Diabetes und Rauchen - das verflixte Doppel


Dass Rauchen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht, ist inzwischen weitreichend bekannt. Doch eine aktuelle Studie belegt, dass Raucher auch häufiger an Diabetes, der Zuckerkrankheit, leiden. Diabetes und Rauchen ist eine geradezu teuflische Kombination. Was genau es damit auf sich hat, erklären wir Dir hier.

von Dr. rer. nat. Yvonne Heilemann


Diabetes und seine Risikofaktoren

Unter Diabetes Mellitus versteht man die sogenannte Zuckerkrankheit. Sie heißt so, da Diabetiker einen abnormal hohen Blutzuckerspiegel aufweisen. Dies liegt daran, dass ihre Körperzellen nicht mehr ordentlich dazu in der Lage sind den Zucker aus dem Blut aufzunehmen. Dies hat zahlreiche negative Auswirkungen auf die Gesundheit. So nimmt das Risiko dadurch aufgrund von Zuckerablagerungen in den Blutgefäßen zum Beispiel an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken, zu. Durch die erhöhten Zuckerspiegel steigt auch das Risiko für Folgeerkrankungen der Augen, Nerven und Nieren.

Es gibt verschiedene Arten des Diabetes Mellitus. Am häufigsten mit 90 % aller Diabetiker ist der Typ-2-Diabetes. Er ist nicht angeboren, sondern man bekommt diese Erkrankung im Laufe seines Lebens. Je nachdem, wie Dein Lebensstil aussieht, kann Dein Risiko während Deines Lebens einen Typ -2 Diabetes zu entwickeln erhöht oder vermindert werden. Hier spielen verschiedene Risikofaktoren eine wichtige Rolle. 

 

Das Diabetesrisiko steigt bei folgenden Faktoren

  • Übergewicht

  • mangelnde Bewegung

  • schlechte Ernährung

  • ungesunder Lebensstil

Daher ist ein gesunder Lebensstil das Beste, was Du für Deine Gesundheit tun kannst!

Rauchen steigert das Diabetesrisiko

Neueste Forschungsergebnisse internationaler Wissenschaftler zeigen außerdem, dass auch Rauchen nicht nur zahlreiche Raucherkrankheiten verursacht, sondern auch einen Risikofaktor für Diabetes Mellitus darstellt. Darauf machte die Deutsch Diabetes Hilfe am Weltnichtrauchertag 2015 aufmerksam. So haben Raucher eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit irgendwann  Typ-2-Diabetes zu bekommen. Dabei steigt das Krankheitsrisiko mit der Anzahl gerauchter Zigaretten an. So ist es bei starken Rauchern mit mindestens 20 Zigaretten pro Tag am höchsten. Bei starken Rauchern sind im Vergleich zu Nichtrauchern demnach 57 % mehr von Diabetes betroffen. Doch auch bei leichtem oder mittelstarkem Zigarettenkonsum ist Dein Erkrankungsrisiko bereits um 21 bzw. 34 % höher, als bei einem Nichtraucher. Selbst Passivrauchen kann das Diabetesrisiko merklich steigern - erschreckenderweise sogar ungefähr auf das Niveau leichter Raucher. Und das ganz ohne direkten Tabakkonsum. Menschen, die regelmäßig Zigarettenrauch ausgesetzt sind, zeigen also ein höheres Erkrankungsrisiko als Menschen in rauchfreier Umgebung. Damit gefährdest Du mit dem Zigarettenrauch also nicht nur Dich selbst, sondern auch die Menschen in Deinem Umfeld, die  gezwungenermaßen Passivrauchen müssen.

 

Was der Grund für das erhöhte Diabetesrisiko von Rauchern ist, ist bisher noch unklar. Vermutet wird, dass das Kohlenmonoxid und Nikotin im Zigarettenrauch die Produktion des wichtigen blutzuckersenkenden Hormons Insulin durch die Bauchspeichldrüse reduzieren könnte, und damit den hohen Blutzuckerspiegel begünstigt. Es steht fest, dass eine sinkende Raucherquote, neben der Reduktion andere Krankheiten auch zu einem geringeren Vorkommen von Diabetes führen würde.

Diabetes und Rauchen erhöht Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Diabetiker sollten nicht rauchen

Doch auch bei einer bereits vorliegenden Diabeteserkrankung ist in Sachen Zigartettenkonsum besondere Vorsicht geboten. Wie bereits erklärt, führt die Stoffwechselerkrankung Diabetes durch den ständig erhöhten Blutzuckerspiegel zu einer Schädigung der Blutgefäße. Das kann das Risiko für diabetesbedingte Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die einen Herzinfarkt zur Folge haben können, erhöhen. Ähnlich wie die Gefäßschäden durch Bluthochdruck dies tun würden. Doch auch Rauchen begünstigt die Versteifung und damit Verengung von Blutgefäßen, was das Risiko eine Herz-Kreislauf-Erkrankung z.B einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden, steigert. Damit kannst Du Dir vorstellen, dass rauchende Diabetiker dieses Erkrankungsrisiko nochmals deutlich steigern. Auch sollten Diabetiker idealerweise nicht dem Passivrauchen ausgesetzt werden und ihr Leben komplett rauchfrei gestalten.  Rauchen und Diabetes geht also einfach nicht zusammen, wenn es um ein möglichst gesundes und langes Leben ohne chronische Krankheiten geht, sagte auch die Deutsche Diabetes Hilfe am Weltnichtrauchertag 2015. Solltest Du Diabetiker sein, dürfte spätestens diese Erkenntnis Dich zum Rauchstopp bewegen. Leider rauchen trotz sinkender Raucherquoten immer noch viel zu viele Diabetiker.

 

Bist Du von der Zigarette abhängig? Mache hier kostenfrei den Test und erhalte Tipps für einen erfolgreichen Rauchstopp:

 

So viele Risiken und Komplikationen nur wegen des Rauchens? Falls Du also Diabetiker bist, solltest du dich am besten sofort mit dem Thema der Tabakentwöhnung vertraut machen und der Zigarette auf Nimmerwiedersehen sagen. Da Nikotin ein sehr starkes Suchtmittel ist, ist es auf jeden Fall von Vorteil dich einem Programm, wie Nichtraucherhelden anzuschließen, das dich psychisch bei deiner Reise unterstützt, informiert und coacht. Wir helfen dir in der harten Phase der Tabakentwöhnung und auch danach den Verführungen des Rauchens zu widerstehen. Mach dein Leben endlich rauchfrei.

 

Rauchstopp senkt Diabetesrisiko

Rauchstopp verhindert zusätzliches Krankheitsrisiko


Eine Studie untersuchte auch, wie sich ein Rauchstopp auf das Diabetesrisiko auswirkt. So konnte durch den Rauchstopp eine deutliche Senkung des Diabetesrisikos erzielt werden. Das niedrige Risikolevel von Menschen, die in ihrem Leben niemals geraucht haben, erreichst Du zwar leider nicht, aber immerhin fast, wenn du dich dazu entschließt rauchfrei zu werden! So hast Du nur noch ein etwa 10 bis 15 % höhere Wahrscheinlichkeit an  einen Diabetes zu entwickeln als Niemals-Raucher. Das ist bedeutend weniger als in Deinen Raucherzeiten. Außerdem ist die weitere gute Nachricht, dass Dein Erkrankungsrisiko sinkt, je länger Du schon nicht mehr rauchst. Der Rauchstopp und das Durchhalten des  werden also doppelt belohnt!

 

Wie viel zahlt Deine Krankenkasse am Nichtraucher-Kurs? Je nach Kasse werden Dir bis zu 100 % der Kosten erstattet.

 

Fazit: Rauchstopp und gesunder Lebensstil als bester Diabetesschutz

Möchtest Du Dein Diabetesrisiko senken, solltest Du einen möglichst gesunden Lebensstil verfolgen. Dazu zählt nicht nur eine gesunde, ausgewogene Ernährung reich an Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, sowie ausreichend Bewegung und Sport. Ebenso wichtig ist ein rauchfreies Leben. Einzig durch einen Rauchstopp kannst Du Dein Diabetesrisiko sowie auch Dein Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken senken! Auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung sollte nach dem Zeitpunkt des Rauchstopps natürlich besonders geachtet werden. Also hole Dir Unterstützung, verabschiede Dich von der Zigarette und werde Nichtraucher! Deine Gesundheit wird es Dir danken.

 

 

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Dr. rer. nat. Yvonne Heilemann

Yvonne ist seit vielen Jahren in Wissenschaft und Forschung tätig. Mit aktuellen Studien und neuesten Erkenntnissen rund um die Themen Gesundheit, Rauchen und Ernährung kennt sie sich bestens aus. Gerne möchte sie ihr Wissen mit Euch teilen.

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