Gastraum eines Lokals mit essenden Gästen
Rauchverbot in Gaststätten - Segen für Nichtraucher und Raucher

Imagewandel der Zigarette

Das Bild des Rauchers hat sich im Wandel der Zeit geändert. Besonders populär wurde die Zigarette zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Im ersten und zweiten Weltkrieg waren Zigaretten vor allem unter Soldaten weit verbreitet. Mitte der 50er Jahre wurde die Zigarette dann auch bei Frauen salonfähig. Die schlanke Form und aufwendig verzierte Zigarettenetuis galten bei Frauen als beliebt. Rauchen wurde zu einer Art Lebensgefühl und gehörte einfach überall mit dazu. Doch schon 1964 platzte die Blase, als die US-Gesundheitsbehörde einen Bericht veröffentlichte der ein zehnmal häufigeres Lungenkrebsrisiko bei Rauchern belegte. Diese Meldung schlug ein. Weitere Forschung wurde betrieben und die Antiraucherbewegung gewann immer mehr an Fahrt. Auch die Politik handelte und startete Gesundheitskampagnen. Tabakwerbung wurde europaweit verboten und Warnhinweise auf Zigarettenschachteln zur Pflicht. Das Anliegen von Nichtrauchern sich der ungewollten Rauchbelästigung entziehen zu können, rückte immer mehr in den Vordergrund. Dies führt 2007 zur Verabschiedung des Bundesgesetzes zum Nichtraucherschutz. Durch das Nichtraucherschutzgesetz sollen Nichtraucher vor den gesundheitlichen Risiken des Rauchens geschützt werden. 

weitgehend leere Kneipe
Kneipenbesitzer befürchteten Kundenrückgang

2007- Verabschiedung des Bundesnichtraucherschutzgesetzes

Seit dem 1. September 2007 ist das Rauchen erstmals in öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln in Deutschland verboten. Zum Jahresbeginn 2008 führten die Bundesländer schließlich auch ein Rauchverbot in der Gastronomie ein. Jedes Bundesland kann jedoch über die Auslegung und Ausnahmen des Gesetzes selbst bestimmen. Berechtigung haben diese Gesetze, was das Wohlergehen und die Gesundheit der Bürger geht, allemal. Schließlich ist es wissenschaftlich erwiesen, dass gerade in geschlossenen Räumen, wie dem Auto, Bus, Zug oder eben in Amtsstuben oder Gaststätten, die Konzentration der giftigen, krebserregenden Stoffe des Zigarettenrauches besonders hoch ist. Auch für Rauchen im Auto bei Anwesenheit von Minderjährigen gibt es inzwschen in manchen Länder sogar hohe Geldstrafen. In derartigen Räumen, wie auch Gaststätten und Kneipen, besteht meist auch keine Möglichkeit sich der Gefahr zu entziehen. Auch Nichtraucher – ob Kinder, Erwachsene, Schwangere oder Stillende – sind dem Risiko ungewollte und ohne Fluchtmöglichkeit ausgeliefert. Dass dies mit einer entsprechenden Gesundheitsgefahr verbunden ist, steht außer Frage. Die Nichtraucherschutzgesetze kamen also wie gerufen. 

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Unterschiedliche Handhabung in verschiedenen Bundesländern

Besonders strikt handelt man in Nordrhein-Westfalen, dem Saarland, Niedersachen und Bayern. Dort herrscht in allen Gaststätten und Kneipen, egal welcher Größe, striktes Rauchverbot. Im Juli 2010 entschied sich das Bundesland Bayern mittels Volksentscheid für das landesweit strikteste Nichtraucherschutzgesetz: komplettes Rauchverbot in Kneipen, Gaststätten und Bierzelten, ohne Ausnahme! In Niedersachen gilt ein umfassendes Nichtraucherschutzgesetz nicht nur in Gaststätten und Kneipen, sondern auch in allen öffentlichen Einrichtungen wie Sporthallen, Museen und Einrichtungen für Erwachsenenbildung. Wer dennoch raucht, hat mit hohen Geldbußen zu rechnen, je nach Bundesland mit bis zu 1000 €.

 
Andere Bundesländer handhaben die Gesetze noch etwas lockerer. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Rheinlandpfalz zum Beispiel darf in kleinen Einraumkneipen mit weniger als 75 Quadratmetern, die keine Angestellten beschäftigen vorerst noch geraucht werden. Baden-Württemberg und Hessen erlauben das Rauchen in abgetrennten Raucherräumen, die weniger als 75 Quadratmeter groß sind, nur kalte Speisen zum Verzehr anbieten und die nur von Personen über 18 Jahren betreten werden dürfen. 

Diskothek mit feiernden Menschen
Mehr Spaß ohne Rauchen

Fazit

Die Einführung des Nichtraucherschutzgesetzes und das damit verbundene Rauchverbot in Gaststätten und Kneipen, führten seitens der Kneipenbesitzer zu Protest. Sie befürchteten enorme Gewinneinbußen. In der Realität fielen diese aber deutlich weniger drastisch aus als erwartet. Auch die Raucher waren von den neuen Gesetzen und der damit verbundenen Einschränkung zunächst mehr als erzürnt. Was vor 10 Jahren noch zum Aufschrei unter Rauchern geführt hat, ist mittlerweile aber zur Gewohnheit geworden. Die Nichtraucher sind über die ausbleibende Rauchbelästigung natürlich mehr als dankbar. Aber laut einer Umfrage der Pro-Rauchfrei-Kampagne gibt auch der Großteil der Raucher an, das Rauchverbot in Gaststätten für eine gute Sache zu halten. Als Gründe wurden genannte, dass sie dadurch zum weniger Rauchen animiert wurden, was sie als sehr positiv empfanden. Außerdem wird das bestellte Essen intensiver wahrzunehmen, wenn sie keine Rauchwaben umgeben. Ob Nichtraucher oder Raucher das Rauchverbot in Gaststätten ist alles in allem also als einer großer Zugewinn und ein riesiger Schritt hin in ein gesünderes, rauchfreies Leben zu werten.