Mann hält Hände vor Gesicht
Führt Rauchen zur Depression?

Warum Du bei Stress zur Zigarette greifst

Bist Du frustriert und gestresst vom Alltag, flüchtest Du in deine Zigarettenpause. „Na und? Andere essen in solchen Situationen tonnenweise Schokolade, das ist auch nicht gesund!“ sagst Du Dir. Und was sich für Dich im ersten Moment gut anfühlt, kann doch gar nicht so schlecht sein, oder? Aber falsch gedacht! Genau das Gegenteil ist der Fall. Die Zigarette als Stresskiller ist nichts als ein Trugschluss. Rauchen wirkt sich auf den Gehirnstoffwechsel aus. Durch Rauchen wird zum Beispiel das sogenannte „Glückshormon“ Dopamin ausgeschüttet. Dieser Botenstoff aktiviert im Gehirn das körpereigene Lust- und Belohnungssystem. Daher fühlt es sich in dem Moment, in dem man zur Zigarette greift, tatsächlich erst einmal gut an. Es entsteht eine positive Verknüpfung zwischen dem Einatmen des Zigarettenrauchs und dem anschließenden Wohlbefinden. Dieser Vorgang läuft oftmals gar nicht oder nur teilweise bewusst ab, da er schon so tief in Dir verankert ist. Du solltest Dir aber im Klaren sein, dass Zigaretten damit eine wahre Droge sind. Dieselbe Wirkung hat nämlich jede berauschende Substanz, egal ob Alkohol oder andere Rauschmittel, und ist somit nicht zu unterschätzen. 

Die Seele raucht mit - ob aktiv oder passiv

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Wenn Du Deinen Körper immer wieder durch den Zug an der Zigarette in ein Hormonhoch versetzt, stellt sich Dein Gehirn so sehr auf diese schnelle und unkomplizierte Art von Belohnung ein, dass Du süchtig wirst. Nun bist nicht mehr Du der Herrscher aller Dinge, sondern die Zigarette beherrscht Dich. Dein Körper verlangt immer öfter nach diesem „Kick“ und Du greifst mehr und mehr zur Zigarette. Desto rascher jedoch verlangt Dein Belohnungssystem auch nach der nächsten Dosis. Die Frustration und schlechte Laune ist schneller zurück als zuvor, was Dich immer weiter in einen Teufelskreis führt. Dies kann im schlimmsten Fall sogar bis hinein in die Depression münden. So gibt es laut wissenschaftlicher Studien einen direkten Zusammenhang zwischen Tabakkonsum und psychischen Störungen. So leiden Raucher bis zu viermal häufiger unter Angststörungen und Depressionen als Nichtraucher. Laut Experten bei starken Rauchern unter hoher Wahrscheinlichkeit mit einer psychischen Störung zu rechnen. Unklar ist bisher, ob Zigarettenkonsum tatsächlich zu psychischen Störungen führt oder ob andersherum metal labile Personen eher dazu neigen selbst schädigendes Verhalten an den Tag zu legen. Forscher fanden heraus, dass der Blutgehalt an Cotinin - einem Abbauprodukt des Nikotins im menschlichen Körper - in direktem Zusammenhang mit der psychischen Labilität der untersuchten Personen stand. Dabei zeigten nicht nur Raucher, sondern erschreckenderweise auch Personen, die unter Passivrauch standen, stark erhöhte Cotininwerte und waren psychisch labiler als Nichtraucher.
 
Frau in kauernder Haltung mit Armen vor Beinen verschränkt
Rauchen hilft nicht bei Depression

Schlafstörungen durch Rauchen

Darüber hinaus raubt dir das Rauchen den Schlaf. Nikotin wirkt wie ein Aufputschmittel. Der Körper schüttet Adrenalin aus, was ihn in eine Art Alarmbereitschaft versetzt. Dir gelingt es zwar einzuschlafen, der erholsame und notwendige Tiefschlaf jedoch wird nicht erlangt. Rauchen und Schlafstörungen sind daher eng miteinander gekoppelt. Diese werden allerdings während der Nachtruhe nicht bemerkt und fallen - wenn überhaupt - nur durch eine vermehrte Tagesmüdigkeit auf. Vermehrte Gereiztheit und geringere Leistungsfähigkeit durch den Schlafverlust tragen dann ihren Teil zur herannahenden Depression bei. Der Teufelskreislauf ist perfekt. 
 

Rauchen als „Selbstmedikation“ verschlimmert die Depression

Auch andersherum wird ein Schuh draus: Besteht bereits eine Depression, ist unter allem Umständen vom Rauchen als Selbstmedikation abzuraten! Die Depression ist eine psychologische Erkrankung, die immer unter ärztlicher Aufsicht behandelt werden sollte. Alle bereits genannten Gründe treffen auch hier zu. Die Zigarettensucht beeinflusst Dich und Deine Gefühlwelt langfristig nur negativ! Die Zigarette als Selbstmedikation gegen schlechte Laune einzusetzen macht also in beiden Fällen keinen Sinn. Laut einer Studie sind Jugendliche von einer solchen Depression besonders betroffen. Stress in der Schule, Zukunftsängste oder Termindruck können bei einigen Heranwachsenden der Auslöser zum Griff zur Zigarette sein. Oftmals herrscht auch der Irrglaube, dass Nikotin die Konzentrations- und Lernfähigkeit steigert. Leider ist aber auch hier langfristig genau das Gegenteil der Fall. Rauchen schädigt nämlich die Blutgefäße im Körper, so auch die im Gehirn. Dort führt dies zu Leistungsverlust und auf längere Sicht zu geistigem Abbau oder gar Demenz. 
 
Frau hält Hände vors Gesicht, Hand streckt sich ihr entgegen
Du bist nicht allein - lass Dir helfen
 

Fazit

Rauchen als Maßnahme gegen schlechte Laune oder gar Depression einzusetzen, ist definitiv der falsche Weg. Die langfristigen Auswirkungen immer tiefer in die Depression zu rutschen, überschatten die kurze Besserung. Suche Dir andere Wege zur Stressbewältigung, die Dich wirklich glücklich machen. Stress und Rauchen verstärken sich nämlich nur gegenseitig. Umgib Dich mit Dingen, die Dir gut tun und suche Dir ein anderes Ventil für Deinen Alltagsfrust. Für jeden kann dies etwas Anderes sein, wie zum Beispiel Sport, Aufenthalte in der Natur, Kontakt zu anderen Menschen oder Tieren. Schaffe Dir Deine eigene kleine Wohlfühloase abseits des Alltags. Dies ist zudem auch der erste und ein wichtiger Schritt ganz mit dem Rauchen aufzuhören. Dir eine andere Art der Belohnung und des guten Gefühls zu suchen, hilft Dir bei Deinem Weg zum Nichtraucher.