Pillenblister
Pilleneinnahme bei Raucherinnen - ein Problem?

Arten der Verhütung

Sicher stellt sich jede Frau früher oder später die Frage nach der Verhütungsmethode ihrer Wahl. Verschiedene Möglichkeiten der Verhütung sind in aller Munde, allen voran verschiedene Arten von Pillen. Sei es die klassische Antibabypille, die Mikropille oder die Minipille. Während Letztere als Hormon nur Gestagen enthält, zeichnet sich die Mikropille durch eine Kombination von Gestagen und Östrogen aus, jedoch sind die Hormone in der Mikropille geringer dosiert als in den üblich bekannten Pillen für Frauen. Aber auch andere Arten der Verhütung kommen zum Einsatz, wie die Kupferkette, Verhütungspflaster, Verhütungsring und andere östrogenfreie Verhütungsmethoden. Die Kupferkette zum Beispiel wird vom Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt und soll den Haushalt der weiblichen Hormone in Deinem Körper nicht durcheinander bringen. Die Kupferkette soll etwa fünf Jahre Empfängnisschutz gewährleisten. Der sogenannte Verhütungsring dagegen wird in die Vagina eingeführt und alle drei Wochen für eine Woche entfernt. Er verhindert den Eisprung – wie die Pille – mit Hormonen.

image gadget

Wie wichtig ist Dir Deine Gesundheit? Mache hier das Gesundheitsquiz und denke darüber nach:



Ob nun Kupferkette, Verhütungsring oder doch die Hormone in Form von Pillen zum Einsatz kommen, hole Dir am besten kompetente Beratung in Sachen Verhütung und der Wahl der richtigen Präparate zum Verhüten bei Deinem Frauenarzt. Gerade wenn Du Raucherin bist, solltest Du das Thema Verhütungsmethoden nicht auf die leichte Schulter nehmen. Dein Arzt kann Dir sagen, was für Dich gefährlich sein könnte. Einen ersten Überblick geben wir Dir im Folgenden.

Die Antibabypille - Wirkungen und Nebenwirkungen

Die Antibabypille oder kurz Pille ist ein Medikament. Als solches enthält sie weibliche Geschlechtshormone, meist eine Kombination aus Östrogen und Gestagen. Die Einnahme dieser Hormone führt zur Unterdrückung des Eisprungs. Zur Empfängnisverhütung wird die Pille von vielen Frauen weltweit seit einigen Jahrzehnten eingenommen. Es ist einfach und zuverlässig, doch gibt es auch Risiken?

Die Pille hat nicht nur positive Wirkungen bei der Empfängnisverhütung, sie weist auch unerwünschte Nebenwirkungen auf. So erhöht ihre Einnahme die Entstehung von Thrombosen, das sind Blutgerinnsel, die zu Gefäßverschlüssen zum Beispiel in den Beinvenen oder der Lunge führen können. Dadurch werden die betroffenen Bereiche nicht mehr ausreichend mit Blut und somit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Dass dies für Deinen Körper drastische und sogar tödliche Folgen haben kann, kannst Du Dir sicher vorstellen. Doch wie häufig kommt es zu solchen „Zwischenfällen“ durch die Einnahme der Pille? Mehrere wissenschaftliche Studien konnten zeigten, dass die Einnahme der Pille das Risiko für eine Thrombose erhöht. Das Risiko ist dabei umso höher, je höher der Östrogengehalt der Pille und je älter die Frau. Auch die allgemeine Zusammensetzung der Pille wie zum Beispiel der Hormongehalt oder die Art von enthaltenem Gestagen wirkt sich unterschiedlich aus. Pillen mit niedrigen Dosen von Östrogen zum Beispiel weisen ein deutlich geringeres Erkrankungsrisiko auf.

image gadget

Bist Du von der Zigarette abhängig? Mache hier kostenfrei den Test und erhalte Tipps für einen erfolgreichen Rauchstopp:



Doch wie hoch ist das Risiko für Thrombose, Schlaganfall und Lungenembolie bei Pilleneinnahme nun tatsächlich? Bei Frauen, die die Pille nicht einnehmen erkranken 2 von 10.000 Frauen pro Jahr. Dies hört sich wenig anDas ist immens. Nimmst Du die Pille ein erhöht sich Dein Erkrankungsrisiko je nach Art der Pille auf 5 bis 12 von 10.000 Frauen pro Jahr, also um das etwa 2 bis 6fache. Die neueren Pillen schneiden hier deutlich schlechter ab als die älteren Präparate. Hochgerechnet auf die etwa 7 Millionen deutschen Frauen, die die Pille einnehmen, kommt man statistisch gesehen aber immerhin auf mehrere Tausend, die pro Jahr an Thrombosen und Embolien betroffen sein müssten.

Risikofaktoren bei Pilleneinnahme

Alles in Allem gilt die Pille dennoch als recht sicheres Medikament. Doch wie bei jedem Medikament gibt es auch hier bestimmte Gesundheitszustände oder Einflüsse, die die Wirkung der Pille verändern können und damit deren Einnahme wenig sinnvoll oder sogar gefährlich machen. Dazu gehören beispielsweise Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck, schwere Fettstoffwechselstörungen sowie Bewegungsmangel. Daher ist eine ausführliche Beratung durch den Frauenarzt immer wärmstens zu empfehlen, um letztlich zur richtigen und passenden Art der Verhütung zu greifen.

Bei leichtem oder starkem Übergewicht ist das Herzkreislaufsystem automatisch grundlegend höher belastet als bei Normalgewicht. Dies erhöht natürlich auch das Risiko der Bildung eines Blutgerinnsels. Nimmt die Frau dann noch die Pille kann das Thromboserisiko entsprechend hoch werden. Dasselbe gilt bei Bewegungsmangel wie zum Beispiel nach schweren Operationen. Dieser führt nämlich zu einer schlechteren Durchblutung und hat entsprechend dieselben Folgen wie bei Übergewicht.

Blutdruckmessgerät, Tabletten, Aufzeichnungen EKG
Pilleneinnahme fördert Bluthochdruck und Thrombosen

Rauchen und Pille - Gefahr im Doppel

Aber insbesondere auch Rauchen stellt einen großen Risikofaktor bei Pilleneinnahme dar. „Raucherinnen, die die Pille einnehmen, bekommen Thrombose“, wird oft salopp daher gesagt. Doch was steckt dahinter? Natürlich trifft dies nicht auf jede Raucherin zu und es kommt auch nicht sofort dazu, das Risiko ist aber tatsächlich deutlich erhöht.

Rauchst Du und nimmst gleichzeitig die Pille, so erhöhst Du Dein Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen drastisch. Warum ist das so? Rauchen selbst führt wie wir in dem Artikel Rauchen und Blutdruck erklären zu einer Schädigung der Gefäßwände, u.a. durch Verkalkung der Blutgefäße, und erhöht damit perse schon das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. So wird ein Verschluss leichter möglich. Außerdem sorgt das Nikotin im Zigarettenrauch zusätzlich noch für eine Gefäßverengung. Als ob das nicht reichen würde, nimmt bei Raucherinnen auch die Anzahl roter Blutkörperchen, der Sauerstofftransporteure im Blut, zu, was zu negativen Veränderungen der Fließeigenschaften des Blutes führt. So ist das Risiko an Herzkreislauferkrankungen zu erkranken bei Raucherinnen unter 35 Jahren bereits bis zu 11 Mal höher als bei Nichtraucherinnen. Mit steigendem Alter nimmt das Risiko noch weiter zu.

 

Die Pille als Östrogen-Gestagen-Kombipräparat trägt ihren weiteren Teil hierzu bei. Sie sorgt durch einige ihrer Inhaltsstoffe dafür, dass das Blut leichter gerinnt und damit verklumpt. Auch sie allein führt also schon zu einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Thrombosen. Deine durchs Rauchen verengten und geschädigten Blutgefäße können bei gleichzeitiger Pilleneinnahme also mit höherer Wahrscheinlichkeit von Blutgerinnseln verstopft werden. Das betroffene Gewebe kann durch die mangelnde Blutversorgung schlimmstenfalls absterben. So kann es auch schon in jungen Jahren zu gravierenden Krankheitsfolgen wie Herzinfarkt, Lungenembolie, Schlaganfall oder abgestorbenen Extremitäten kommen. Frauen, die Rauchen und die Pille nehmen, zeigen somit laut der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe ein 20 bis 87fach höheres Risiko als Frauen, die weder rauchen noch die Pille einnehmen.

image gadget

Brauchst Du Unterstützung beim Rauchausstieg? Unser Krankenkassen-zertifiziertes Online-Programm kann Dir dabei helfen.


Sprich offen mit Deinem Arzt

Je mehr Du rauchst und je älter Du bist, umso mehr steigt Dein Erkrankungsrisiko. So kann Dein Thromboserisiko je nach Konstellation um das bis zu 3 bis 20fache ansteigen. Insbesondere ein starker Zigarettenkonsum von über 10 Zigaretten pro Tag sowie ein Lebensalter ab 35 werden als kritische Faktoren und als dringliche Gegenanzeigen zur Pilleneinnahme eingestuft. Diese Frauen sollten in jedem Fall auf ein hormonfreies Verhütungsmittel umsteigen. Aber auch bei geringerem Lebensalter oder Zigarettenkonsum ist das Risiko für Komplikationen deutlich erhöht, weshalb andere Verhütungspräparate in Erwägung gezogen werden sollten. Die genannten Risiken gelten übrigens auch für alle anderen hormonellen östrogenhaltigen Verhütungsmittel wie Hormonring, -pflaster oder -stäbchen.

Wenn Du nicht nur rauchst, sondern zudem übergewichtig bist, Bluthochdruck oder chronische Erkrankungen hast, ist die Pilleneinnahme eine reine Leichtsinnigkeit. Jeder Arzt würde Dir davon abraten und Dir empfehlen mit dem Rauchen aufzuhören und zu einem anderen Verhütungsmittel zu greifen. Daher ist es wichtig, dass Du mit Deinem Arzt offen und ehrlich sprichst. Es bringt Dir nichts, wenn Du seine Frage, ob Du rauchst fälschlicherweise verneinst, nur weil Du unbedingt die Pille verschrieben bekommen willst. Damit schadest Du Dir selbst am meisten. 

 

Mann in Arztkittel streckt Hand zur Begrüßung aus
Sei offen im Gespräch mit Deinem Arzt

Alternativen für Raucherinnen

Am besten ist es für Dich und Deine Gesundheit mit dem Rauchen komplett aufzuhören. Damit lösen sich viele Deiner Probleme wie von selbst in Luft auf. Durch professionelle Programme kannst Du Dir wertvolle Unterstützung holen.
Solltest Du Dich entschieden haben trotz allem weiterhin zu rauchen, ist es sinnvoll auf eine andere Verhütungsmethode als Hormonpräparate wie Antibabypille & Co zurückzugreifen. Es empfehlen sich östrogenfreie Präparate zum Verhüten, da diese bei Rauchern weniger gefährlich sind. Die Verhütung mit der Spirale, einem Diaphragma oder dem Kondom stellen eine Möglichkeit dar.

Werde auch Du ein NichtraucherHeld

Fazit

Allgemein ist zu sagen: Wer die Pille nimmt, sollte nicht rauchen. Schon Rauchen allein birgt zahlreiche Risiken. Lesen Sie hierzu auch den Artikel Rauchen und FaktenRauchen Frauen sind diese Risiken sogar höher als bei Männern. Doch die Kombination von Zigaretten und Pille kann bei Frauen zusätzlich gefährlich sein. Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall können entstehen und das Risiko für eine lebensbedrohliche Thrombose erhöht werden. Der Umkehrschluss ist aber nicht, dass Du dem Rauchen zuliebe die Pille absetzen solltest. Denk immer daran: Die Zigaretten kannst Du mit entsprechender professioneller Hilfe relativ leicht loswerden, die Konsequenzen einer ungewollten Schwangerschaft verfolgen Dich sicherlich längere Zeit. Professionelle Hilfe und Unterstützung beim Rauchausstieg kann Dir z.B. das Online-Nichtraucherprogramm NichtraucherHelden.de bieten.