Rauchen und Stillen - Wie wirkt sich Rauchen in der Stillzeit auf das Baby aus?


Mütter wollen das Beste für ihr Baby – dazu gehört auch das Stillen. Wenn es möglich ist, sollen Babys gestillt werden, um von den positiven Effekten der Muttermilch zu profitieren. Aber wie ist das bei rauchenden Müttern? Wie wirkt sich Rauchen in der Stillzeit auf das Baby aus und ist Rauchen und Stillen überhaupt möglich? Natürlich ist ein Rauchstopp für alle das Beste, doch sollte das gar nicht möglich sein, gibt es einiges zu beachten, wie den richtigen Still- und Rauchzeitpunkt zu finden.

von Larissa Hillenbrand


Kann ich stillen, wenn ich rauche?

In der Stillzeit wieder rauchen – geht das? Jein – natürlich ist es am besten, wenn während der Schwangerschaft und auch darüber hinaus in der Stillzeit gar nicht geraucht wird. Aber das Stillen ist so wichtig für die Kindesentwicklung, dass auch rauchenden Müttern von der nationalen Stillkommission empfohlen wird, ihr Baby zu stillen. Natürlich ist das direkte Rauchen während dem Stillen tabu! Aber unter folgenden Voraussetzungen ist das Stillen auch für Raucherinnen möglich:

  • Zwischen dem Rauchen und Stillen muss ein bestimmter zeitlicher Abstand liegen.

  • Auch an der Kleidung und den Händen haften die Giftstoffe aus dem Zigarettenrauch. Nach dem Rauchen müssen also die Hände gewaschen und die Kleidung gewechselt werden.

Trotzdem sollte sich jede frischgebackene Mama überlegen, ob es nicht für ihr Kind und natürlich auch sie selbst besser ist, dauerhaft mit dem Rauchen aufzuhören. Auch gelegentlich Rauchen in der Stillzeit kann dem Kind schaden.


Was passiert, wenn man in der Stillzeit raucht?

Mütter, die stillen und rauchen, haben oftmals ein schlechtes Gewissen. Vielleicht ist ihnen in der Schwangerschaft der Rauchverzicht sogar gelungen, doch mit der Geburt fallen viele wieder zurück in ihre alten Muster. Dabei hat das Rauchen in der Stillzeit gleich mehrere negative Folgen für:

  • die Gesundheit der Mutter

  • die Milchbildung

  • Veränderungen der Muttermilch

  • die Gesundheit und das akute Wohlbefinden des Babys

Das Rauchen verändert die Milchbildung der Mutter. Bei einem Konsum von 10-15 Zigaretten pro Tag kommt es nicht nur zu einem späteren Milcheinschuss, sondern auch zu einer geringeren Milchproduktion. Je mehr Zigaretten geraucht werden, desto stärker ist dieser Effekt. Zudem verändert sich auch die Qualität der Milch. Es ist nachgewiesen, dass viele der giftigen Substanzen der Zigaretten auch in die Milch übergehen. So gelangen krebserzeugende Stoffe wie Dioxine, Benzpyren, Nitrosamine und Schwermetalle in die Muttermilch und damit in den Kreislauf des Babys. Auch Nikotin ist in der Muttermilch feststellbar – sogar in einer dreifach höheren Konzentration als im Blut der Mutter. Damit wird der Säugling unmittelbar diesen Schadstoffen ausgesetzt. Nikotin verändert auch den Geschmack der Milch, sodass die Babys schlechter trinken.

 

Wie lange bleibt Nikotin in der Muttermilch?

  • Das Nikotin in der Muttermilch baut sich schrittweise ab. Nach etwa 95 Minuten ist nur noch die Hälfte der Nikotinmenge in der Milch nachweisbar.


Wie gefährlich ist es, in der Stillzeit zu rauchen?

Das Rauchen in der Stillzeit oder sogar während der Schwangerschaft bleibt nicht ohne Folgen. So sind Säuglinge von Frauen, die schon in der Schwangerschaft stark rauchten, oft sehr unruhig, weisen häufiger Schlaflosigkeit auf, zeigen einen geringeren Saugreflex und ein reduziertes Saugvermögen. Außerdem leiden sie öfter an Koliken und Erbrechen. Dadurch ist die aufgenommene Milchmenge häufig kleiner. Dies kann den Stillanfang und das Stillen selbst deutlich schwieriger machen. Rauchen in der Schwangerschaft führt bei den Kleinen oftmals zu einem geringeren Geburtsgewicht, sodass schon der Start ins Leben des Babys erschwert wird. Kommt nun auch noch das Rauchen beim Stillen hinzu, hat es das Baby besonders schwer. Häufig nehmen die Babys während der Stillzeit langsamer an Gewicht zu, was die Frauen dazu verleitet, schneller abzustillen.

Rauchen und Stillen: Auswirkungen im Kindesalter

Das Ausmaß der Folgen durch das Rauchen und Stillen für das Kind hängt von der Konzentration der Schadstoffe in der Muttermilch und der individuellen Aufnahme im Darm des Babys ab. Es gibt zum Thema Rauchen und Stillen Studien, die sich mit den Folgeschäden beschäftigen. Die langfristigen Folgen sind nur sehr schwer abzuschätzen, es wird jedoch ein höheres Risiko für Krebserkrankungen befürchtet. Außerdem leiden Babys, die von rauchenden Müttern gestillt wurden, im Kindesalter häufiger an Atemwegserkrankungen, Mittelohrentzündungen, Lungenproblemen und sterben häufiger am plötzlichen Kindstod. Auch das Allergierisiko kann sich erhöhen. Vermutlich ist dafür nicht nur die Aufnahme der schädlichen Stoffe über die Milch, sondern auch das Passivrauchen verantwortlich. Daher sind Babys, in deren Anwesenheit geraucht wird, besonders gefährdet.

Wie lange darf man nicht stillen, wenn man geraucht hat?

Am besten ist es, während der Stillzeit überhaupt nicht zu rauchen. Das empfiehlt auch das Bundesministerium für Gesundheit. Falls das zu schwerfällt, sollte die Anzahl der gerauchten Zigaretten so weit wie möglich reduziert werden. Vor dem Stillen sollte mindestens eine Stunde nicht geraucht werden, damit sich zumindest das Nikotin in der Milch etwas reduziert. Andere toxische Substanzen brauchen für den Abbau aber deutlich länger. Daher hinterlässt auch das „ab und zu rauchen“ beim Stillen Schadstoffe in der Milch.

Rauchen in der Stillzeit - das musst Du beachten


Passivrauch: Was passiert mit dem Baby, wenn ich rauche?

Natürlich gefährdet nicht nur die mit Schadstoffen angereicherte Milch das Baby, sondern auch das Rauchen selbst. Daher sollte niemals vor dem Kind geraucht werden. Das gilt nicht nur für die Mütter, sondern auch für die Väter oder andere Betreuungspersonen. In der Wohnung sollte nicht geraucht und nach dem Rauchen müssen die Hände gewaschen und die Kleidung gewechselt werden. Auch an ihr hängen die Schadstoffe aus den Zigaretten, die dann durch Kontakt mit dem Baby an dieses weitergegeben werden. Diese Schadstoffaufnahme durch Kleidung, Haare oder Hände wird als „Third-Hand-Smoke“ bezeichnet.


Fazit: Rauchen und Stillen

Natürlich ist es am besten, das Rauchen in der Stillzeit ganz zu lassen. Sollte das aber nicht möglich sein, soll der Zigarettenkonsum so weit wie möglich reduziert werden. Es sollte außerdem natürlich nie direkt vor dem Kind geraucht werden und nach dem Rauchen müssen die Hände gewaschen und die Kleidung getauscht werden. Außerdem sollte eine Stunde Abstand zwischen Rauchen und Stillen liegen, damit sich zumindest der Nikotingehalt in der Muttermilch verringern kann. Trotzdem gelangen viele Schadstoffe über die Milch in den Körper des Babys und es können neben schlechter Gewichtszunahme, Schlafstörungen und Koliken auch im Kindesalter Folgeerkrankungen entstehen.


Wie hast Du es mit dem Rauchen während der Stillzeit geregelt? Schreibt uns Deinen Erfahrungsbericht in die Kommentare und berichte uns, ob Du das Rauchen aufhören geschafft hast.

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Larissa Hillenbrand

Larissa ist studierte Medienwirtschaftlerin und Kommunikationsexpertin. Das Thema Gesundheit liegt ihr am Herzen und damit auch ein rauchfreies Leben. Sie begleitet Dich im Magazin auf dem Weg zum Nichtraucher und zum gesunden Lifestyle.

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