Rauchen bei Frauen: Besondere Risiken


Rauchen ist Männersache - so zumindest das allgemeine Verständnis in Deutschland bis in die 1950er Jahre. Dann jedoch erhielt das Rauchen bei Frauen - auch dank geschickter Werbestrategien - ein positives Image. Seitdem stieg die Zahl der Raucherinnen stetig an. Heutzutage rauchen fast genauso viele Frauen wie Männer. Insgesamt sinkt die Raucherquote zwar in den letzten Jahren - Grund zur Entwarnung gibt es jedoch nicht, denn rauchende Frauen sind besonders gefährdet.

von Alexander Seifried


Frauen leiden häufiger an den Folgen des Rauchens

Dass Rauchen früher bei Frauen verpönt war, war für Ihre Gesundheit der reinste Segen. Denn Rauchen erhöht das Risiko für Herzkreislauferkrankungen, Atemwegserkrankungen, Krebs und unzählige weitere Krankheiten erheblich. Neuste wissenschaftliche Studien zeigen, dass Männer und Frauen unterschiedlich auf die Rauchbelastung reagieren. So erleiden Raucherinnen im Vergleich zu männlichen Rauchern deutlich häufiger einen Herzinfarkt. Im Umkehrschluss führen bei Frauen im Vergleich zu Männern schon geringere Mengen Tabakkonsum zu einer deutlichen Erhöhung des Herzinfarktrisikos. Doch auch typische Raucherkrankheiten der Atemwege wie die chronisch obstruktive Lungenerkrankung oder die Raucherlunge, treten bei rauchenden Frauen häufiger auf als bei männlichen Rauchern. Auch die Zahl der Lungenkrebsfälle steht bei Frauen in direkter Verbindung mit ihren Rauchgewohnheiten. Je mehr sie rauchen, desto häufiger bekommen sie Lungenkrebs, welcher oftmals auch tödlich verläuft. Auch Krankheiten, die ohnehin hauptsächlich oder ausschließlich bei Frauen vorkommen, sind unter Raucherinnen noch weiter verbreitet. So mindert Rauchen nachweislich die Knochendichte und kann damit die Entstehung einer Osteoporose fördern. Ebenso erhöht Rauchen das Risiko an Brust- oder Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Insgesamt scheinen Frauen empfindlicher auf die Folgen des Rauchens zu reagieren und häufiger an typischen Raucherkrankheiten zu erkranken als männliche Raucher. Rauchende Frauen leben also besonders gefährlich. Die gute Nachricht: Der Rauchstopp hilft bei beiden Geschlechtern, die Krankheitsrisiken wieder zu senken. Es besteht also durchaus Hoffnung, wenn Du es schaffst Deinen inneren Schweinehund zu überwinden und Deinen Erfolgsweg zum Nichtraucher anzutreten. 

 

Rauchende Frauen haben besondere Probleme

Nicht nur das Krankheitsrisiko ist bei rauchenden Frauen stärker erhöht als bei männlichen Rauchern. Frauen, die rauchen leiden an weiteren Problemen, denen Nichtraucherinnen aus dem Weg gehen können. Raucherinnen leiden öfter als Nichtraucherinnen an Menstruationsbeschwerden und unregelmäßigem Zyklus. Rauchen und Menstruation hängen also durchaus zusammen. Doch noch viel verheerender ist, dass sie auch deutlich häufiger unfruchtbar sind. Spätestens bei Kinderwunsch treten damit bei Raucherinnen die ersten nicht mehr zu verachtenden Probleme auf. Jetzt macht der Rauchstopp also in mehrfacher Hinsicht Sinn. Auch das Rauchen in der Schwangerschaft birgt große Risiken. So erhöht es das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen und stellt zudem eine erhebliche Gesundheitsgefahr für das Kind im Mutterleib dar, da die meisten Giftstoffe ungefiltert an das Kind weitergegeben werden. Auch beim Stillen geben Raucherinnen die Giftstoffe direkt an ihr Baby weiter. Somit gefährden rauchende Frauen nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Kinder. Das kann sicher das Ziel keiner einzigen (werdenden) Mama sein. 

Frauen haben Angst vor Rückfällen

Raucherinnen wirken älter

Rauchen ruft jedoch nicht nur dramatische gesundheitliche Folgen hervor, sondern beeinflusst auch Dein äußeres Erscheinungsbild negativ. Rauchen macht schlechte Zähne, Zahnfleischentzündung, einen miefenden Atem und sorgt für stinkende Finger und Kleidung. Zudem führt Rauchen zu einer schnelleren Hautalterung und begünstigt die Entstehung von Falten. Dem nicht genug - Rauchen bewirkt auf lange Sicht eine Gelbfärbung der Finger- und Zehennägel. Auch diese Verfärbungen sowie die Auswirkungen des Rauchens auf die Haut sind bei Frauen stärker ausgeprägt als bei Männern. Das wirkt nicht gerade attraktiv. Vor allem beim schönen Geschlecht, sind diese Folgen daher weitere triftige Gründe, einen Rauchstopp zu erwägen. Dieser zeigt schon kurz nach dem Aufhören erste Verbesserungen hinsichtlich Hautbild und Nägel.

 

Das schwache Geschlecht?

Von wegen! Zwar sind Frauen gegenüber aktiv und passiv eingeatmetem Rauch empfindlicher und werden öfter durch das Rauchen krank als Männer, jedoch sind Männer deswegen nicht frei von Raucherrisiken! Weiterhin konnten Studien zeigen, dass Frauen nach einem Rauchstopp mindestens genauso vom Ausstieg profitieren wie Männer. Problem ist aber, dass gerade Frauen der Rauchstopp öfter schwer fällt. Sie haben häufiger Angst vor Rückfällen und einer unerwünschten Gewichtszunahme nach dem Aufhören als Männer, und probieren es deshalb oftmals gar nicht. Wenn Du Dich hier wiedererkennst, weißt Du, dass es Dir nicht alleine so geht. Aber Du brauchst keine Angst zu haben. Wichtig ist die passende professionelle Unterstützung, wie Du sie zum Beispiel im NichtraucherHelden-Programm findest. Dass gerade Frauen aufgrund der erhöhten Risiken auf dem Weg zum Rauchausstieg unterstützt werden sollten, haben Länder wie Schweden, Australien oder Kanada schon längst realisiert. Sie machen es vor: Mit gezielten geschlechtsspezifischen Anti-Raucher-Kampagnen, wird speziell auf rauchende Frauen eingegangen und diese zum Rauchstopp animiert. Weiterhin setzt man dort vor allem auf Prävention durch Überzeugungsarbeit und verhindert somit, dass Frauen überhaupt mit dem Rauchen anfangen. Deutschland hinkt hier generell noch sehr hinterher und das wenngleich in Deutschland großer Bedarf besteht Frauen auf dem Weg zum Rauchstopp an die Hand zu nehmen. So beginnen hierzulande nämlich mittlerweile mehr minderjährige Mädchen mit dem Rauchen als männliche Jugendliche.


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Fazit

Wage den Sprung in die Freiheit

 

Auch wenn Raucherinnen extremere gesundheitliche Folgen als Männer zu erwarten haben, bist Du als rauchender Mann nicht aus dem Schneider. Im Vergleich zu Nichtrauchern ist auch Dein gesundheitliches und kosmetisches Risiko massiv erhöht. Aber: Frauen und Männer, die den Rauchausstieg erfolgreich geschafft haben, nähern sich in diesen Risiken früher oder später denen lebenslanger Nichtraucher an. Hierbei gilt: Je früher desto besser. Denn Raucher und Raucherinnen büßen mit jeder Zigarette wertvolle Lebenszeit ein. Raucher und Lebenserwartung hängen nämlich leider negativ zusammen. Jeder Tag früher ohne Zigarette verlängert das Leben und senkt das Risiko an Spätfolgen zu erkranken. Angesichts des erhöhten Risikos für Frauen, birgt der Rauchstopp für sie ein besonders großes gesundheitliches Potenzial. Es ist nie zu spät, um aufzuhören. Auch nicht für Dich!

 

 

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Alexander Seifried

Alexander versteht es durch seine Tätigkeit als Fitnesstrainer Menschen zu motivieren und an ihr Ziel zu begleiten. Sport und gesunde Ernährung sind seine Leitprinzipien. Rauchen passt hier einfach nicht dazu. Seine Kenntnisse und Erfahrungen in Gesundheitsfragen möchte er gerne mit Dir teilen.