Eine Nikotinvergiftung kann lebensgefährlich sein


Rauchen ist gefährlich - das ist für Dich nichts Neues. Doch die lauernde Gefahr der Nikotinvergiftung ist Dir nicht bewusst. „Was soll schon passieren, wenn ich mal eine Zigarette rauche? Davon bekomme ich doch keine Vergiftung!“ Doch dabei ist Dir nicht klar, dass eine Nikotinvergiftung durch unsachgemäßes Handeln, wie das Verschlucken von Zigaretten, lebensgefährlich sein kann. Noch weniger ist Dir klar welche Risiken es birgt, wenn Du Deine Zigaretten nicht sorgfältig und sicher aufbewahrst. Zigaretten und Tabak sind für Kinder nichts, doch das wissen die Kleinen nicht. Alles was sie sehen ist, wie Du Dir den Glimmstängel zwischen die Lippen steckst und genüsslich daran ziehst. Was genau eine Nikotinvergiftung so gefährlich macht und wie Du Dich richtig verhältst, wenn Du einmal damit konfrontiert bist, erfährst Du hier in diesem Artikel.

von Alena Fricker


Nikotinvergiftung durch Verschlucken ist eine Gefahr

Wie der Name schon verrät, steckt hinter dem Begriff Nikotinvergiftung eine toxische Reaktion des Körpers auf eine Überdosis Nikotin. Nikotin ist ein Nervengift, das sich besonders auf die Atemwege und das Nervensystem auswirkt. Das Gift wird neben den Atemwegen ebenso schnell über die Schleimhäute aufgenommen. Dies macht eine orale Aufnahme genauso gefährlich wie Rauchen an sich. Symptome einer Nikotinvergiftung sind allgemeine Vergiftungsanzeichen wie Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, was sie schwer zu erkennen machen kann. Schwere Formen können zu Zittern, Krampfanfällen, Kreislaufzusammenbrüchen und Atemlähmung oder Herzstillstand führen. Hier ist also allerhöchste Vorsicht geboten! 

Nikotin wurde früher als Insektizid eingesetzt, weshalb eine Aufnahme über die Atemwege oder die Haut häufig war. Dass Nikotin durchaus auch heute eine bedeutende Vergiftungsgefahr darstellt, belegen die Zahlen. 2006 wurden dem Giftnotruf Erfurt 157 Vergiftungsfälle auf Grund von Nikotin gemeldet. Die meisten dieser Fälle waren zum Glück nur leichte Vergiftungen, betrafen jedoch hauptsächlich Kinder! Das Verschlucken von Tabak oder Nikotinkaugummis war dabei die häufigste Ursache für die Vergiftung. Mit der Einführung der E-Zigaretten kam eine weitere Gefahrenquelle hinzu. Im Jahr 2011 wurden in Nordrhein-Westfalen zwei akute Fälle von Nikotinvergiftung durch E-Zigaretten Liquids gemeldet. Die Dunkelziffer der Vergiftungen, die weniger ausgeprägte Symptome aufweisen, ist in Deutschland recht hoch, da leichte Formen einer Nikotinvergiftung häufig unerkannt bleiben.

Besonders Kinder sind durch Nikotinvergiftung gefährdet

 

Die Dosis macht das Gift

Dabei ist die Dosis wirklich entscheidend! Für einen Erwachsenen ist eine Menge an 0,5 bis 1 Milligramm Nikotin pro Kilogramm Körpergewicht tödlich. Dies entspricht einer oralen Aufnahme von 35 Milligramm bei einem 70 Kilogramm schweren Erwachsenen. Bei Kindern ist besonders Vorsicht geboten, da eine Nikotinvergiftung schneller zu erreichen ist! Die tödliche Menge beträgt hier nur ein Zehntel der Dosis bei Erwachsenen und liegt bei nur 0,1 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Dies ist besonders gefährlich, da eine Zigarette mit ca. 1 Gramm Tabak bereits 15 bis 25 Milligramm Nikotin enthält und somit schon im Bereich der tödlichen Dosis liegt.

 

Was tun im akuten Notfall bei Nikotinvergiftung?

Eine noch größere Gefahr stellen aber E-Zigaretten dar. Fertige Liquids enthalten zwar die gleiche Menge an Nikotin wie Tabakzigaretten, wirken jedoch wesentlich anziehender auf Kinder. Kinder in Raucherwohnungen unterliegen also einer ständigen Gefahr des Risikos einer Nikotinvergiftung. Meist sind sie in farbigen Gefäßen oder leicht verschluckbaren Kapseln abgefüllt und enthalten verschiedenste Geschmackrichtungen wie Schokolade oder fruchtigen Aromen, die für Kinder besonders attraktiv sind. Wer seine Liquids selbst mischt, muss besonders gut auf eine sichere Verwahrung achten, da das Nikotin hier in konzentrierter Menge gelagert wird! Doch wie handelst Du, wenn Dein Kind Deinen Zigaretten- oder Liquidvorrat geplündert hat? Befolge im akuten Notfall die folgenden Maßnahmen:

 

Maßnahmen im akuten Notfall einer Nikotinvergiftung

  • Giftinformationszentrum anrufen zur Einschätzung der Gefährdung und um weitere Anweisungen zu erhalten, z.B. einen Arzt zu konsultieren

  • Beim Auftreten von Symptomen wie wiederholtes Erbrechen, Kreislauf- und Bewusstseinsstörungen: Noturf verständigen

  • Den Betroffenen nicht zum Erbrechen bewegen. 

  • Den Betroffenen nicht mehr als ein Glas stilles Wasser trinken lassen, um den Verdauungstrakt nicht zu überfordern.

Mit dem Rauchen Aufhören

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Bei starken Symptomen und einem akuten Notfall solltest Du einen Arzt konsultieren. Gerade im akuten Notfall solltest Du Dich nicht davor scheuen einen Notarzt zu rufen, denn eine Nikotinvergiftung kann eine Lebensgefahr in sich bergen. Sprich im Vorfeld auch mit Deinem behandelnden Arzt über mögliche Vorsichtsmaßnahmen und Handlungsoptionen im Akutfall.

Fazit

Nikotin stellt neben den bekannten Risiken des Rauchens auch eine Vergiftungsgefahr durch Verschlucken dar. Die Gefahr einer Nikotinvergiftung ist nicht zu unterschätzen. Dabei sind vor allem Kinder durch unachtsames Lagern von Tabak, Zigarettenstummeln, Nikotinpflastern oder E-Zigaretten Liquids gefährdet. Letztere sind für Kinder durch ihre farbige Aufmachung und dem Zusatz von Aromen besonders anziehend. Stelle deshalb sicher, dass Deine Tabakwaren sicher verstaut sind. Geschieht es dennoch einmal, dass Dein Kind Nikotin aufnimmt, bewahre Ruhe und verständige sofort den Giftnotruf. Dies ist ebenso eine Nummer die Du immer parat haben solltest! Wenn Dir das Risiko dennoch zu groß ist, dann fasse jetzt den Entschluss und werde mit uns zum Nichtraucherhelden!

 

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Alena Fricker

Alena begeistert das Thema Ernährung und Gesundheit schon seit vielen Jahren beruflich, als auch privat. Nach ihrem erfolgreichen Studium der Ernährungswissenschaft, ist sie nun in der Wissenschaft und Forschung tätig. Als Pilatestrainerin ist sie es gewohnt zu motivieren und anderen zu helfen, stets ihr Bestes zu erreichen. Ihr fachliches Wissen und ihre Motivation, selbst den healthy lifestyle -natürlich ohne Rauchen- zu leben, möchte sie hier mit euch teilen.

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