Trotze der Aufschieberitis beim Rauchen aufhören


„Morgen, morgen nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.“ Nicht nur beim Thema Rauchen aufhören, trifft dieser Spruch leider viel zu häufig und auf zu viele Menschen zu. Nur noch diese eine letzte Zigarette oder nur noch diesen einen letzten Monat, dann, aber dann höre ich wirklich auf. Glaubst Du Dir das so langsam schon selbst nicht mehr? Dann wird es auch für Dich höchste Zeit der Aufschieberitis auf den Grund zu gehen und diese zu überlisten? Wir zeigen Dir hilfreiche Tipps und Tricks.

von Dr. rer. nat. Yvonne Heilemann


Phänomen Aufschieberitis 

Du kennst sicherlich auch Situationen, in denen Du Dich vor wichtigen Aufgaben oder Erledigungen drückst, im letzten Moment einen Rückzieher machst oder Dir sagst, das reicht auch morgen noch. Man spricht von Aufschieberitis oder Vertagen. Klar ist aber auch, dass Du dadurch das Problem nur verschiebst, nicht aber löst. Irgendwann wird der Problemberg so hoch, dass Du kaum mehr darüber hinweg sehen kannst. So weit solltest Du es auf keinen Fall kommen lassen. Aufschieberitis ist ein Phänomen, das uns innerlich blockiert und daran hindert etwas weniger liebsame Dinge zu erledigen oder den inneren Schweinehund siegen lässt, der uns zur Faulheit und Gewohnheit hin erzieht. Neuland haben wir oft nicht so gern, schließlich wissen wir nicht, was uns erwartet und ob sich der Aufwand lohnt dieses Neuland zu betreten. Doch denke einmal darüber nach, wie oft eine solche Entscheidung schon Gutes in Deinem Leben mit sich gebracht hat. In manchen Situationen, wie beim Rauchenaufhören, kann die Aufschieberitis sogar drastische gesundheitliche Folgen haben. Hier dürfen wir unseren inneren Unsicherheiten und Ängsten keinesfalls die Oberhand geben, sondern müssen klare Prioritäten setzen. 

 

Gründe für Aufschieberitis beim Rauchen aufhören

Sucht

Raucher schieben oft die Sucht selbst als Hauptgrund gegen den Rauchstopp vor. Sie sagen die Sucht hindere sie daran die Zigaretten wegzulegen. Sicherlich ist es kein einfacher Schritt über die Schwelle vom Raucher zum Nichtraucher zu treten. Aber es gibt zahlreiche psychologische, beraterische und falls nötig auch medikamentöse Hilfsmittel, die Dir helfen die Sucht über Bord zu werfen. 

Ängste

Viele Raucher haben Angst davor mit dem Rauchen aufzuhören. Dies sind zum größten Teil unbegründete Ängste wie ein aktuell anstrengender Lebensabschnitt, zu viel Stress im Job, Unmut oder die Zigarette als soziales Verbindungsglied zu anderen Rauchern. In Wirklichkeit hilft Dir die Zigarette in all diesen Lebenslagen nicht - sie ist nur eine vermeintliche Hilfe. Bekannt ist, dass das Nikotin im Zigarettenrauch zwar tatsächlich auf Deine Nervenzellen einwirkt, jedoch stillt es nur den Durst nach Nikotin, den das Rauchen selbst ausgelöst hat. Ohne Rauchen besteht diese Gier gar nicht, und Du kannst Dir viel Stress ersparen. Schau doch mal, wie viele Nichtraucher ein glückliches und zufriedenes Leben führen - das kannst Du doch auch. Um Stress und Ärger zu bewältigen ist das Rauchen keine Lösung, hier gibt es bessere Bewältigungsstrategien und Techniken der Belohnung beim Rauchen aufhören.

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Weitere Gründe wie die Angst vor möglichen Entzugserscheinungen oder der Gewichtszunahme nach dem Rauchstopp sollten Dich ebenso wenig daran hindern mit dem Rauchen aufzuhören. Studien und Praxisbeispiele zeigen, dass sich die Entzugserscheinungen weitgehend in Deinem Kopf abspielen und Du mit den richtigen Techniken und professioneller Hilfe kaum bis keine Entzugserscheinungen haben wirst. Wenn überhaupt halten diese nur wenige Tage bis Wochen an und schon ist der Spuk vorbei. Viel schlimmer wäre es hier doch später einmal mit den schmerzhaften Folgen von Raucherkrankheiten umgehen zu müssen, oder nicht!? Rauchen aufhören und zunehmen - das muss nicht so. Die so oft befürchtete Gewichtszunahme nach dem Rauchstopp spielt sich oft nur im Bereich von maximal 5 Kilogramm ab. Aber auch diese kannst Du mit den richtigen Methoden und entsprechender Unterstützung mit Leichtigkeit umgehen. Mache Dir Deine Ängste bewusst und beschäftige Dich mit ihnen. Nur so kannst Du Dich ihnen stellen und sie letztlich überwinden. Du wirst sehen, wie befreiend das sein wird. 

Unwissen

Vielleicht ist es aber auch das fehlende Wissen darüber, wie Du den erfolgreichen und dauerhaften Rauchstopp anpacken sollst, das Dich vom Rauchen aufhören abhält. Oder Du hast bereits erfolglose Versuche des Rauchstopps hinter Dir? Lass Dich davon nicht abschrecken, dies ist menschlich und kein Grund aufzugeben. Du musst nur Mut haben diesen ersten Schritt zu gehen - und Dir Profis an die Hand zu holen. Sie beraten Dich gerne bezüglich all Deiner Zweifel und Probleme und unterstützen Dich in allen Phasen des Rauchstopps. So gehst Du Deinen Weg zum Nichtraucher fast wie von allein.

 

Setze Dir einen Stichtag für den Rauchtopp

5 Tipps gegen Aufschieberitis

1. Setze Dir einen Stichtag

Setze Dir unbedingt Deinen Tag X, an dem Du mit dem Rauchen aufhören willst. Nur so kannst Du Deinen Nichtraucher Plan erfolgreich durchziehen. Sonst kann es schnell passieren, dass Du Dein Ziel auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschiebst. Markiere Dir diesen persönlichen Tag X dick und fett in Deinem Kalender. Er sollte möglichst nicht weiter als 4 Wochen entfernt liegen. Je länger Du mit der Realisierung Deines Nichtraucherprojektes wartest, desto unwahrscheinlicher wird nämlich seine Umsetzung und sein Erfolg. 

 

2. Gründe notieren

Raucher können zahlreiche Gründe nennen, die sie daran hindern mit dem Rauchen aufzuhören. Doch dass ebenso viele, nein sogar zig mehr Gründe gibt, die vielmehr für einen Rauchstopp und den rauchfreien Weg sprechen, blenden sie dabei einfach aus. Schreibe Dir am besten alle Gründe, die für den Rauchstopp sprechen auf und filtere die 10 Gründe, die ganz individuell Deine Hauptgründe sind, die gegen das Rauchen sprechen. Pinne sie Dir an den Kühlschrank, so dass Du immer daran erinnert wirst. Dies können vordergründige und offensichtliche Punkte sein wie gesundheitliche Aspekte, der Schutz vor Raucherkrankheiten, kosmetische Gründe wie ein schöneres Hautbild, kein Rauchgestank mehr, aber auch nicht ganz so schnell ersichtliche Punkte. Zu Letzteren zählen zum Beispiel, dass Du für Deine Kinder, Neffen/Nichten oder Enkelkinder eine Vorbildfunktion haben solltest, Du ohne das Rauchen eine Menge Geld sparst und Du Dir ganz neue Optionen eröffnest. 

 

3. Genau informieren

Nachdem Du genau analysiert hast, was Dich am Rauchstopp hindert, kannst Du Dich diesen Problemen bewusst stellen. Informiere Dich auch genau darüber, was mit und nach dem Rauchstopp auf Dich zukommt. Dies nimmt Dir die Ungewissheit und zeigt Dir, dass alles halb so wild sein wird. Auch der Austausch mit Gleichgesinnten kann hier hilfreich sein. Versuche aus der wie eine Mammutaufgabe erscheinenden Aufgabe mehrere kleine Teilschritte zu machen. Schau Dir hierzu am besten unsere Phasen der Raucherentwöhnung an. Sie zeigen Dir auf, dass es jedem gleich geht auf diesem Weg und Du kannst Teilerfolge verzeichnen. Dies motiviert Dich.

 

4. Binde Deine Umwelt ein - motiviere Dich

Erzähle möglichst vielen Freunden und Bekannten davon, dass Du am Tag X mit dem Rauchen aufhören möchtest. Dies verschafft Dir Unterstützung und Motivation in Deinem Vorhaben, sowie auch ein bisschen notwendigen Druck. Sorge immer dafür, dass Du und Deine Umwelt dich loben. Lob ist der Schlüssel zum Erfolg, Zweifeln führt zum Misserfolg. Honoriere auch kleine Erfolge gebührend, und belohne Dich. Sei nicht zu kritisch mit Dir selbst und denke daran, dass niemand perfekt ist. 

Zusammenhalt und Unterstützung motivieren Dich



5. Nutze die Macht der Gedanken und behalte das Ziel im Auge

Überliste Dich selbst und konzentiere Deine Gedanken auf die Gründe für und nicht gegen den Rauchstopp. Bringt Rauchen aufhören Vorteile? Die Antwort ist ein klares JA! Halte Dir immer vor Augen, dass der Rauchstopp nur Vorteile für Dich bringt. Nur dann kommst Du ans Ziel! Stelle Dir vor eine Theatervorstellung ganz entspannt und Gedanken an die nächste Zigarette erleben zu können, oder endlich einmal einen Langstreckenflug wagen zu können ohne Angst zu haben ihn ohne Nikotin nicht zu überstehen. Atme einmal tief durch und denke daran, wie viel intensiver und freies dieses Atmen nach Deinem Rauchstopp sein wird. Du wirst ein ganz neuer Mensch, der die Freiheit neu kennenlernen darf - das solltest Du Dir nicht entgehen lassen. Sage Dir immer, dass Du es schaffst, statt zu denken „das kann ja nichts werden“.

Zeige der Aufschieberitis den Kampf an und gewinne ihn

Wie viel zahlt Deine Krankenkasse am Nichtraucher-Kurs? Je nach Kasse werden Dir bis zu 100 % der Kosten erstattet.

 
Vielleicht denkst Du, dass es nach jahrzehntelangem Rauchen nun auch nicht mehr darauf ankommt, ob Du noch ein paar Monate mit dem Rauchstopp wartest. Aber dies ist ein Trugschluss - jeder weitere Tag ist verlorene Lebenszeit! „Was Du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.“, heißt ein altes Sprichwort, das auch beim Thema Rauchstopp goldrichtig ist. Du solltest nicht erst dann an den Rauchstopp denken, wenn Dein Arzt Dich aus gesundheitlichen Gründen dringend dazu drängt oder Deine Frau nicht mehr locker lässt. Nie mehr rauchen, das ist Dein Ziel. Du hast sicherlich auch jetzt schon genügende Schmerzen, die es Dir leicht machen Dich für den Weg zum Nichtraucher zu entscheiden - sei es der Geldbeutel, die Gesundheit, die mangelnde Freiheit oder, oder, oder. Geh also direkt heute den ersten Schritt!

 

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Dr. rer. nat. Yvonne Heilemann

Yvonne ist seit vielen Jahren in Wissenschaft und Forschung tätig. Mit aktuellen Studien und neuesten Erkenntnissen rund um die Themen Gesundheit, Rauchen und Ernährung kennt sie sich bestens aus. Gerne möchte sie ihr Wissen mit Euch teilen.