Bild des Rauchers in der Gesellschaft im Wandel der Zeit


Heutzutage rümpfen viele Menschen berechtigterweise die Nase, wenn sich ein Raucher nebenan eine Zigarette anzündet. Denn die Meisten wissen, wie schädlich sich das Rauchen auf die Gesundheit und die Umwelt auswirkt. Nicht zuletzt ist es oftmals auch insbesondere der unangenehme Geruch, der Umstehende abschreckt. Jedoch war das nicht immer so. Wie sich das Bild des Rauchers über die Jahre verändert hat und was wissenschaftliche Erkenntnisse dazu beitrugen, erfährst Du hier.

von Alexander Seifried


Rauchen ist chic

Schon Johann Wolfgang von Goethe war im 18. Jahrhundert der Meinung: „Rauchen macht dumm, es macht unfähig zum Denken und Dichten“. Jedoch war diese Ansicht damals vielmehr eine Randmeinung als allgemein akzeptiert. Tabakkonsum in Form von Zigarren und Pfeiferauchen, sowie das Schnupfen von Schnupftabak war äußerst verbreitet. Über negative Auswirkungen machte sich kaum jemand Gedanken. So war die edle Tabakdose aus Porzellan oder Gold mit Edelsteinen besetzt ein Muss für Männer der Oberschicht im 18. Jahrhundert. In Amerika wurden sogar Briefmarken mit Abbildungen von Tabakpflanzen gedruckt. Das Rauchen, mit allem was dazu gehört, war allgegenwärtig und wurde zum Statussymbol. Vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts galt die Zigarre als Ausdruck von Reichtum. Wohlhabende Bürger besaßen sogar extra Raucherzimmer in ihren Häusern. Die Zigarette, wie wir sie heute kennen, entstand aus den Abfallprodukten der Zigarre, indem die Reste der Produktion in Papier gewickelt wurden. Während die Zigarre weiterhin eher von wohlhabenden „Genießern“ konsumiert wurde, entwickelte sich die Zigarette zum Kultobjekt des Bürgertums und wurde erstmals für fast jedermann bezahlbar.

 

 

Rauchende Frauen

Mit der wachsenden Popularität der Zigarette, fanden mehr und mehr Frauen zum Rauchen. Für viele Frauen war das Rauchen Ausdruck von Emanzipation. Diesen Umstand nutze die Tabakindustrie aus und zielte mit Ihrer Werbung seitdem auch auf Frauen als neuen Kundenstamm ab. Auch deswegen rauchten 1930 ca. 20 % aller Frauen in Deutschland – und 80 % der Männer. Vor allem aber ab den 1950er Jahren stieg der Anteil der Raucherinnen stark an. Rauchen galt als attraktiv, kühn und abenteuerlustig. Nichtrauchen dagegen, stellte eine Ausnahme dar. 

Frauen und Rauchen macht nicht sexy

Das erste Rauchverbot

Mittlerweile ist bekannt, dass das Rauchen mit Attraktivität oder gutem Stil nichts zu tun hat. Der Konsum jeglicher Tabakprodukte erhöht das Risiko für eine Vielzahl schlimmer Krankheiten. Außerdem ist Fakt: Rauchen beschleunigt die Hautalterung, Rauchen schädigt die Zähne und Rauchen vermindert die Fruchtbarkeit. Dies sind nur einige Beispiele, warum Zigaretten für Männer und Frauen gleichermaßen verzichtbar sind. In Deutschland wurden zur Zeit des Nationalsozialismus erstmals negative Auswirkungen des Rauchens in Betracht gezogen. Im Zuge der Propaganda wurde der Zigarettenkonsum mit einer „Gefährdung der Rasse“ und Verminderung der Arbeitskraft in Verbindung gebracht. Erste Nichtraucherkampagnen gegen das Rauchen am Arbeitsplatz, in öffentlichen Verkehrsmitteln und an einigen öffentlichen Orten sollten den Konsum einschränken. Diese Verbote stützten sich auf laufende Studien, die jedoch im zweiten Weltkrieg und im Deutschland der Nachkriegszeit an Bedeutung verloren. Aufgrund der Armut wurden Zigaretten nach dem zweiten Weltkrieg zu einem wichtigen Tauschmittel. Der Raucher war wieder angesehen, da sich nicht jeder Zigaretten leisten konnte. So wurden 32 Zigaretten mit einem Gramm Gold aufgewogen. Durch die gelockerten Rauchverbote und das edle Image nahm die Zahl der Raucher wieder zu und die negativen Folgen traten in den Hintergrund.

 

Der "coole Raucher"

Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Zigarettenrauchen beinahe eine Selbstverständlichkeit. Geraucht wurde überall und zu jeder Zeit: Zuhause, in Zügen, in Fernsehshows, auf Feiern oder im Bundestag. Berühmte Schauspieler, Musiker oder Politiker machten es vor: Das Rauchen gehört zum zeitgemäßen Image, egal ob einfacher Bürger oder bekannte Persönlichkeit. Die Werbung der Tabakkonzerne tat ihr Übriges. Negative Folgen wurden beschönigt und wissenschaftliche Ergebnisse gefälscht .Teilweise wurde das Rauchen sogar aus medizinischen Gründen empfohlen. So berief sich der ADAC in den 1950er Jahren auf eine britische Studie, die herausfand, dass Rauchen die Aufmerksamkeit beim Autofahren unter Alkoholeinfluss erhöhen könne. Solche zweifelhafte Wissenschaft wird heutzutage nicht mehr betrieben. Mittlerweile ist bekannt, dass Rauchen unzählige gesundheitliche Nachteile mit sich bringt und keinesfalls empfohlen werden kann. Das coole Raucher-Image hielt an, bis die ersten berühmten Todesfälle eindeutig auf das Rauchen zurückzuführen waren. 

Rauchen schränkt die Freiheit ein

Rauchen heute

Trotz sinkender Zahlen der rauchenden Bevölkerung, ist Rauchen noch immer ein großes gesundheitliches und wirtschaftliches Problem. Trotz vieler aussagekräftiger Studien, die die Risiken des Rauchens eindeutig beweisen, greifen täglich Millionen Menschen zur Zigarette. Ein großer Teil davon ist (unbewusst) nikotinabhängig. Somit ist das Rauchen verantwortlich für viele schwere Erkrankungen, Rauchen ist Nikotinsucht und beschleunigte die Alterung. Das Bild des Rauchers hat sich gewandelt:

  • unter Hochgebildeten und Akademikern finden sich die wenigsten Raucher

  • Rauchen in der Öffentlichkeit wurde im Zuge der Nichtraucherschutzgesetze stark eingeschränkt und kontrolliert

  • Rauchen gilt bei immer weniger Menschen als Ausdruck der Persönlichkeit

  • Gesundheit ist angesagt

Wenn du ebenfalls zu denjenigen gehören möchtest, die im Trend der Zeit liegen und durch wissenschaftlich fundierte Methoden das Rauchen aufgeben möchten, fange noch heute an und werde rauchfrei.

 

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Alexander Seifried

Alexander versteht es durch seine Tätigkeit als Fitnesstrainer Menschen zu motivieren und an ihr Ziel zu begleiten. Sport und gesunde Ernährung sind seine Leitprinzipien. Rauchen passt hier einfach nicht dazu. Seine Kenntnisse und Erfahrungen in Gesundheitsfragen möchte er gerne mit Dir teilen.

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