Nikotinpflaster - ganz einfach aufhören?


Sie sind bekannt aus Werbung, der Apotheke oder vielleicht hast Du sie schon selbst einmal ausprobiert - die Nikotinpflaster. Bei einer bestehenden Tabakabhängigkeit sollen sie auftretende Entzugserscheinungen mildern und somit beim Rauchstopp helfen. Doch was genau hinter den Pflastern steckt, wie sie funktionieren und ob Du dadurch ganz leicht zum Nichtraucher werden kannst, erfährst Du hier.

von Alexander Seifried


Nikotinpflaster – Was ist das?


Nikotinpflaster oder auch Raucherpflaster genannt sind nikotinhaltige Pflaster, die beim Rauchausstieg helfen sollen. Sie werden im Rahmen der sogenannten Nikotinersatztherapie eingesetzt. Das bedeutet, dass statt den Zigaretten mit etwa 8.000 chemischen und gefährlichen Stoffen nur gezielt der Suchtstoff Nikotin zugeführt wird. Dabei wird durch das Pflaster auf der Haut Nikotin abgegeben, dass so in den Blutkreislauf gelangt. Es gibt Nikotinpflaster ausschließlich in der Apotheke (vor Ort oder online). Sie sind in der Apotheke ohne Rezept freiverkäuflich, aber trotzdem solltest Du Dich vor der Anwendung von Deinem Arzt oder Apotheker unbedingt beraten lassen. Es gibt nämlich auch andere Nikotinersatzprodukte wie Nikotinkaugummis , Lutschtabletten oder Sprays und zudem unterschiedliche Wirkstärken.


Wie wirken Nikotinpflaster?


Um die Wirkung des Nichtraucherpflasters beim Rauchen aufhören zu verstehen, muss zunächst die Abhängigkeit von Zigaretten verstanden werden. Die Abhängigkeit beim Rauchen besteht nämlich aus zwei Komponenten:

  • körperliche Abhängigkeit

  • psychischen Abhängigkeit

Daher müssen beim Rauchstopp auch beide Abhängigkeitskomponenten berücksichtigt werden. Das Nikotinpflaster verringert durch die kontinuierliche Nikotinabgabe nur die körperlichen Entzugserscheinungen beim Rauchstopp. Die psychische Abhängigkeit wird durch das Nikotinpflaster nicht behandelt. Die festgefahrenen Rauchgewohnheiten musst Du trotzdem durch Verhaltenstraining auflösen. Aber durch die Linderung bzw. den Wegfall der körperlichen Entzugsymptome können sich abhängige Raucher komplett das Entkoppeln der typischen Rauchsituationen und das Erlernen des neuen Verhaltens konzentriert werden. Für manche Raucher ermöglicht die medikamentöse Unterstützung erst den Einstieg in den Rauchausstieg.


Anwendung des Nikotinpflasters – wie lange wirkt ein Nikotinpflaster?


Wenn Du über die Nutzung von Nikotinpflaster nachdenkst, werden sich sicher viele Fragen ergeben wie:

  • Wo klebe ich das Nikotinpflaster am besten hin?

  • Wann muss ich das Nikotinpflaster aufkleben?

  • Welche Dosierung soll ich beim Nikotinpflaster wählen?

  • Wann muss ich das Nikotinpflaster absetzten?


Das Nikotinpflaster wird auf die saubere und trockene Haut aufgeklebt. Wichtig ist, dass es wirklich fest sitzt und 10-20 Sekunden angedrückt wird. Zudem muss das Raucherpflaster jeden Tag an einer anderen Stelle aufgeklebt werden. Am besten ist die direkte Anwendung nach dem Aufstehen. So kann das Raucherpflaster 16 Stunden auf der Haut bleiben. Manche Pflaster werden sogar 24 Stunden angewendet. Außerdem gibt es verschiedene Nikotinpflaster Stärken, also eine unterschiedliche Dosierungen des Nikotins. Meist wird zu Beginn der Behandlung mit einem stärker dosierten Pflaster begonnen und schrittweise über etwa 10 Wochen die Dosis verringert. Erst dann solltest Du das Nikotinpflaster absetzten. Die Dauer von 8 bis 12 Wochen ist besonders entscheidend, denn ist die Nikotinpflaster-Anwendung zu kurz, steigt laut wissenschaftlichen Studien das Rückfallrisiko. Da das Nikotinpflaster gleichmäßig über viele Stunden wirkt, kann - besonders bei einer starken Abhängigkeit - die Kombination mit anderen Nikotinersatzprodukten sinnvoll sein. Nikotinpflaster sind geeignet, um einen konstanten Nikotinspiegel zu erzeugen, der vor auftretenden Entzugssymptomen schützt. Bei akutem Rauchverlangen können beispielsweise Sprays oder Kaugummis als „Notfallpräparat“ helfen.

 

Wie wird ein Nikotinpflaster angewendet?


Welche Nebenwirkungen haben Nikotinpflaster?


Sind Nikotinpflaster schädlich? Wenn ja, wie gefährlich sind Nikotinpflaster? Nikotinpflaster sind nicht direkt gefährlich, aber natürlich können Nikotinersatzprodukte Nebenwirkungen haben. Es kann beispielweise zu lokalen Hautreizungen kommen. Die Aufklebestelle kann anschwellen oder jucken. Auch Hautrötungen oder in Einzelfällen ein Brennen können auftreten. Bei einer Überdosis können Symptome wie Schwindel, Erbrechen oder Vergiftungssymptome wie Kreislaufbeschwerden auftreten. Außerdem müssen sie unbedingt von Kindern ferngehalten werden, da diese auch bei geringeren Mengen Nikotin Schaden nehmen können. Bei ordnungsgemäßen Gebrauch ist das Raucherpflaster aber ein in der Praxis gut erprobtes Hilfsmittel beim Rauchstopp. Viele Ärzte und Tabakentwöhner haben vor allem wegen der einfachen Anwendung mit dem Raucherpflaster gute Erfahrungen gemacht.


Nikotinpflaster in der Schwangerschaft

Rauchen in der Schwangerschaft ist zweifelsfrei schädlich für das ungeborene Baby und die Schwangere selbst. Das Risiko für Fehl- oder Missbildungen, dem plötzlichen Kindstod und weiteren Gesundheitsschäden wird erhöht. Daher sollte in der Schwangerschaft schnellstmöglich mit dem Rauchen aufgehört werden. Nikotinpflaster für Schwangere werden dabei eher nicht empfohlen. Sollte die Schwangere es aber ohne Nikotinersatz überhaupt nicht schaffen, kann in ärztlicher Absprache Nikotinersatz sinnvoll sein und eingesetzt werden. Mittel der Wahl sollte dann oraler Nikotinersatz (z.B. Kaugummi, Spray etc.) sein.

 

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Was kosten Nikotinpflaster? Gibt es Nikotinpflaster auf Rezept?


Nikotinpflaster auf Rezept gibt in diesem Sinne nicht. Nikotinersatzprodukte werden generell nicht von der Krankenkasse bezahlt und müssen somit selbst übernommen werden. Dabei musst Du pro Pflaster zwischen 2 und 4 € rechnen – je nach Stärke, Größe der Packung und Hersteller. Die Kosten einer Nikotinersatztherapie summieren sich also bei einer 10-wöchiger Anwendung auf rund 200 €.

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Helfen Nikotinpflaster wirklich beim Rauchausstieg?


Nikotinpflaster und auch andere Nikotinersatzprodukte wie Kaugummis, Lutschtabletten oder Sprays werden in der Praxis häufig eingesetzt und haben durchaus Erfolg. Viele Ex-Raucher berichten von positiven Erfahrungen mit Nikotinpflastern. Auch in der offiziellen Leitlinie mit Empfehlungen zur Tabakentwöhnung für Ärzte wird zu Nikotinersatzprodukten und der Nikotinpflaster Anwendung geraten. Aber ist die Wirkung der Nikotinpflaster wirklich belegt? Laut wissenschaftlichen Studien verdoppelt Nikotinersatz die Wahrscheinlichkeit für einen erfolgreichen Rauchstopp im Vergleich zu einem Aufhörversuch ohne jegliche Hilfsmittel. Allerdings behandelt Nikotinersatz immer nur die physische Abhängigkeit und mildert die körperlichen Entzugssymptome. Die psychische Abhängigkeit wird nicht behandelt. Die psychische Abhängigkeit muss mit einem Verhaltenstraining beispielweise in einem Nichtraucherkurs angegangen werden. Schließlich ist das Rauchen eine lang antrainierte Gewohnheit, die mit vielen Alltagssituationen fest gekoppelt ist. Diese Kopplung muss mit Alternativen aufgehoben werden, damit Du langfristig rauchfrei bleibst.

 

Tipp

  • Nur wenn Du Deine Gewohnheiten änderst, wirst Du langfristig zum Nichtraucher.


Fazit – Soll man noch Nikotinpflaster nehmen?


Besonders bei abhängigen Rauchern oder belastenden Symptomen des Nikotinentzugs ist eine Nikotinersatztherapie sinnvoll. Viele Raucher haben schon positive Erfahrungen mit Nikotinpflastern gemacht. Die Nikotinpflaster Wirkung ist wissenschaftlich belegt. Wichtig ist aber: Lasse Dich immer vorher von Deinem Arzt oder Apotheker beraten. Nicht jeder Raucher braucht Nikotinersatz, um mit dem Rauchen aufzuhören. In keinem Fall sollte die psychische Abhängigkeit außer Acht gelassen werden. Sie ist besonders wichtig, da Du Dein lang antrainiertes Verhalten verändern musst, um wirklich langfristig zum Nichtraucher zu werden. Das geht besonders gut mit einem Nichtraucherkurs wie z.B. mit Nichtraucherhelden.de . Dieses flexible Programm bereitet Dich auf den Rauchstopp mit wertvollem Wissen und viel Motivation vor. Du wirst von einem erfahrenen Arzt und Tabakentwöhner begleitet. Das Programm kann online oder per App genutzt werden und lässt sich in jeden Alltag integrieren. Die Kosten werden bis zu 100% von den Krankenkassen übernommen, da der Kurs als sogenannter Präventionskurs zertifiziert ist.


Hast Du schon mit dem Nikotinpflaster Erfahrungen gemacht? Schreib es uns in die Kommentare!

 

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Alexander Seifried

Alexander versteht es durch seine Tätigkeit als Fitnesstrainer Menschen zu motivieren und an ihr Ziel zu begleiten. Sport und gesunde Ernährung sind seine Leitprinzipien. Rauchen passt hier einfach nicht dazu. Seine Kenntnisse und Erfahrungen in Gesundheitsfragen möchte er gerne mit Dir teilen.

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