Gesicht und Zahl 18
Rauchen ab 18 oder doch lieber erst mit 21 Jahren?

Rauchen in Deutschland

Von 1951 bis 2007 galt in Deutschland die Grenze von 16 Jahren, um in der Öffentlichkeit Tabak zu konsumieren. Bis dahin galt zwar ein Konsumverbot in der Öffentlichkeit für Unter-16-Jährige, jedoch kein Verkaufsverbot. Seit dem 1.September 2007 sind der Konsum und die Abgabe von Tabakwaren nur noch an volljährige Personen gestattet. Die Aktualisierung des Jugendschutzgesetzes ging mit weiteren Maßnahmen einher, die das Raucherverhalten der Bevölkerung einschränken sollten. So entstanden etwa zeitgleich Beschlüsse der Bundesregierung zu Rauchverboten in Gaststätten und öffentlichen Gebäuden. Die Anhebung des Mindestalters des Zigarettenkonsums ist damit Teil eines Präventionsprogrammes und soll einerseits den Gesamtkonsum von Tabakwaren senken, aber auch Gebrauch durch Minderjährige verhindern. Dem Schutz von Kindern und Jugendlichen kommt dabei besondere Wichtigkeit zu, denn wer in jungen Jahren mit dem Rauchen beginnt, wird auch im Erwachsenenalter mit höherer Wahrscheinlichkeit Raucher bleiben. Maßnahmen wie Rauchverbote für Minderjährige erschweren den Zugang und stellen gemeinsam mit gesundheitlicher Aufklärung und Rauchverboten in der Öffentlichkeit effektive Mittel zur Konsumsenkung dar. Das Verbot gilt seit 2016 ebenfalls für nikotinhaltige aber auch nikotinfreie E-Inhalationsprodukte wie zum Beispiel E-Zigaretten. Denn auch das Dampfen der Zigarettenalternativen fördert die Rauchgewohnheit und ist aufgrund der Entstehung verschiedener krebserregender Produkte alles andere als unbedenklich.

 

Rauchen auf Hawaii

Der US-Staat Hawaii führte als erster Staat ein Rauchalter von 21 Jahren ein und setzt damit einen neuen Trend in Sachen Gesundheitspolitik in Gang. Besitz und Konsum von Tabakwaren unter dem genannten Mindestalter ist seit 2016 gesetzlich untersagt. Im selben Jahr zogen mit Kalifornien und New York weitere US-Bundesstaaten nach und reagierten damit auf die Forderungen verschiedener Ärzteverbände, die schon seit längerem für strengere Gesetze für den Gebrauch von Tabakprodukten plädierten. Auch die Nikotinsucht unter Jugendlichen stellt ein erhebliches Problem dar. Denn auch in den vereinigten Staaten ist Rauchen Ursache Nummer eins für viele Krebsarten, Herzkreislauferkrankungen und Schlaganfälle. 500.000 Menschen sterben allein in den USA an den Folgen des Rauchens. Doch die Altersgrenze von 21 Jahren geht vielen noch nicht weit genug. So stehen auf Hawaii Forderungen im Raum, das legale Rauchalter bis 2024 schrittweise auf 100 Jahre anzuheben, was einem kompletten Rauchverbot gleichkäme.

Jugendliche, die raucht
Viele Jugendliche beginnen schon früh mit dem Rauchen

Entwicklung in Deutschland

Auch in Deutschland wird die Debatte geführt, wie nicht nur Jugendliche sondern auch junge Erwachsene besser vor der Sucht nach Tabakprodukten geschützt werden können. Der Verkauf von Tabak in der Nähe von Schulen und Kitas ist schon seit längerem streng reguliert. Doch auch Personen über 18 Jahren profitieren von gesundheitspolitischen Maßnahmen nach amerikanischem Vorbild. Der Schutz der jugendlichen Gesundheit sollte jedoch nicht beim aktiven Rauchen aufhören. Denn auch Passivrauchen stellt eine erhebliche Gesundheitsgefahr dar. Dieses Risiko wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO sehr hoch eingeschätzt. So sei jeder 100. Todesfall auf Passivrauchen zurückzuführen. Daher verbieten bzw. sanktionieren bereits einige Länder das Rauchen im Auto, sofern minderjährige Mitfahrer anwesend sind. Hierzu gehören neben Österreich unter anderem Australien, Kanada, die USA und Südafrika. Europäische Länder wie Frankreich und Italien beschränken sich auf Kinder unter 14 Jahren, Griechenland auf Kinder unter 12 Jahren. In Deutschland ist das Rauchen im Auto immer noch uneingeschränkt erlaubt, ungeachtet der Insassen. Angesichts der Gesundheitsgefahr, die sowohl durch den Zigarettenrauch als auch durch die Ablenkung im Straßenverkehr ausgeht, hat Deutschland im internationalen Vergleich noch Nachholbedarf. 

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Insgesamt ist die Anhebung des Rauchalters als positiv zu bewerten und geht einher mit weiteren Maßnahmen, die in der Summe die Rauchquote erfolgreich senken konnten. Rauchen ab 21 wäre ein weiterer denkbarer Schritt zu einer besseren Krankheitsprävention.