Zusatzstoffe in Zigaretten - wie der Glimmstängel zum gefährlichen Chemiecocktail wurde


Tabak, Papier, Filter, fertig ist die Zigarette – das war einmal. Wer heutzutage zur Zigarette greift, nimmt eine Vielzahl verschiedener Zusatzstoffe auf, die von Tabakindustrie beigemischt werden. Was oft nach harmlosen Aromen klingt, birgt jedoch unterschätzte Risiken. Was genau drin steckt und wie diese Stoffe die gesundheitsschädliche Wirkung des Rauchens noch weiter erhöhen, erfährst Du hier.

von Alexander Seifried


Was steckt im Rauch?

In einer Zigarette stecken über 600 verschiedene Zusatzstoffe von Nikotin über Teer in Zigaretten bis Menthol, die nach der deutschen Tabakverordnung auch legal zugesetzt werden dürfen. Tabakprodukte können zu über 10% aus Zusatzstoffen bestehen. Diese Stoffe gelten für sich alleine in der verabreichten Dosierung zwar als ungefährlich, bilden aber in ihrer Summe eine undurchsichtige Mischung. Weiterhin wird in der Tabakverordnung vernachlässigt, dass durch die hohen Temperaturen in der Glut der Zigarette neue chemische Verbindungen entstehen können, die wesentlich giftiger und sogar krebserregend sind. So kommt es, dass im Rauch der Zigarette insgesamt weit über 5000 chemische Stoffe nachgewiesen werden können.

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Warum werden die Stoffe zugesetzt?

Jeder einzelne der beigemischten Zusatzstoffe einer Zigarette erfüllt einen bestimmten Zweck. Zusammen sollen sie dafür sorgen, dass Zigaretten länger, öfter und bedenkenloser konsumiert werden und die suchterzeugende Wirkung erhöht wird. Beispielsweise verwendet die Tabakindustrie pH-Wert-erhöhende Chemikalien, um die Freisetzung, Aufnahme und Wirksamkeit des Hauptsuchstoffes Nikotin zu erhöhen. Hierzu gehören unter anderem Ammoniak, Harnstoff und Soda. Diese Strategie spart den Herstellern nicht nur Tabak ein, sondern erlaubt ihnen auch Werbeaussagen für eine vermeintlich gesündere Zigarette, mit geringerem Nikotingehalt. Somit wurde zwar der absolute Nikotingehalt gesenkt, das Suchtpotenzial jedoch deutlich erhöht. Zusatzstoffe wie Honig, Kakao, Zucker, Vanillin und Lakritze sollen vor allem Jugendliche zum Rauchen bewegen und den unangenehmen Geschmack überdecken. Doch Jugendliche rauchen sowieso schon viel zu häufig. Eine derartiges als Einstiegszigarette funktionierendes Produkt ist daher verheerend. Zudem sorgt es auch noch für tiefere und längere Inhalationen, wobei mehr Nikotin aufgenommen wird.

 

Der Zusatz von Menthol hat folgende Effekte:

  • vermittelt ein frisches Mundgefühl, vermindert das Schärfegefühl und den Schmerz für die Atemwege

  • Es führt zu einem Kühleffekt auf der Schleimhaut

  • für Zigaretten-Einsteiger erleichtert es das inhalieren

  • Da Menthol das Kratzen durch den Rauch lindert, lässt es Zigarette weniger schädlich erscheinen. 

  • Menthol führt zu einer erhöhten Atemfrequenz, erhöhtem Atemvolumen, tieferer und längerer andauernder Inhalation und damit einer vermehrten Rauch- und Nikotinaufnahme.

Menthol wird im Übrigen nicht nur in Mentholzigaretten verwendet, sondern ist auch in den regulären Zigaretten in nicht oder kaum wahrnehmbarer Konzentration zugesetzt. Zu erwähnen ist, dass es mittlerweile ein Menthol Zigaretten Verbot gibt. In der nachfolgenden Tabelle sind die wichtigsten Zusatzstoffe und deren Wirkung aufgelistet.

Was steckt wirklich alles in der Zigarette?

Zusatzstoff

Wirkung

Zucker, Honig, Gewürze

Karamellisiert während der Verbrennung und mildert den herben Geschmack.

Menthol

Verleiht der Zigarette einen frischen Geschmack und verringert das Kratzen im Hals (Mentholzigaretten sollen ab 2020 in der EU verboten werden).

Glycerin, Propylenglykol, Triethylglykol

Dienen als Feuchthaltemittel des Tabaks.

Schellack, Gelatine

Schellack ist die gummiartige Ausscheidung der Lackschildlaus und wird als Klebemittel verwendet. Als ebensolches dient auch die Gelatine.

Halogenkohlenwasserstoff 

Vergrößert das Volumen des Tabaks.

Ammoniak und Harnstoff

Erhöhen den pH-Wert und erleichtern die Aufnahme des Nikotins.

Nikotin

Wird teilweise nikotinfreien Resten der Tabakpflanze in konzentrierter Form zugesetzt, um die gesamte Pflanze als Zigarettenrohstoff verwenden zu können.

Ohne Zusatzstoffe geht es nicht

Auch im Papier und Filter sind giftige Stoffe enthalten


Neben den genannten geschmacklichen und suchterzeugenden Gründen, ist der Zusatz mancher Stoffe auch dem Herstellungsprozess der Zigarette geschuldet. Tabak ohne Feuchthaltemittel würde zerbröckeln, das Papier könnte ohne Klebstoffe nicht halten. Die Werbeaussage „ohne Zusätze“, bezieht sich wenn überhaupt nur auf den Tabak. Doch auch dafür haben Zigarettenhersteller ein Schlupfloch gefunden: Sie versehen das Zigarettenpapier oder den Filter mit Zusatzstoffen, anstatt den Tabak selbst. Sind selbstgedrehte Zigaretten gesünder? Diese Frage ist zu verneinen. Denn auch selbstgedrehte Zigaretten können nicht frei von Zusatzstoffen sein. Die zusatzstofffreie Zigarette gibt es nicht – das haben mittlerweile sogar manche Tabakkonzerne zugegeben. Dass dabei immer noch mit Reinheit und Natürlichkeit der Zigaretten gewoben wird ist irreführende Verkaufsstrategie.

 

Fazit

Zusatzstoffe maskieren die Schadwirkung der Zigarette und erhöhen das Suchtpotenzial. Diese Stoffe werden gezielt eingesetzt, um das Rauchen attraktiver erscheinen zu lassen und machen die ohnehin schon schädliche Zigarette zum Giftcocktail. Die Zigarette ohne Zusatzstoffe gibt es nicht – nur ein Leben ohne Zigaretten. Und den Weg dahin kann Dir ein Nichtraucherseminar, wie z.B. das Online-Angebot von NichtraucherHelden.de zeigen.

 

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Alexander Seifried

Alexander versteht es durch seine Tätigkeit als Fitnesstrainer Menschen zu motivieren und an ihr Ziel zu begleiten. Sport und gesunde Ernährung sind seine Leitprinzipien. Rauchen passt hier einfach nicht dazu. Seine Kenntnisse und Erfahrungen in Gesundheitsfragen möchte er gerne mit Dir teilen.

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