Kräuterzigaretten - Hilfsmittel zur Rauchentwöhnung oder nicht?


Kräuterzigaretten gelten als weniger gesundheitsschädlich als „normale“ Zigaretten. Die Inhaltsstoffe wie Pfefferminze oder Eukalyptus klingen nach einer gesunden Alternative und die Kräuterzigarette wird sogar als Hilfsmittel zur Raucherentwöhnung angepriesen. Doch der Schein trügt – die Kräuterzigaretten, auch Kräuterretten genannt, sind trotzdem gesundheitsschädlich und keineswegs eine harmlose Alternative.

von Larissa Hillenbrand


Kräuterzigaretten – was ist das überhaupt?

Die Kräuterzigaretten haben sich seit Mitte der 70er Jahre in Deutschland verbreitet. Sie sollten damals den „Traum vom schadlosen Genuss“ erfüllen. Früher wurden die Kräuterzigaretten nur von einem Hersteller als Kräuterretten vertrieben und waren lediglich in Apotheken erhältlich. Heute gibt es sie von verschiedensten Produzenten. Kräuterzigaretten kaufen kann man mittlerweile an Tankstellen und auch online erhältlich. Was kosten Kräuterzigaretten? Der Preis variiert je nach Hersteller. Durchschnittlich kostet ein Päckchen 6,00€ - 8,00€.

 

Wusstest Du schon, dass...

  • ... auch Kräuterzigaretten der Tabaksteuer unterliegen? Auch wenn sie keinen Tabak enthalten zählen sie trotzdem zu Rauchwaren und werden auch so besteuert.


Im Gegensatz zu klassischen Zigaretten enthalten die Kräuterzigaretten keinen Tabak, sondern bestehen aus verschiedenen getrockneten Kräutern. Welche Kräuter sind als Tabakersatz geeignet? Folgende Kräuter dienen als Inhaltstoffe für Kräuterzigaretten:

  • Rosenblüten

  • Papaya

  • Haselnuss

  • Pfefferminze

  • Eukalyptus

Die tabakfreien Kräuterzigaretten sind damit nikotinfrei und sollen laut Werbeversprechen gesünder sein und sogar beim Rauchen aufhören helfen. Aber macht das fehlende Nikotin die Kräuterzigaretten wirklich weniger schädlich?


Sinnvolle Unterstützung beim Rauchstopp oder sind Kräuterzigaretten gefährlich?


In der Tabakentwöhnung wird vom Rauchstopp mit Kräuterzigaretten einhellig abgeraten. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe. Zum einen entstehen beim Rauchen von Kräuterzigaretten ähnliche Schadstoffe wie bei Zigaretten. Dazu zählen:

  • Benzol

  • Phenole

  • Schwermetalle

  • Kohlenstoffmonoxid

Diese werden mit dem Rauchen eingeatmet und schaden der Gesundheit. Beim Rauchen einer Kräuterzigarette wird etwa die gleiche Menge an Kohlenstoffmonoxid aufgenommen wie bei einer klassischen Zigarette. Kohlenstoffmonoxid bindet sich etwa 325-mal stärker an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin als Sauerstoff und vermindert so die Aufnahmefähigkeit von Sauerstoff. Die Folge ist eine Minderversorgung der Organe mit Sauerstoff. Kurz gesagt: Kohlenstoffmonoxid mindert die Fähigkeit des Blutes, Sauerstoff transportieren zu können. Zwar enthalten Kräuterretten kein Nikotin, sodass das Risiko für eine körperlich Abhängigkeit reduziert ist, doch psychisch können sie trotzdem abhängig machen bzw. eine vorhandene Abhängigkeit aufrecht erhalten. Das ist der zweite Grund, wieso das Vorhaben „rauchfrei mit Kräuterzigaretten“ nicht funktioniert. Das Rauchen von Kräuterzigaretten unterstützt das bekannte Ritual „Rauchen“. Du zündest etwas an, Du hast etwas in der Hand, Du ziehst an etwas und inhalierst Rauch. Die Sucht verlagert sich nur – von Zigaretten auf Kräuterretten. Du bist also vom nächsten Produkt zumindest psychisch abhängig und keinesfalls ein Nichtraucher.


Wie schädlich sind Kräuterzigaretten?


Kräuterzigaretten enthalten kein Nikotin und sind somit in diesem Punkt etwas bessergestellt als Zigaretten. Allerdings enthält der Rauch der Kräuterzigaretten ähnlich viele gesundheitsschädliche und insbesondere krebserzeugende Stoffe wie klassische Zigaretten. Giftige Stoffe wie Benzol oder Phenole werden durch die Inhalation aufgenommen. In einer Studie wurde sogar entdeckt, dass die Probanden nach dem Umstieg von der normalen Zigarette auf die Kräuterzigarette deutlich mehr rauchten als vorher. Damit sind die Kräuterzigaretten durchaus ähnlich schädlich wie Zigaretten. Außerdem sind die Langzeitfolgen des Rauchens von Kräuterzigaretten noch nicht ausreichend untersucht und damit ein unbekanntes Risiko.


Langfristig zum Nichtraucher mittels Verhaltenstraining


Da Kräuterzigaretten das Rauchritual aufrechterhalten und dazu noch gesundheitsschädlich sind, eignen sie sich nicht zur Raucherentwöhnung. Viel besser und effektiver hingegen ist ein Verhaltenstraining. Schließlich ist das Rauchen eine über Jahre hinweg antrainierte Gewohnheit und ein tiefsitzendes Ritual. Viele Alltagssituationen wie das Warten auf den Bus oder der Kaffee am Morgen sind fest mit der Zigarette gekoppelt. Diese Verbindung muss aufgelöst und die Zigarette mit gesünderen Alternativen ersetzt werden. So wird beispielsweise die Wartezigarette mit einem Spiel auf dem Smartphone und die Zigarette zur Belohnung mit einem heißen Bad ersetzt.

Raucherrituale mit Alternativen durchbrechen


Mit folgenden Alternativen kannst Du Deine Zigaretten ersetzen:

  • eine Runde um den Block gehen

  • mit Freunden telefonieren

  • Eine Tasse Tee oder Glas Wasser trinken

  • gutes Buch lesen

  • zuckerfreien Kaugummi kauen

  • Gemüsesticks snacken

  • das Lieblingslied hören

Aber Du musst den Weg zum Nichtraucher nicht alleine gehen. Professionelle Nichtraucherkurse unterstützen Dich dabei. Das geht auch ganz bequem online wie bei NichtraucherHelden.de . Du erfährst hier alle Hintergründe zu Deiner Tabakabhängigkeit und lernst, wie Du Dein Rauchverhalten nachhaltig veränderst. Dabei unterstützt Dich ein erfahrener Lungenarzt und Tabakentwöhner sowie eine aktive Community. Das Programm lässt sich in jeden Alltag integrieren und die Kosten werden sogar bis zu 100% von den Krankenkassen übernommen.

Kräuterretten und Kräuterzigaretten in der Schwangerschaft


Auch Kräuterzigaretten sind in der Schwangerschaft keine gesunde Alternative. Selbes gilt übrigens auch für E-Zigaretten und Tabakerhitzer. In Kräuterzigaretten sind Schadstoffe wie Teer und Kohlenmonoxid enthalten, die nicht nur Deinen eigenen Körper schaden, sondern auch der Gesundheit Deines ungeborenen Babys. Du solltest also gänzlich auf das Rauchen in der Schwangerschaft verzichten, egal ob klassische Zigarette, Kräuterzigarette oder Tabakerhitzer bzw. E-Zigarette .


Fazit – Auch Kräuterzigaretten sind schädlich


Leider sind auch Kräuterzigaretten keine gesunde Alternative zu „normalen“ Zigaretten. Auch sie enthalten gesundheitsschädliche Stoffe wie Benzol, Schwermetalle und Kohlenstoffmonoxid. Obwohl die Kräuterzigaretten ohne Nikotin erhältlich sind, eignen sie sich nicht zur Rauchentwöhnung. Das Ritual des Rauchens wird durch Kräuterretten aufrechterhalten. Somit wirst Du nicht mit Kräuterzigaretten zum Nichtraucher, sondern verlagerst lediglich Deine Sucht auf eine andere Rauchware. Ein erfolgreicher Rauchstopp gelingt mit einem Verhaltenstraining, indem Du gesunde Alternativen für Deine Raucherrituale findest und damit langfristig zum Nichtraucher wirst. Hierbei können professionelle Nichtraucherkurse wie der von NichtraucherHelden.de helfen.


Habt ihr schon mit den Kräuterzigaretten Erfahrungen gesammelt? Schreibt uns gerne Eure Geschichte in die Kommentare.

 

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Larissa Hillenbrand

Larissa ist studierte Medienwirtschaftlerin und Kommunikationsexpertin. Das Thema Gesundheit liegt ihr am Herzen und damit auch ein rauchfreies Leben. Sie begleitet Dich im Magazin auf dem Weg zum Nichtraucher und zum gesunden Lifestyle.

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