Nikotinpflaster - ganz einfach aufhören?


Man kennt sie aus der Werbung, der Apotheke oder vielleicht hast Du sie sogar schon selbst ausprobiert - Nikotinpflaster. Sie sollen bei bestehender Tabakabhängigkeit auftretende Entzugserscheinungen mildern und somit beim Rauchstopp helfen. Doch was genau hinter den Pflastern steckt, wie sie funktionieren und ob Du dadurch ganz leicht zum Nichtraucher werden kannst, erfährst Du hier.

von Alexander Seifried


Was steckt in den Nikotinpflastern und wie werden sie angewendet?

Nikotinpflaster werden im Rahmen der Nikotinersatztherapie angewandt. Im Unterschied zur Zigarette enthalten Nikotinpflaster ausschließlich Nikotin. Dagegen gibt es neben dem Nikotin viele Zusatzstoffe in Zigaretten wie Teer, Blausäure, Kohlenmonoxid, Arsen und unzählige andere gesundheitsgefährdende und krebserregende Verbindungen. Insgesamt wurden in Untersuchungen zwischen 5.000 und 10.000 chemische Verbindungen im Tabakrauch einer Zigarette gefunden. 


Das Nikotin wird aus dem Pflaster über die Haut langsam und gleichmäßig aufgenommen, um einen konstanten Nikotinspiegel im Blut zu erreichen. Dieser Effekt beugt Entzugserscheinungen vor. Nikotinpflaster sind in unterschiedlichen Wirkstoffstärken erhältlich. Je nachdem wie stark der Zigarettenkonsum war, wird die entsprechende Konzentration gewählt. Im Verlauf der Nikotinersatztherapie wird die Dosis nach und nach verringert. Als Zeitraum für die Therapie wird ein Zeitraum von 6 bis 12 Wochen empfohlen. Wird die Nikotinersatztherapie zu kurz angewandt, steigt laut wissenschaftlichen Studien das Rückfallrisiko. Alternativ zu Pflastern gibt es auch Nikotinkaugummis, Lutschtabletten, Nasen- oder Mundsprays und einen Inhaler, bei denen das Nikotin über die Nasen- oder Mundschleimhaut aufgenommen wird. Die Anwendung der Pflaster wird als am einfachsten beschrieben, da sie nur einmal täglich aufgeklebt werden müssen und konstant wirken. Meist werden 16-Stunden Pflaster empfohlen. Vor allem bei starker Abhängigkeit, macht eine Kombination von Pflaster plus Kaugummi, Lutschtablette oder Spray Sinn. Letztere können als eine Art „Notfallpräparat“ bei akutem Rauchverlangen eingesetzt werden. Frage zur richtigen Dosierung auf jeden Fall Deinen Arzt oder Apotheker um Rat. Nikotinersatzprodukte sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. 


Prinzipiell können Nikotinersatzprodukte auch mit Nebenwirkungen behaftet sein. So kann es beim Einsatz der Pflaster zu lokalen Hautreizungen kommen. Daher ist es wichtig, das Pflaster täglich an einer anderen Körperstelle aufzukleben.  Auch beim oralen Nikotinersatz kann es zu Nebenwirkungen wie Reizungen der Mundschleimhaut, Sodbrennen, Übelkeit oder Magenschmerzen kommen. Allgemein kann eine Überdosierung von Nikotin zu einer Erhöhung von Herzfrequenz und Blutdruck führen.

Wie wirksam sind Nikotinpflaster?

Schlüssel zum Erfolg: Gewohnheiten durchbrechen


Bezüglich der Wirksamkeit, den Rauchstopp zu schaffen, kamen wissenschaftliche Studien zu dem Schluss, dass die Erfolgsquote sechs Monate rauchfrei zu bleiben, durch Nikotinpflaster doppelt so hoch lag, als ohne deren Verwendung. Auch die anderen Nikotinersatzprodukte zeigten in verschiedenen Studien deutlich höhere Erfolgschancen den Rauchstopp langfristig zu schaffen, als ohne deren Anwendung. Die besten Aufhörchancen bietet die Kombination aus Verhaltenstherapie und einer medikmentösen Unterstützung wie z. B. der Nikotinersatztherapie, weshalb dies als „Goldstandard“ der Tabakentwöhnung bezeichnet wird.


Nikotinpflaster sind keine Wunderwaffe, die Dir eine 100 %ige Sicherheit geben rauchfrei zu werden oder nicht rückfällig zu werden. Das liegt viel mehr an Dir und Deiner Einstellung. Rauchen aufhören muss trotz aller Hilfsmittel eine bewusste und konsequente Entscheidung sein. Ohne diese Einstellung und bewusste Entscheidung kann Dir ein Nikotinpflaster auch nicht wirklich helfen, wie im Übrigen jede andere Methode wie zum Beispiel die Rauchfrei Spritze auch nicht.


Um zusätzlich zur Nikotinsucht auch die Gewohnheiten zu durchbrechen, empfiehlt sich eine weitere Unterstützung z. B. durch eine Beratung, einen professionellen Nichtraucherkurs, ein Buch oder durch Online-Programme. Hier steht vor allem das Ändern von gewohntem Verhalten und die Etablierung neuer Gewohnheiten im Vordergrund. Da Rauchen eine Sucht und eine starke Gewohnheit ist, ist es nicht verwunderlich, dass die besten Aufhörchancen bestehen, wenn beide Aspekte angegangen werden. Wenn Entzugserscheinungen da sind (was nicht zwingend sein muss) macht Nikotinersatz Sinn. Kombiniert mit einer Änderung des Verhaltens, hast Du so die optimalen Aufhörchancen. Natürlich immer unter der Voraussetzung, dass Du Dich bewusst für das Aufhören entschieden hast.


Deine Gewohnheiten durchbrechen kannst nur du alleine. Mit der passenden professionellen Hilfe (z.B. durch NichtraucherHelden.de) ist auch das gut machbar, da dir das nötige Wissen und nützliche Strategien vermittelt werden und Du hilfreiche Tipps bekommst. Raucher, die nach dem Rauchstopp schwer mit dem Entzug zu kämpfen haben oder bereits einige gescheiterte Versuche hinter sich haben, sollten sich von einem Arzt oder Apotheker zum Nikotinersatz beraten lassen. Nicht jeder Raucher benötigt jedoch zwangsläufig Nikotinersatz.

Warum Du von Nikotinpflastern alleine nicht rauchfrei wirst

Der Hauptvorteil der Nikotinpflaster und auch der anderen Nikotinersatzprodukte ist, das Dein Kopf frei ist und das ständige An-die-Zigarette-Denken wegfällt. Das extreme Verlangen nach einer Zigarette wird unterbunden oder abgemildert, was sehr hilfreich beim Durchhalten ist. Zudem werden die typischen Mechanismen des Rauchens aufgehoben. Denn das Rauchen und damit auch die Abhängigkeit ist viel mehr als der Zug an der Zigarette. Dazu gehören auch immer Rituale wie das Öffnen der Zigarettenschachtel, das Anzünden der Zigarette oder auch das Rauchen in der Gruppe. Fallen diese Dinge erst einmal weg, so ist das ein erster Schritt in Richtung rauchfreies Leben.  Genau diese Gewohnheiten gilt es, über Bord zu werfen. Ob Du das dauerhaft durchziehst, liegt aber an Dir und Deinem inneren Schweinehund. Diesen zu überlisten ist reine Kopfsache. Mit den entsprechenden Strategien, die Du in einem Nichtraucherkurs lernst, ist das aber machbar.

 

Der wichtigste Faktor bei der Rauchentwöhnung ist die langfristige Verhaltensänderung. Nikotinpflaster können Dir nach dem Rauchstopp helfen, durch das Ausbleiben oder Abmildern der Entzugserscheinungen gewohnte Handlungsmuster zu durchbrechen, durch neue zu ersetzen und währenddessen beschwerdefrei zu bleiben. Schau Dir hierzu auch unsere Tipps gegen Entzugserscheinungen an. Gerade die Entzugserscheinungen sind es nämlich oftmals, die den Griff zum Glimmstängel nach erfolgreichem erstem Rauchstopp wieder provozieren. Für den langfristigen Erfolg ist es aber enorm wichtig, die gewohnten Verhaltensmuster zu durchbrechen, gut gerüstet zu sein gegen Rückfälle und letztlich für sich passende Alternativen und Strategien zu finden.  Das Nikotinpflaster allein kann dies nicht leisten, eine stabile und  trainierte Verhaltensänderung dagegen schon. 

 

Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker

Inzwischen kann man Nikotinpflaster fast überall kaufen. Schon lange nicht mehr ist ihr Verkauf nur auf Apotheken oder Fachgeschäfte beschränkt. Der Kauf von Nikotinpflastern kann sogar ganz bequem im Internet erfolgen - Shopping von zuhause aus. Auch Hersteller von Nikotinpflastern gibt es wie Sand am Meer. Hier gehen die Namen der Produkte von Nicorette über Nicotinell bis hin zu NQuitin. Die enthaltene Nikotinmenge und auch der Preis variieren zum Teil stark. Schon allein deshalb ist ein fachmännischer Rat immer empfohlen. Außerdem und besonders sollte man aber auch nicht vergessen, dass es sich Nikotinpflastern um apothekenpflichtige Arzneimittel handelt. Ob du also beim Rauchstopp darauf zurückgreifen solltest und wenn ja in welcher Dosierung, besprichst Du am besten vorher mit Deinem Arzt oder Apotheker. Die Verwendung von Nikotinpflastern ist für den Rauchstopp kein Muss, Du kannst den Rauchausstieg auch ohne solche Hilfsmittel schaffen. Eines solltest Du allerdings beachten: auch ohne das Verwenden von Nikotinpflastern, ist professionelle Hilfe sinnvoll. Sprich also auf jeden Fall mit Deinem Arzt wenn Du den Rauchstopp planst oder lasse Dich von einem professionellen Entwöhnungsprogramm wie NichtraucherHelden.de anleiten, damit Du den erfolgreichen Ausstieg schaffst.

 

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Alexander Seifried

Alexander versteht es durch seine Tätigkeit als Fitnesstrainer Menschen zu motivieren und an ihr Ziel zu begleiten. Sport und gesunde Ernährung sind seine Leitprinzipien. Rauchen passt hier einfach nicht dazu. Seine Kenntnisse und Erfahrungen in Gesundheitsfragen möchte er gerne mit Dir teilen.