören, hast aber Angst vor dem Nikotinentzug? Die Entzugserscheinungen beim Nikotinentzug sind meist weniger schlimm, als befürchtet. Wieso es überhaupt zum Nikotinentzug kommt und wie Du ihn meisterst, erfährst Du hier.

von Larissa Hillenbrand


Wie wirkt Nikotin und wieso kommt es zum Nikotinentzug?

Nikotin ist eigentlich ein Nervengift, das der Tabakpflanze zum Schutz vor Fressfeinden dient. Beim Rauchen gelangt es über die Mund- und Rachenschleimhaut sowie Lungenbläschen innerhalb weniger Sekunden in das Gehirn. Dort wird im Belohnungszentrum Dopamin ausgeschüttet, was ein Belohnungs- und Wohlgefühl auslöst. Doch keineswegs dient die Zigarette als Stresskiller . Ganz im Gegenteil! Dieses ausgelöste Wohlgefühl ist der Grundstein für die Abhängigkeit.
Beim Verzicht auf die Zigarette und dem daraus folgenden Nikotinentzug kommt es zu körperlichen und psychischen Entzugssymptomen. Die körperlichen Entzugserscheinungen sind meistens weniger stark. Es sind die psychischen, die gekonnt überwunden werden müssen.


Die körperliche Abhängigkeit und der Nikotinentzug

Durch den regelmäßigen Konsum verlieren die Rezeptoren, an die das Nikotin andockt an Empfindlichkeit. Gleichzeitig entstehen aber neue Rezeptoren, die das Verlangen nach Nikotin  verstärken. Wenn dieser Überschuss an Rezeptoren nicht ausreichend durch Nikotin besetzt ist, werden Entzugserscheinungen ausgelöst. Das ist dann der physische (körperliche) Nikotinentzug.

Teufelskreis Nikotin

 

Die psychische Abhängigkeit und ihre Folgen bei Entzug

Es gibt aber auch den psychischen Nikotinentzug. Das Nikotin stimuliert Hirnbereiche, die für das Lernen und die Gedächtnisbildung zuständig sind. Rauchen wird als positiv wahrgenommen und durch Konditionierung mit bestimmten Situationen in Verbindung gebracht. So ist es für Raucher selbstverständlich zum Kaffee eine Zigarette zu rauchen oder bei Stress den Wunsch nach einer Zigarette zu verspüren. Diese Konditionierung erschwert den Raucherentzug, da die lang antrainierten Verhaltensweisen überwunden werden müssen. Aber mit der richtigen Unterstützung, beispielsweise durch ein Online-Programm, können die Rauchgewohnheiten durchbrochen werden.

 

Konditionierung beim Rauchen

  • Du hast Dir Deine Rauchgewohnheiten über lange Zeit antrainiert.

  • Du koppelst bestimmte Situationen zwangsläufig mit dem Rauchen.

  • Alltägliches wie Kaffee, Streit oder das Aufstehen werden mit dem Griff zur Zigarette verbunden.

 

Wann beginnt der Nikotinentzug?

Der Nikotinentzug  beginnt direkt nach der letzten Zigarette, sobald die Rezeptoren nicht mehr ausreichend belegt sind. Die Symptome des Nikotinentzugs setzen ab diesem Zeitpunkt ein, meist passiert das 4 – 6 Stunden nach dem letzten Nikotinkonsum. Die Entzugserscheinungen und deren Intensität sind allerdings je nach Raucher unterschiedlich. Doch wann ist der Nikotinentzug am schlimmsten? Das ist sehr individuell und kann nicht pauschal beantwortet werden. Als ungefähren Richtwert gilt: etwa zwei Tage nach dem Rauchstoff ist der Höhepunkt erreicht. Nach zwei Wochen ist in der Regel das Meiste überstanden. Einige Raucher berichten, dass sie keine oder kaum Symptome beim Nikotinentzug hatten. Du brauchst also keine Angst vor einem schlimmen Entzug haben. Die meisten Raucher berichten hinterher, dass der Ausstieg viel einfacher war als erwartet.

Typische Symptome beim Nikotinentzug sind:

  • innere Unruhe

  • depressive Stimmung

  • Schlafstörungen und Müdigkeit

  • Reizbarkeit und Nervosität

  • verminderte Konzentrationsfähigkeit

  • gesteigerter Appetit

Entzugserscheinungen - weniger schlimm als Du Dir ausmalst

Vor starken körperlichen Entzugserscheinungen wie beim Entzug von Alkohol oder anderen Drogen brauchst Du keine Angst zu haben. Die körperlichen Entzugssymptome beim Nikotinentzug sind viel harmloser und gut zu überstehen. Viele Ex-Raucher haben sogar gar keine körperlichen Entzugserscheinungen. Sollten die Entzugserscheinungen doch zu groß werden, kann mit vorher überlegten Strategien oder Medikamenten Abhilfe geschaffen werden. Die körperlichen Entzugserscheinungen beim Nikotinentzug sind also in jedem Fall zu meistern.

Folgende Entzugserscheinungen treten beim Nikotinentzug nicht auf:

  • Zittern

  • Schweißausbrüche

  • Übelkeit

  • Durchfall

  • Krampfanfälle

Ist ein „kalter Entzug“ zur Raucherentwöhnung sinnvoll?

Ein plötzlicher Wegfall der gewohnten Zigarette von heute auf morgen klingt im ersten Moment für viele Raucher unvorstellbar. Ein quasi kalter Nikotinentzug ist aber auf jeden Fall möglich. Es wird hier von der sogenannten Punktschluss-Methode gesprochen. Du kennst jetzt die Entzugssymptome, die auftreten können und weißt, dass sie halb so schlimm sind. Viele Raucher haben überhaupt keine oder kaum Entzugssymptome. Beim Aufhören vom einen auf den anderen Tag ist jedoch die Vorbereitung im Vorfeld wichtig. Die Punktschluss-Methode bedeutet nicht unvorbereitet einfach mal aufzuhören. Dabei scheitern laut Studien 95 - 97%. Bei der intensiven Vorbereitung kann Dich ein Nichtraucherkurs vor Ort oder ein Online-Programm wie z.B. NichtraucherHelden.de unterstützen.


Das Aufhören von heute auf morgen kannst Du Dir nicht vorstellen oder hast es bereits erfolglos versucht? Es gibt auch die sogenannte Reduktionsmethode . Hierbei reduzierst Du langsam Deine Zahl der gerauchten Zigaretten und somit auch Deine Nikotinzufuhr. Dieser langsame Nikotinausstieg birgt jedoch immer die Gefahr den Absprung auf null zu verpassen. Welche Methode für Dich die richtige ist, musst Du selbst für Dich herausfinden. Sowohl der kalte Entzug als auch ein langsamer Nikotinentzug können zum Erfolg führen.
Wenn Du Angst hast, den Nikotinentzug nicht zu schaffen, dann sprich mit einem Arzt oder Apotheker. Mit Nikotinersatzprodukten oder verschreibungspflichtigen Medikamenten kann der Entzug langsamer vollzogen werden bzw. Entzugssymptome stark abgemildert werden, sodass Du Dich voll auf den Ausstieg konzentrieren kannst. Wichtig ist es, den richtigen Weg aus der Nikotinsucht für Dich zu finden, egal ob Du ihn langsam oder schnell beschreitest.

 

Wie Du den Nikotinentzug überstehen kannst und Tipps gegen Entzugserscheinungen

Eine besonders große Herausforderung bei der Raucherentwöhnung sind Stresssituationen. Bisher warst Du es gewohnt, hier zur Zigarette zu greifen. Diese Routinen erschweren den Nikotinentzug. Trotzdem kannst Du Dir schon im Vorfeld Strategien entwickeln, um dem akuten Bedürfnis nach einer Zigarette nicht nachzugeben. Finde heraus, was Dir gut tut, um den Glimmstängel endlich Lebewohl zu sagen.

Tipps beim Nikotinentzug bei Entzugserscheinungen

Du kannst dich beispielsweise in Stresssituationen ablenken, indem Du Dich aktiv bewegst oder mit einem Freund sprichst. Auch Sport hilft Dir die Lust auf Zigaretten zu mindern. Versuche neue Rituale zu schaffen, die den Griff zur Zigarette mit einer gesünderen Alternative ersetzen. So kannst du den psychischen Nikotinentzug schaffen. Sobald sich die neuen Routinen gefestigt haben, wirst Du weniger Lust haben zu rauchen. Mit Belohnungen für die nicht oder weniger gerauchten Zigaretten kannst Du den Effekt verstärken: Das Gehirn lernt die neuen Verhaltensweisen durch diese positiven Erfahrungen schneller.  
Der Raucherentzug muss kein Einzelkampf sein, mit professioneller Hilfe gelingt Dir der Rauchstoff deutlich leichter und mit Nichtraucherprogrammen kommst Du sicher an Dein Ziel.

Fazit

Viele der Entzugserscheinungen beim Nikotinentzug lassen schon nach wenigen Tagen nach, sollten sie überhaupt auftreten. Außerdem sind sie meist weniger schlimm, als Du im Vorfeld befürchtest. Alltägliche Situationen, in denen die Zigarette bisher wie selbstverständlich dazu gehörte, erfordern aber ein Umdenken bzw. ein Umgewöhnen. Mit Bewegung, Entspannung, Stressbewältigungstechniken und der richtigen Unterstützung in kritischen Momenten schaffst Du den Nikotinentzug. Wir von Nichtraucherhelden.de unterstützen Dich gerne beim erfolgreichen Rauchstopp!

Was habt ihr für Erfahrungen beim Nikotinentzug gemacht? Lasst uns einen Kommentar da und tauscht Euch mit anderen Aufhörwilligen aus.

 

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Larissa Hillenbrand

Larissa ist studierte Medienwirtschaftlerin und Kommunikationsexpertin. Das Thema Gesundheit liegt ihr am Herzen und damit auch ein rauchfreies Leben. Sie begleitet Dich im Magazin auf dem Weg zum Nichtraucher und zum gesunden Lifestyle.

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