Raucherlunge - Ursache, Symptome und Therapie


Die Lunge ist das vom Rauchen am stärksten betroffene Organ. Durch die Inhalation des Zigarettenqualms und dessen giftige Substanzen wird sie nach und nach geschädigt. Langjähriges Rauchen führt zu einer krankhaft veränderten dieses Organs, im Volksmund auch als "Raucherlunge" bezeichnet. Doch was steckt konkret dahinter? Kann man Raucherlungen wieder rückgängig machen und was genau kannst Du tun wenn dir die Symptome einer Raucherlunge bekannt vorkommen? Was verbirgt sich außerdem hinter den Begriffen Lungenemphysem und COPD? All diesen Fragen gehen wir hier genauer nach.

von Isabel Dorst


Raucherlunge - bin ich betroffen? Was kann ich tun?

Das Bild einer schwarz-verfärbten Lunge auf Zigarettenpackungen ist vielleicht das eindrücklichste Bild, welches viele Personen von dem durch Zigaretten geschädigten Atemorgan haben. Doch wie äußert sich eine "Raucherlunge" und was ist eigentlich die COPD? Patienten mit einer Raucherlunge können, müssen aber nicht, Beschwerden haben.
Oft besteht Husten, Atemnot und Kurzatmigkeit über einen längeren Zeitraum. Auch morgendlicher schleimiger Auswurf ist ein häufiges Symptom der "Raucherlunge".


Bist Du Raucher und kennst diese Symptome nur zu gut oder hast vielleicht schon die Diagnose COPD von Deinem Arzt gestellt bekommen? Dann solltest Du jetzt etwas tun, bevor sich deine Lunge weiter verschlechtert. Bist Du zusätzlich Asthmatiker, dann ist höchste Vorsicht geboten, denn Asthma und Rauchen ist keine gute Kombination.
Ziehe auf jeden Fall einen Arzt zu Rate. Nur der Arzt kann den jetzigen Zustand deiner Lunge und Bronchien genau einschätzen. Zudem kann ein Arzt, vor allem ein Lungenarzt, Deine Fragen am besten beantworten.
Von Deinem Lungenarzt erfährst Du auch ob es Medikamente gibt, welche Deinen Zustand verbessern können. Doch noch wichtiger, als die Symptome deiner Raucherlunge durch Medikamente zu lindern, ist es die Ursache - das Rauchen - zu eliminieren.
 
Diesen wichtigsten Schritt, nämlich den Rauchstopp, raten auch Mediziner ihren Patienten an. Doch viele Patienten mit einer "Raucherlunge" haben bereits etliche Aufhörversuche hinter sich - und oft blieben diese längerfristig ohne gewünschten Erfolg. Rauchfrei zu werden scheint kaum erreichbar. Aber es gibt dennoch Wege, die Dir das Aufhören erleichtern können, sodass Du Dich bei dieser Herausforderung nicht allein gelassen fühlst und erfolgreich rauchfrei wirst. Hole Dir Hilfe von Experten und lass Dich beim Rauchstopp coachen und begleiten, z.B. durch unser krankenkassen-zertifiziertes Online-Nichtraucherprogramm.

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Ist die Raucherlunge rückgängig zu machen?

Aber es gibt gute Nachrichten: viele Patienten berichten, dass diese typischen Symptome, wie Raucherhusten und Atemnot, nach dem Rauchstopp wesentlich abnehmen  und sich die Lungenfunktion verbessert. Die gute Nachricht lautet: Erfahrungsgemäß verbessern sich die Symptome nach dem Rauchstopp. Ob eine Raucherlunge sich wieder gänzlich erholt, kann man nicht pauschal sagen. Das hängt sowohl von Dauer und Intensität des Rauchens ab als auch von dem Stadium in dem sich die erkrankte Lunge aktuell befindet.


Dennoch, es ist jederzeit sinnvoll mit dem Rauchen aufzuhören! Wieso? Der schädigende Einfluss des Rauchens ist ein stetiger. Mit jeder Zigarette, die geraucht wird, schädigt man das Lungengewebe mehr und mehr. Chronisch verlaufende Erkrankungen können die Folge sein. Um den Verlauf dieses krankhaften Prozesses aufzuhalten ist jeder nächste Zeitpunkt der Richtige zum Aufhören, auch wenn man schon jahrelang raucht. Hört man auf, schreitet die Schädigung der Lunge durch das Rauchen also nicht weiter voran. Weiter verringern sich Risiken für chronische Lungenkrankheiten wie chronische Bronchitis und COPD (chronic, obstructive pulmonary disease = chronisch obstruktive Lungenerkrankung) und sogar Lungenkrebs. Zudem nehmen Risiken für Erkrankungen ab, die zwar nicht in der Lunge beheimatet sind, jedoch durch den Tabakrauch mitverursacht werden, zum Beispiel Arteriosklerose, Herzinsuffizienz verschiedene Krebserkrankungen, also nicht nur die bekannte Kombination aus Raucher und Lungenkrebs. Auch Passivrauchen wirkt sich auf lange Sicht schädigend auf das Lungengewebe aus. Vor allem bei asthmatischen Kindern ist Vorsicht geboten, da sich der Tabakrauch negativ auf den Schweregrad des Asthmas auswirken kann. Raucher mit Kindern haben also einen doppelten Grund den Zigaretten abzuschwören.

Dank Rauchstopp wieder frei durchatmen


Was ist eine Raucherlunge konkret und was macht sie so gefährlich?

Die Symptome einer typischen "Raucherlunge" haben wir schon kennengelernt. Husten, Kurzatmigkeit, morgendlicher schleimiger Auswurf.
Aber was tut sich nun konkret in der Lunge, wenn man raucht – also in der "Raucherlunge“?
Die Schadstoffe des Zigarettenrauchs bewirken eine Veränderung in bestimmten Schleimhaut-Zellen der Atemwege. Unter anderem in sogenannten Becherzellen und in Flimmerzellen mit ihren Flimmerhärchen. Die Becherzellen beginnen durch die Schadstoffe immer mehr Schleim zu produzieren.


Die Flimmerzellen, welche durch ihre bürstenartigen Fortsätze, den sogenannten Flimmerhärchen, den Schleim normalerweise abtransportieren und verteilen, werden immer weniger. Das hat zur Folge, dass der vermehrt anfallende Schleim nicht mehr abtransportiert werden kann und auf der Schleimhaut der Bronchien verbleibt. Am Morgen hustet man dann den angefallenen Schleim ab, man spricht von morgendlichem Auswurf. Nach dem Rauchstopp können sich die Flimmerhärchen bis zu einem gewissen Grad allerdings wieder erholen, wodurch auch der Raucherhusten nachlassen kann.


Durch das Rauchen entsteht zudem eine Entzündung in den Atemwegen. Die Atemwege, in deren Schleimhaut auch die Flimmerhärchen sitzen, nennen  Mediziner auch Bronchien. Beim langjährigem Rauchen wird diese Entzündung ständig unterhalten. Hält die Entzündung längere Zeit an, und kommt auch nach vorübergehender Besserung immer wieder, spricht man von chronischer Bronchitis. Diese Entzündung hat je nach Stadium zur Folge, dass das Lungengewebe instabil wird und sich die Atemwege krankhaft umbauen.

Folgen des Rauchens - chronische Bronchitis, COPD, Emphysem

Folge einer chronischen Bronchitis ist eine Verdickung der Wände der Atemwege. Durch diese Verdickung neigen die Lungenwege dazu instabiler zu werden d.h. sie kollabieren leichter.

Zigarette als Gift für Deine Lungengesundheit


Eine Vielzahl krankhafter Prozesse führen letztlich zu einer Behinderung des Atemflusses in den Atemwegen. In der Raucherlunge ist diese Behinderung oft von einer Verengung geprägt. Diese macht sich besonders beim Ausatmen bemerkbar. Hier staut sich Luft vor der verengten Stelle an und die destabilisierten Lungenwege kollabieren. So kann die Luft nicht ausgeatmet werden und verbleibt in der Lunge. Es kommt so zu einer "Überblähung" der Lunge. Durch den Druck der Überblähung verbleiben große Mengen verbrauchte Luft auch in den kleinen Lungenbläschen. Dort gehen durch den hohen Druck beim Ausatmen die feinen Wände, die diese Bläschen voneinander abtrennen, letztendlich zugrunde. Die Lungenbläschen sind der Ort an dem Sauerstoff in unser Blut gelangt und Kohlenstoffdioxid an die Atemluft abgegeben wird, also der eigentliche Ort der Atmung. Die Konsequenzen bei verschlechtertem Gasaustausch können also schwerwiegend sein. Es entsteht das was Mediziner ein Lungenemphysem nennen. Dabei handelt es sich um eine teilweise Zerstörung und Überdehnnug der Lungenbläschen, was zu einer Verkleinerung ihrer inneren Oberfläche führt. Dadurch ist der Sauerstoffaustausch erschwert. Es kommt zu einer krankhaften Luftansammlung von "verbrauchter Luft" in den Lungenbläschen. Die Konsequenz ist unter anderem eine massiv verschlechterte Lungenfunktion und Atmung. Der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt - Atemnot ist die Folge. 

Das endständige Krankheitsbild des beschriebenen Krankheitsprozesses nennen Mediziner COPD, also eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Darunter versteht man eine obstruktive Bronchitis, also eine Bronchitis mit Verengung der Atemwege, wobei es vor allem beim Ausatmen zu einer Behinderung des Luftstroms in den Bronchien kommt. Dabei kann zusätzlich zu dieser Bronchitis bei der COPD noch ein Lungenemphysem vorhanden sein. Eine COPD ist nicht mehr ganz reversibel aber verhinderbar, und geht mit weiteren Symptomen, wie Luftnot in Ruhe, einher. Dieser Krankheitsprozess ist bei Patienten mit Raucherlungen ist nicht selten. In Deutschland sind zeitlebens etwa 13 % betroffen. Die COPD ist nach der Weltgesundheitsorganisation auf Platz 4 der weltweit häufigsten Todesursachen. Neben der COPD haben Raucher ein deutlich erhöhtes Krebsrisiko. Nicht nur das Risiko für Lungenkrebs ist erhöht, das Risiko von Krebs in anderen Organen erhöht sich für Raucher signifikant.
 
Es gibt also nicht die "Raucherlunge". Der krankhafte Prozess in der Raucherlunge ist ein stetiger, solange weiter geraucht wird. Eine "Raucherlunge" bezeichnet vielleicht eine Lunge die sich irgendwo in diesem Prozess befindet. Am Ende dieses Prozesses stehen, wie oben beschrieben, schwerwiegende Erkrankungen sowie ein erhöhtes Risiko für Krebs, besonders Lungenkrebs. Und dabei ist es egal, ob Kettenraucher oder Gelegenheitsraucher - ein erhöhtes Risiko für entsprechende Lungenerkrankungen haben sie alle.

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Fazit

Eine Raucherlunge ist häufig und die Folgen dieses Krankheitsprozesses verdeutlichen wie wichtig es ist frühestmöglich etwas dagegen zu tun. Nicht nur die Lunge, auch jegliche anderen Organe sind betroffen. Rauchen und Gesundheit sind selten, Rauchen und Krankheit ist das Üblichere. 


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Isabel Dorst

Isabel ist Biologin und Ernährungswissenschaftlerin. Durch ihre akademische Ausbildung kennt sie sich mit den Gefahren eines ungesunden Lebensstils, zu dem das Rauchen nun mal auch gehört, gut aus. Mit diesem Wissen möchte sie Menschen dabei helfen gesündere Entscheidungen zu treffen und ihren Weg in ein gesundes, zufriedenes Leben zu finden. Gesunde Ernährung, Yoga und ein healthy lifestyle spielen bei ihr auch privat eine große Rolle. Sie gibt Ihre Tipps und Ihr Know-How zum Thema Gesundheit und Lebensstil gerne an Dich weiter.