Rauchen kann tödlich sein - Was bringen Warnhinweise auf Zigarettenschachteln?


Jeder, der schon einmal an der Supermarktkasse stand, wird sie entdeckt haben. Zigarettenschachteln mit aufgedruckten Warnhinweisen wie „Rauchen kann tödlich sein“ und Ekelbildern wie einer schwarzen Raucherlunge. Doch wie kam es eigentlich dazu, vor dem Konsum von Tabakprodukten auf dem Etikett zu warnen und führen die Hinweise wirklich zu einer Änderung des Rauchverhaltens? Hier erfährst Du, welche Warnungen ausgesprochen werden, was dahinter steckt und mit welchem Erfolg diese auf der Verpackung stehen.

von Alexander Seifried


Rauchen kann tödlich sein

 

Wie kam es zur Entstehung der Warnhinweise?

Würdest Du ein Auto kaufen und damit fahren, wenn es vom Verkäufer mit den Worten „gefährliche Todesfalle“ beschrieben wird? Wie appetitlich fändest Du ein Stück Kuchen auf dessen Verpackung die Aufschrift „Kuchen essen tötet“ vor dem Verzehr warnt? Wahrscheinlich würdest Du keines der beiden Risiken gerne eingehen. Und trotzdem sind diese Szenarien bei Rauchern tägliche Realität. Denn obwohl, die meisten Raucher wissen, dass Rauchen zu zahlreichen Raucherkrankheiten wie Raucherlunge, Lungenkrebs, Herz-Kreislauferkrankungen, Schlaganfällen, Raucherbein und vielen weiteren Erkrankungen führen kann, greifen täglich Millionen Raucher zur Zigarette. Um Rauchern vor den schlimmen Folgen des Rauchens zu warnen setzt die EU seit 2003 auf Warnhinweise auf Zigarettenschachteln, die das Rauchverhalten einschränken sollen. Auch wenn Du Dich über den Sinn der Hinweise wundern magst; In unserem Autobeispiel konnte gezeigt werden, dass das Risiko von Unfällen durch die Anschnallpflicht gesenkt werden konnte. Die sogenannte Verhältnisprävention sorgt durch Gesetze für die Reduktion eines Risikos und ergänzt die sogenannte Verhaltensprävention, die auf den einzelnen Verbraucher abzielt. Denn in den letzten Jahren konnte das Rauchen als Auslöser zahlloser Krankheiten wissenschaftlich bewiesen werden. Die Warnhinweise sind somit die Quintessenz der Wissenschaft in wenigen Sätzen zusammengefasst. In Deutschland setzt die Tabakprodukt-Verordnung die EU Richtlinie über Herstellung, Aufmachung und Verkauf von Tabakprodukten um. Seit 2014 schreibt eine erneuerte Richtlinie unter anderem vor, dass Zigarettenschachteln EU-weit standardisierte Warnhinweise enthalten müssen. So muss pro Schachtel jeweils ein allgemeiner und ein ergänzender Hinweis zu lesen sein. Die drei allgemeinen Hinweise und die insgesamt 16 ergänzenden Hinweise müssen gleichmäßig auf die Verpackungen gedruckt werden, um keinen der Hinweise zu vernachlässigen. Doch auch die Größe der Hinweise ist streng in der Richtlinie verankert: So müssen die Aufdrucke 65 % der Verpackungsfläche einnehmen, um zu vermeiden, dass Hersteller nur im Kleingedruckten darauf hinweisen. Die Zigarettenschachtel als Werbeträger der Tabakindustrie soll dadurch an Wichtigkeit verlieren. Viel mehr setzt die Politik mit der Gestaltung der Packung darauf, Verbraucher effektiv zum Aufhören zu bewegen und Jugendliche vor dem Konsum zu schützen. Seit 2016 finden sich in Deutschland kombinierte Hinweise aus „Ekelbildern“ und Warnhinweisen auf Zigarettenpackungen, die die Warnung untermauern sollen. Diese Bilder zeigen verschiedene Folgen des Rauchens von verfaulten Zähnen über extreme Frühgeburten zu geschwärzten Lungen. Die Auswahl der Ekelbilder variiert über die Zeit, um ein Abstumpfen zu verhindern.

Welche Warnhinweise gibt es?

Zu den allgemeinen Hinweisen gehören die bekannten Sätze:
  • Rauchen kann tödlich sein
  • Rauchen fügt Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu
  • Rauchen tötet
Die ergänzenden Hinweise enthalten weitere Informationen verschiedener Kategorien. Hierzu gehören:
  
Art des Hinweises Hinweistexte
Gefahr für den Raucher
  • Raucher sterben früher.
  • Rauchen kann tödlich sein.
  • Rauchen führt zu Verstopfung der Arterien und verursacht Herzinfarkte und Schlaganfälle. 
  • Rauchen verursacht tödlichen Lungenkrebs. 
  • Rauchen macht sehr schnell abhängig: Fangen Sie gar nicht erst an!
  • Wer das Rauchen aufgibt, verringert das Risiko tödlicher Herz- und Lungenerkrankungen. 
  • Rauchen kann zu einem langsamen und schmerzhaften Tod führen. 
  • Rauchen kann zu Durchblutungsstörungen führen und verursacht Impotenz. 
  • Rauchen lässt Ihre Haut altern. 
  • Rauchen kann die Spermatozoen schädigen und schränkt die Fruchtbarkeit ein. 
  • Raucht enthält Benzol, Nitrosamine, Formaldehyd und Blausäure.
  • Rauchen fügt Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu. 
Gefahr für die Mitmenschen des Rauchers
  • Rauchen in der Schwangerschaft schadet Ihrem Kind. 
  • Schützen Sie Kinder - lassen Sie sie nicht Ihren Tabakrauch einatmen.  
 Hinweis auf Hilfe
  • Ihr Arzt oder Apotheker kann Ihnen dabei helfen, das Rauchen aufzugeben. 
  • Hier finden Sie Hilfe, wenn Sie das Rauchen aufgeben möchten: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) 

Rauchstopp als Ziel der Warnhinweise

Wirksamkeit der Warnhinweise

Seit vielen Jahren sind bereits negative Folgen des Rauchens bekannt und wissenschaftlich gesichert. Trotzdem gehen die Zahlen der Raucher in den letzten Jahren nur langsam zurück. Ein reines Informationsdefizit liegt daher wahrscheinlich nicht vor – die meisten Raucher wissen, dass Rauchen generell schädlich ist. Doch welche genauen Folgen zu erwarten sind und wie drastisch Rauchen die Körperfunktionen schon nach kurzer Zeit beeinflusst, ist eher unbekannt. Vor allem junge Raucher rechnen häufig nicht mit einer Gefährdung, da sie das Suchtpotenzial unterschätzen und glauben, aufhören zu können, bevor sich negative Konsequenzen einstellen.
Die Umgestaltung der Tabakproduktverpackung ist damit Teil der gesundheitlichen Aufklärung und der Krankheitsprävention in Europa. Weiterhin konnte die Effektivität der Hinweise in vielerlei Hinsicht belegt werden: So werden große Texthinweise von immerhin der Hälfte aller Raucher wahrgenommen und etwa ein Viertel denkt über diese Informationen auch nach. Damit werden eine Sensibilisierung und eine emotionale Verknüpfung mit dem Thema geschaffen. So können die Hinweise auch ohne direkt sichtbare Verhaltensänderung langfristig wirksam sein. Zahlreiche internationale Studien belegen auch die Wirksamkeit der Ekelbilder im Hinblick auf Wahrnehmung, Gesundheitswissen, Konsummenge und Aufhörbereitschaft. Eine Studie der DAK-Gesundheit befragte speziell Schüler zu deren Reaktion auf Ekelbilder und fand heraus, dass diese vor allem bei Nichtrauchern abschreckend wirken, bei rauchenden Schülern jedoch geringere Effekte zeigen. Es ist daher anzunehmen, dass die Bilder einen großen Beitrag zu Prävention leisten. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung verzeichnete durch den Aufdruck ihrer Hotlinenummer in Kombination mit den Warnhinweisen deutlich mehr Anrufe und Beratungen zum Rauchstopp. Langsam aber sicher scheinen sich also auch direkte Erfolge abzuzeichnen. 

Auch in anderen Ländern gibt es Warnhinweise

Zigarettenverpackungen in anderen Ländern

Kanada war im Jahr 2000 das erste Land, das Warnhinweise auf Tabakprodukte drucken ließ und konnte dadurch effektiv die Rauchquote senken. In Australien werden seit dem Jahr 2012 Zigaretten aller Hersteller in Einheitsverpackungen verkauft. Das sogenannte „Plain Packaging“ soll die optische Attraktivität der Tabakprodukte mindern, den suggerierten Vorteil bestimmter Marken gegenüber anderen abschwächen und Raum für gesundheitsbezogene Informationen schaffen. In der EU ist die Einführung des Plain Packaging bisher freiwillig. Frankreich entschloss sich 2017 als erstes EU-Land für die Einheitspackung. Großbritannien, Irland, Norwegen und Neuseeland zogen 2017 und 2018 nach. In Ungarn und Slowenien ist die Einführung 2019 bzw. 2020 geplant.

Wie viel zahlt Deine Krankenkasse am Nichtraucher-Kurs? Je nach Kasse werden Dir bis zu 100 % der Kosten erstattet.

 

Erfolg durch Angst?

Auch wenn die Warnhinweise und Bilder auf der Verpackung alleine schon Wirkung zeigen, so ist das Erzeugen von Ängsten meist nicht ausreichend, um langfristige Verhaltensänderungen herbeizuführen. Um sich für den Rauchstopp zu entscheiden, benötigt der Raucher zusätzlich konkrete Handlungsoptionen, eine professionell helfende Hand und die Aussicht auf Erfolg. Nur so kann eine ausreichende Motivation zum Rauchen aufhören geschaffen werden. Die Sensibilisierung dafür kann durch die abschreckenden Warnhinweise und Ekelbilder aber durchaus entstehen und den Stein ins Rollen bringen. Wenn auch Du durch die Hinweise bereits sensibilisiert wurdest und dir nur noch ein kleiner Schubs auf dem Weg zum Rauchstopp fehlt, kannst Du mithilfe eines professionellen Nichtraucherprogramms mit Plan und Erfolg zu Deinem Ziel „Nichtraucher“ kommen.
 

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Alexander Seifried

Alexander versteht es durch seine Tätigkeit als Fitnesstrainer Menschen zu motivieren und an ihr Ziel zu begleiten. Sport und gesunde Ernährung sind seine Leitprinzipien. Rauchen passt hier einfach nicht dazu. Seine Kenntnisse und Erfahrungen in Gesundheitsfragen möchte er gerne mit Dir teilen.