Rauchen beeinflusst unser Gehirn nachhaltig - Wie der Rauchstopp Deine Hirnleistung fördert


Rauchen macht dumm? Nicht direkt! Allerdings konnten neue wissenschaftliche Studien zeigen, dass Rauchen das Gehirn negativ beeinflusst. Was das genau bedeutet und warum Du besser früher als später mit dem Rauchen aufhören solltest, liest Du hier.

von Alexander Seifried


Beeinflusst Rauchen das Gehirn nachhaltig?


Signale im Gehirn

Unser Gehirn leitet Informationen über chemische und elektrische Signale blitzschnell weiter und steuert damit unseren gesamten Körper. Elektrische Ladungen am Ende einer Nervenzelle sorgen dafür, dass Botenstoffe, sogenannte Transmitter, ausgeschüttet werden, die von der nachfolgenden Nervenzelle erkannt werden. Diejenigen Strukturen, die die Botenstoffe erkennen, werden Rezeptoren genannt. Die nächste Nervenzelle löst nach der Bindung der Botenstoffe an die Rezeptoren wieder ein elektrisches Signal aus. Forscher der Universitäten Bern und Zürich konnten in einer wissenschaftlichen Studie zeigen, dass ein bestimmter Rezeptor, der sogenannte Glutamatrezeptor, bei Rauchern um bis zu 20 - 30% seltener vorkommt als bei Nichtrauchern. Somit ist die Informationsleitung im Gehirn beeinträchtigt, da die Signale nicht wie gewohnt weitergeleitet werden können.

 

Diese Studie stützt die Ergebnisse englischer Wissenschaftler, die herausfanden, dass vor allem Raucher über 50 Jahren geringere Gehirnleistungen zeigen als Nichtraucher. Fördert also langjähriges Rauchen Demenz? Besonders bei Rauchern mit vier oder mehr Raucherjahren zeigten sich negative Effekte: So konnten sich Raucher in Tests des Kurz- und Langzeitgedächtnisses schlechter erinnern und in anderen Tests bekannte Inhalte langsamer abrufen. Für die Forscher sind die Ergebnisse als Hinweise auf eine spätere Demenz zu deuten. Ein weiterer Risikofaktor für schlechtere Hirnleistungen ist unter anderem ein erhöhter Blutdruck – eine der Hauptfolgen des Rauchens. 

Rauchen bei Jugendlichen als besonderes Risiko

Die Schäden sind nachhaltig

Viele Erkrankungen, zum Beispiel Lungenkrebs, Atemwegserkrankungen oder Herzkreislauferkrankungen sind schon lange als Folgen des Rauchens bekannt. Die Tatsache, dass sich Tabakrauch auch negativ auf unser Gehirn auswirkt, ist dagegen eine relativ junge Entdeckung und gibt Grund zur Annahme, dass in der Zukunft noch weitere Folgen auf unser Gehirn entdeckt werden könnten. Doch nicht nur aktive Raucher, sondern auch ehemalige Raucher weisen geringere Mengen des besagtten Glutamatrezeptors auf, was auf eine langfristige Schädigung der Nervenzellen im Gehirn schließen lässt. In der Studie waren die Konzentrationen des Rezeptors bei Ex-Rauchern nach 25 Wochen rauchfreier Zeit zwar nicht mehr um 20-30 %, aber immer noch um sage und schreibe 10-20 % im Vergleich zu Nichtrauchern verringert. Dies lässt annehmen, dass sich die Nervenzellen des Raucherhirns tatsächlich von den Schädigungen erholen und sich die Funktionen wieder mehr dem Normalzustand annähern können. Dies geschieht allerdings nur sehr langsam. Der Rauchstopp ist demnach der vielversprechendste Weg, Dein Gehirn wieder auf Top-Leistungen einzustellen. Du wirst sehen, Du fühlst Dich schon bald fitter, vitaler und konzentrierter.

Verhindere schlechte Hirnentwicklung

Vor allem junge Raucher sind gefährdet

Auch wenn sich die Auswirkungen des Rauchens auf die Gehirnleistung vor allem ab dem 50. Lebensjahr zeigen, sind andere Altersgruppen dennoch betroffen. Vor allem jugendliche Raucher tragen dabei ebenso langfristige Konsequenzen: Das heranwachsende Gehirn junger Raucher ist deutlich anfälliger für Veränderungen. Durch die rauchbedingte Schädigung der Nervenzellen im Gehirn kann somit auch die Hirnentwicklung beeinträchtigt werden. Rauchen in der Jugend führt nachgewiesenermaßen häufig zu schlechteren Denkleistungen und einer kürzeren Aufmerksamkeitsspanne im Erwachsenenalter. Hinzu kommt, dass Nikotin bei Jugendlichen nicht nur die Anzahl, sondern auch die Art der Rezeptoren im Gehirn verändert. Diejenigen Rezeptoren, die auf das Nervengift Nikotin ansprechen, treten vermehrt auf. Dies hat zur Folge, dass das Gehirn Jugendlicher stärker auf das im Rauch befindliche Nervengift Nikotin reagiert. Diese erhöhte Hirnreaktion auf Nikotin spiegelt sich in einer vermehrten Ausschüttung des Glücksbotenstoffs Dopamin bei Zigarettenkonsum unter Jugendlichen aus. Du meinst, das ist doch prima? Weit gefehlt. Das große Problem ist, dass Dopamin bei der Entwicklung einer Tabakabhängigkeit eine zentrale Rolle spielt. Deshalb werden Jugendliche sogar noch schneller nikotinabhängig als erwachsene Raucher.

Denke nach und höre auf 

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Rauchen führt zu einer Vielzahl an negativen Auswirkungen auf Dein Gehirn und somit auch zu schlechteren Gehirnleistungen bei Rauchern aller Altersstufen. Kurzum: Rauchen beeinflusst unser Gehirn nachhaltig. Dabei sind vermutlich noch nicht einmal alle Auswirkungen restlos geklärt! Nichtraucher zeigen bei Untersuchungen deutlich bessere Gedächtnis und Gehirnfunktionen, abgesehen von erheblich besserer Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Vitalität. Abgesehen von den unzähligen Raucherkrankheiten, die Dir sicherlich nur zu gut bekannt sind. Wer schlau ist, und es auch bleiben möchte, der lässt die Zigarette in Zukunft links liegen. Die Devise ist also: Rauchen aufhören und Vorteile entdecken. 
 

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Alexander Seifried

Alexander versteht es durch seine Tätigkeit als Fitnesstrainer Menschen zu motivieren und an ihr Ziel zu begleiten. Sport und gesunde Ernährung sind seine Leitprinzipien. Rauchen passt hier einfach nicht dazu. Seine Kenntnisse und Erfahrungen in Gesundheitsfragen möchte er gerne mit Dir teilen.