Macht rauchen dicke Kinder?


Gemäß aktueller Forschungslage sorgt das Rauchen der Eltern währender der Schwangerschaft dafür, dass die Kinder später an Übergewicht leiden. Vielleicht klingt das für Dich unlogisch, doch es entspricht leider dem wissenschaftlichen Konsens. Doch, was hat es mit diesem Zusammenhang wirklich auf sich? Spielt die Menge der gerauchten Zigaretten eine Rolle?

von Dr. rer. nat. Yvonne Heilemann


Macht rauchen dicke Kinder?


Übergewicht - ein Risikofaktor

Sicherlich ist auch Dir bekannt, dass schlanke Menschen gesünder leben als dicke Menschen. Übergewicht wird mit einem erhöhten Risiko für eine ganze Reihe von Erkrankungen in Zusammenhang gebracht. Dazu gehören nicht nur Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose oder Herzinfarkt, sondern auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes. Gerade bei Kindern hat der Prozentsatz an Diabetikern in letzter Zeit erschreckend zugenommen. Dies wird mit dem erhöhten Anteil übergewichtiger Kinder in Verbindung gebracht. 
Doch Übergewicht ist nicht gleich Übergewicht. Gerade das Fett im Bauchbereich ist besonders gefährlich. Dieses Fett ist nämlich - im Vergleich zum Fett in anderen Körperregionen - stoffwechselaktiv und kann daher in Hinblick auf die Entstehung gefürchteter Erkrankungen besonders beitragen. 

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Doch, was führt überhaupt zu Übergewicht - gerade bei Kindern? Ein Grund liegt sicherlich in unseren veränderten Ernährungsgewohnheiten. Wir nehmen uns leider immer weniger Zeit für das Essen, greifen häufiger zu Fertigprodukten und naschen oftmals Süßes. Doch auch veränderte Freizeitgewohnheiten spielen in diese Problematik mit hinein. Viele Kinder verbringen den Hauptteil ihres Tages bei sitzenden Tätigkeiten, während sie kaum bis gar nicht sportlich aktiv sind. Doch gerade Sport verbrennt übermäßig zugeführte Kalorien. Unter diesen Umständen kann es also nur zu Übergewicht kommen. Doch dies sind nicht die einzigen Faktoren, die zu Übergewicht führen können. Es gibt auch weniger offensichtliche, aber dennoch bewiesene Einflussfaktoren.  

 

Studien zeigen: Rauchen und dicke Kinder hängen zusammen

Frauen wissen um den negativen Einfluss des Rauchens auf ihr ungeborenes Kind. Rauchen in der Schwangerschaft sollte absolut tabu sein. Dies passt ebenso wenig zusammen wie rauchen und Stillen. Trotz allem ignorieren Zehntausende Schwangere diese Gefahren und rauchen dennoch während der Schwangerschaft. So kommen jährlich in Deutschland rund 70.000 Babys zur Welt, die bereits im Mutterleib Rauch ausgesetzt worden sind. 
Seit einiger Zeit ist in Wissenschaftskreisen bekannt, dass das Rauchen der Mütter während der Schwangerschaft einen Einfluss auf die Gewichtsentwicklung ihres Kindes hat. Die Kinder rauchender Mütter besitzen zwar oftmals bei der Geburt ein kleineres Gewicht als die Babys von Nichtraucherinnen. Allerdings nehmen sie nach der Geburt häufig sehr rasch zu und überholen schnell schon ihre Altersgenossen im Körpergewichtsvergleich. Dies führt oftmals zu einem höheren Body Mass Index bei Kindern von Raucherinnen, die während der Schwangerschaft rauchten, im Vergleich zu gleichaltrigen Kindern von Nichtraucherinnen. Man vermutet des Weiteren, dass das Nervengift Nikotin einen nachhaltigen negativen Einfluss auf die Appetitregulation des Kindes haben kann. Amerikanische Forscher fanden heraus, dass Rauchen während der Schwangerschaft das Risiko des Kindes für Übergewicht um ca. 48 % erhöht.  

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Rauchen währender der Schwangerschaft schädigt kindliches Erbgut

Eine weitere Hypothese ist, dass das Rauchen während der Schwangerschaft sogar das Erbgut der Kinder schädigen kann und dadurch das Risiko für Übergewicht erhöht wird. Gerade in der Zeit als Embryo sowie der ersten Phase nach der Geburt, sind die Kleinen gegenüber Umwelteinflüssen, die das spätere Risiko für bestimmte Krankheiten erhöhen, besonders anfällig. Die Forscher untersuchten daher das Erbgut von Kindern, die Rauch ausgesetzt waren oder eben nicht. Diese Untersuchung erfolgte dabei direkt nach der Geburt sowie über mehrere Jahre bis hin zum Alter von 4 Jahren. Dabei konnten sie feststellen, dass sich bei den Kindern, die Rauch ausgesetzt waren, Veränderungen im An- und Abschalten bestimmter Gene ergaben. Dies kann zu Fehlregulierungen von Genen führen. Da auch Gene betroffen waren, die für Fettleibigkeit eine Rolle spielen, kann dies auch eine Erklärung für eine Erhöhung des Risikos für Übergewicht bei diesen Kindern sein. Interessant ist, dass diese Erbgutveränderung nicht nur direkt nach der Geburt, sondern auch noch Jahre danach bei den Kindern nachgewiesen werden konnten. Das Erbgut scheint das Rauchen also nicht aus dem Gedächtnis zu verlieren. 

  

Rauchende Väter sind ebenfalls eine Gefahr

Wichtig ist, dass nicht nur der Tabakrauch, dem Kinder direkt durch das Rauchen der Mutter währender der Schwangerschaft ausgesetzt sind, eine Rolle spielt. Auch der Passivrauch, den sie über einen rauchenden Vater während oder nach der Geburt empfangen, kann großen Schaden anrichten. Nun zeigt eine Studie, dass auch das Rauchen des Vaters hier durchaus Einfluss nimmt. Kinder von rauchenden Vätern hatten laut dieser Untersuchung mit acht Jahren einen um 3 cm größeren Bauchumfang als die Kinder von nichtrauchenden Vätern.  

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Fazit

Es fällt nicht schwer zu erkennen, dass nicht nur das Rauchen in Gegenwart von Kindern – sei es in der Wohnung oder rauchen im Auto – negative Gesundheitsauswirkungen auf die Kleinen nimmt. Auch schon der Rauch, dem sie während der Schwangerschaft durch die rauchende Mutter oder den rauchenden Vater ausgesetzt sind, hinterlässt tiefe Spuren. Diese beziehen sich nicht nur auf ein erhöhtes Risiko bestimmter Erkrankungen wie Asthma & Co., sondern auch Übergewicht ist laut aktueller Studienlage unter diesen Kindern weiter verbreitet. Biete Deinen Kindern einen gesunden Start ins Leben, indem Du das Rauchen sein lässt. Damit bist Du auch nach der Geburt ein Vorbild für Deine Kinder.
 

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Dr. rer. nat. Yvonne Heilemann

Yvonne ist seit vielen Jahren in Wissenschaft und Forschung tätig. Mit aktuellen Studien und neuesten Erkenntnissen rund um die Themen Gesundheit, Rauchen und Ernährung kennt sie sich bestens aus. Gerne möchte sie ihr Wissen mit Euch teilen.