Rauchen und Blutdruck - Zusammenhang, Verlauf und Folgen


20 bis 30 Millionen Menschen leiden in Deutschland an Bluthochdruck. Langfristig können sich daraus schwerwiegende Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall entwickeln. Auch Rauchen erhöht den Blutdruck und steigert so das Gesundheitsrisiko für lebensbedrohliche Krankheiten. Aber wie hängt Rauchen und der Blutdruck zusammen? Erfahre hier alles rund um den Blutdruck und wieso Bluthochdruck durch Rauchen entstehen kann.

von Janine Ehret


Was ist der Blutdruck?


Der Blutdruck setzt sich aus zwei Werten zusammen:

  • Systolischer Blutdruck

  • Diastolischer Blutdruck


Dabei beschreibt der systolische Blutdruck die Phase, in der sich das Herz zusammenzieht und das Blut über die Hauptschlagader weiter in den Körper drückt. Der diastolische Blutdruck ist der Druck, der beim Erschlaffen des Herzmuskels übrigbleibt. Dieser Blutdruck ist also der „Grunddruck“, dem die Gefäße mindestens ausgesetzt sind. Der Blutdruck wird in der Maßeinheit „mmHg“ (Millimeter Quecksilbersäule) gemessen. Der optimale Blutdruck liegt beim systolischen Wert bei weniger als 120mmHg und beim diastolischen Wert bei weniger als 80mmHg. Der Blutdruck schwankt im Laufe des Tages, beispielsweise steigt er bei körperlicher Aktivität oder sinkt im Schlaf. Das ist ganz normal und bei einem gesunden Menschen pendelt sich der Wert immer wieder im Normalbereich ein.

Bei Bluthochdruck sind die Blutdruckwerte aber dauerhaft erhöht und pendeln sich nicht wieder im normalen Referenzbereich ein. Es gibt verschiedene Schweregrade des Bluthochdrucks, die sich nach den systolischen und diastolischen Werten richten.

Grad Einteilung

Systolisch

Diastolisch

Normal 120-129 mmHg 80-84 mmHg

Hoch-Normal

130-139 mmHg 85-89 mmHg
Hypertonie Grad I
(leichter Bluthochdruck)
140-159 mmHg 90-99 mmHg
Hypertonie Grad II
(mittelschwerer Bluthochdruck)
160-179 mmHg 100-109 mmHg
Hypertonie Grad III
(schwerer Bluthochdruck)
≥ 180 mmHg ≥ 110 mmHg
Isolierte systolische Hypertonie ≥ 140 mmHg < 90 mmHg


Risikofaktoren für Bluthochdruck – Rauchen, Übergewicht & Co.


Es gibt mehrere Faktoren, die einen Bluthochdruck begünstigen. Dabei sind einige vermeidbar und können selbst beeinflusst werden. Zu den Risikofaktoren zählen:

  • Rauchen

  • Übergewicht

  • Bewegungsmangel

  • Häufiger Alkoholkonsum

  • Hoher Salzkonsum

  • Niedrige Kaliumzufuhr

  • Höheres Alter

  • Familiäre Neigung

Du kannst also selbst Risikofaktoren aus dem Weg räumen. Beispielsweise durch Gewichtsabnahme, mehr Bewegung und gesunde Ernährung. Auch das Rauchen ist schlecht für den Blutdruck und kann vermieden werden.


Wie beeinflusst Rauchen den Blutdruck und wie wirkt Nikotin auf den Blutdruck?


Rauchen lässt die Blutdruckwerte steigen. Aber warum? Das Nikotin in der Zigarette hat eine anregende Wirkung auf den Körper. Es fördert die Verdauung, stimuliert die Atmung und steigert eben auch die Herzfrequenz und den Blutdruck. Innerhalb weniger Sekunden wirkt das Nikotin und so steigt durch das Rauchen der Blutdruck an. Der Blutdruck erhöht sich, weil sich durch die Nikotinaufnahme die Gefäße verengen und gleichzeitig der Herzschlag erhöht wird. Das Herz muss also schneller pumpen, um trotz der engen Blutgefäße den Körper versorgen zu können.


Warum verengt Rauchen die Blutgefäße?


Der Tabakrauch besteht aus zahlreichen giftigen Substanzen, die miteinander in Wechselwirkung treten und sich auch in ihrer Wirkung gegenseitig verstärken. Aber was verengt die Blutgefäße beim Rauchen genau? Das liegt besonders an dem Suchtstoff Nikotin und weiteren Bestanteilen im Tabakrauch! Das Nikotin verengt über die Ausschüttung von Botenstoffen die Blutgefäße und weitere Tabakbestandteile verändern die Blutfette negativ. So werden mehr schlechte Blutfettwerte gefördert und die Blutplättchen verklebt, sodass infolgedessen die Blutgefäße verstopfen.
Zudem verursachen die Schadstoffe aus der Zigarette kleinere Verletzungen an der inneren Schicht der Blutgefäße und es entstehen Ablagerungen, die wiederum die Gefäße weiter verengen.
Die Auswirkungen von Nikotin auf den Blutdruck sind also keinesfalls zu unterschätzen. Der Einfluss von Rauchen auf den Blutdruck entsteht schon ab einer Zigarette pro Tag und erhöht somit das Risiko für viele Erkrankungen.

Rauchen trotz Bluthochdruck? - Keine gute Idee


Rauchen und Blutdruck messen


Um den Blutdruck nicht zu verfälschen sollte vor der Messung nicht geraucht werden, da die akute Engstellung der Gefäße durch das Nikotin erst nach etwa 30 Minuten nachlässt. Außerdem solltest Du auf folgendes bei der Blutdruckmessung achten:

  • 30 Minuten vorher kein Tee oder Kaffee trinken

  • Nicht direkt nach dem Essen messen

  • Richtige und passende Manschette wählen

  • Während der Messung nicht bewegen oder sprechen

  • Kein Alkoholkonsum vor der Messung

Gefahren und Folgen durch Bluthochdruck


Ein dauerhafter Bluthochdruck schädigt langfristig wichtige Organe wie das Herz, das Gehirn, die Augen, die Niere und die Herzkranz- und Blutgefäße.
Im Herzen kann der Bluthochdruck zu einer Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) führen. Dadurch entsteht wiederum eine Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen oder einen Herzinfarkt.
Im Gehirn steigt mit einem dauerhaft erhöhten Blutdruck die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls. Auch die Gehirnleistung wird negativ beeinträchtigt und es kann zu einer frühzeitigen Demenz kommen.
Auch die Nieren werden geschädigt und es kann eine chronische Nierenschwäche und ein Nierenversagen ausgelöst werden.
Durch den Bluthochdruck entstehen Durchblutungsstörungen, die auch die Augen betreffen. So wird die Netzhaut geschädigt, wodurch das Sehvermögen negativ beeinflusst wird.
Das Nikotin steigert die Neigung zu Blutgerinnselbildung, sodass neben dem Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall auch das für das Raucherbein (periphere arterielle Verschlusskrankheit) steigt.

 

Folgen durch Bluthochdruck


Symptome des Bluthochdrucks

Meistens bleiben die Symptome des Bluthochdrucks lange unbemerkt und die Patienten haben zunächst keinerlei Beschwerden. Doch im Laufe der Zeit können folgende Symptome entstehen:

  • Schwindel

  • Kopfschmerzen besonders nach dem Aufstehen

  • Schlafstörungen und Müdigkeit

  • Ohrensausen

  • Kurzatmigkeit

  • Übelkeit

  • Gerötetes Gesicht

Da beim Bluthochdruck erst sehr spät spürbare Warnsignale auftreten, ist ein regelmäßiger Check beim Arzt umso wichtiger, besonders wenn mehrere Risikofaktoren vorliegen.


Behandlungsmöglichkeiten

Der Bluthochdruck kann mit verschiedenen Medikamenten behandelt werden. Diese senken den Blutdruck, haben oft aber nicht zu unterschätzende Nebenwirkungen. Daher sollte immer zuerst versucht werden, den Blutdruck auf natürliche Weise zu senken und mit einer Veränderung des Lebensstils in den Griff zu bekommen. Dazu gehört das Reduzieren von Übergewicht, eingeschränkter Alkoholkonsum sowie regelmäßige Bewegung und gesunde Ernährung. Auch das Rauchen bei Bluthochdruck sollte unbedingt aufgehört werden, um einen wesentlichen Risikofaktor aus dem Weg zu schaffen.


Rauchen trotz Bluthochdruck

Und wenn Du trotz Bluthochdruck einfach weiter rauchst? Keine gute Idee! Für Menschen mit Bluthochdruck gilt: Ein sofortiger Rauchstopp ist unverzichtbar, um die Gesundheit zu erhalten, sie zu stabilisieren und weitere Schäden zu vermeiden. Jeder Zug an der Zigarette sorgt für eine erhöhte Herzfrequenz und erhöhten Blutdruck. Außerdem werden zusätzlich die Blutfettwerte durch das Rauchen negativ beeinflusst. Es reichern sich schlechte und gefäßschädigende Blutfettwerte an und Ablagerungen bilden sich an den Gefäßen. Rauchen trotz Bluthochdruck potenziert also das Risiko für gefährliche Folgeerkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt.

 

Wusstest Du schon, dass...

  • ... Raucher ein 65% höheres Herzinfarktrisiko haben als Nichtraucher?


Wie lange dauert es, bis sich der Blutdruck nach dem Rauchen normalisiert?

Du fragst Dich, wann beim Rauchen aufhören der Blutdruck sinkt? Bereits 20 Minuten nach der letzten Zigarette fängt der Blutdruck an, sich zu normalisieren. Daher sinkt auch das akute Risiko für einen Herzinfarkt innerhalb 24 Stunden ab. Wenn Du also das Rauchen aufgehört und Dein Blutdruck wieder normal ist, nimmt auch die Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ab. Ein Rauchstopp lohnt sich also zu jeder Zeit und die gesundheitlichen Verbesserungen lassen nicht lange auf sich warten.


Erhöht auch die E-Zigarette den Blutdruck?

Auch die E-Zigarette kann den Blutdruck erhöhen – das wurde in wissenschaftlichen Studien bereits nachgewiesen. Schließlich enthalten die meisten Liquids auch Nikotin, dass den Blutdruck steigen lässt. Es entfaltet seine Wirkung, egal ob geraucht oder gedampft wird. Die E-Zigarette ist also nach wie vor keine gesunde Alternative zur klassischen Zigarette.


Passivrauchen und Blutdruck

Auch Passivrauchen steigert das Risiko für Bluthochdruck. Dabei sind besonders Kinder gefährdet, die dem Passivrauch der Eltern oft schutzlos ausgeliefert sind. Schon die Kleinsten können daher unter erhöhten Blutdruckwerten leiden. Doch nicht nur der Blutdruck wird durch Passivrauchen negativ beeinflusst. Auch Husten, Erkrankungen der unteren Atemwege, Mittelohrentzündungen oder Asthma können folgen.


Mythos – Bluthochdruck durch Nikotinentzug

Immer wieder kursiert der Mythos, dass ein hoher Blutdruck nach dem Rauchen aufhören droht. Doch dem ist nicht der Fall. Im Gegenteil! Schon nach kurzer Zeit sinkt der Blutdruck und pendelt sich langfristig wieder im Normalbereich ein. Es besteht also keine Gefahr für Bluthochdruck durch Nikotinentzug , vielmehr hilft er den Blutdruck zu senken.


Rauchen und Blutdruck – unser Fazit:

Bluthochdruck ist eine tückische Erkrankung – oft bleibt er lange unentdeckt. Schwerwiegende Erkrankungen können folgen, wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenschädigungen. Doch Du kannst einige Risikofaktoren selbst beeinflussen. So hilft ein Rauchstopp ungemein, damit nicht mit jeder Zigarette durch das Nikotin Dein Blutdruck steigt, sondern sich auf einem normalen Niveau einpendeln kann. Für den Rauchausstieg kannst Du Dir Unterstützung holen. Das Programm von NichtraucherHelden.de wird von den Krankenkassen bis zu 100% erstattet und bereitet Dich optimal auf den Rauchstopp vor. Auch darüber hinaus wirst Du aktiv betreut und lernst durch Coaching-Videos und verschiedenen Übungen Dein Rauchverhalten zu reflektieren und zu verändern.

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Janine Ehret

Janine ist mit Herz und Seele Ernährungswissenschaftlerin. Ihr Anliegen ist es zu zeigen, wie ein gesunder Lebensstil unsere Leistungsfähigkeit und unser Wohlbefinden steigern können. Sie motiviert Dich gerne auf Deinem Weg in ein gesundes, rauchfreies Leben.

Kommentare

w.eisenbeiss@yahoo.com

13.03.2020

Frage: wenn zigarettenrauchen (mit Lungenzügen 100% schlecht ist, welcher %-satz ist dann bei mässigem Pfeifenrauchen zu veranschlagen? Danke für Antwort. Wolfgang Eisenbeiss

Team NichtraucherHelden.de

16.03.2020

Hallo Wolfgang, die Antwort auf Deine Frage und noch ein paar mehr Infos zu den Gefahren des Pfeiferauchens findest Du in diesem Artikel von uns: https://www.nichtraucherhelden.de/magazine/pfeife-rauchen-ein-genuss-mit-folgen-147

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