Pfeife rauchen - ein "Genuss" mit Folgen


Dem ein oder anderen ist das Bild des Großvaters beim Pfeife rauchen bekannt. Nach getaner Arbeit wurde die Pfeife gestopft und sich entspannt im Schaukelstuhl zurückgelehnt. Die Pfeife war hierbei die Belohnung und sollte für Ruhe und Entspannung sorgen. Auch in Filmen wird gerne mit dem Symbol der Pfeife gespielt. In den bekannten Fantasyfilmen „Der Herr der Ringe“ oder „Der Hobbit“ rauchen immer die Guten eine Pfeife. So wird der Pfeife unter allen Tabakprodukten ein eher positiver Charakter zugesprochen. Doch auch dahinter verbergen sich Schattenseiten, die Du Dir durchaus bewusst machen solltest, bevor du zum vermeidlichen Genussmittel greifst. Welche das genau sind, erfährst Du hier bei uns.

von Alena Fricker


Positives Image des Pfeiferauchens

Das Image von Pfeifenrauchen unterscheidet sich von herkömmlichen Zigarettenrauchern. Im Internet finden sich ganze Seiten, die die Philosophie des Pfeife Rauchens predigen. So sollen Pfeifenraucher nett, neugierig und gesellig sein. Sie seien die Genießer unter den Rauchern, welche mit Bedacht und Wissen den richtigen Tabak wählen um lange Zeit Freude und Genuss zu verspüren, anstatt sich dem kurzen und süchtigen Vergnügen, dem schnöde Zigarettenraucher unterliegen, hinzugeben. Dabei wird das Pfeife rauchen oft gleich gesetzt mit anderen Genussmitteln wie Whiskey oder Gin, die man sich abends zur Entspannung genehmigt, um abzuschalten. Dieses Muster geht mittlerweile weit über alle Altersgrenzen hinaus. Jungen Männern gefällt vor allem das Image als Individualisten, die sich nicht gerne etwas sagen lassen. Vom Kauf der eigenen Pfeife inklusive des Zubehörs, über den richtigen Tabak, bis hin zum speziellen Reinigungsset. Alles muss stimmen und möglichst individuell sein. Wer so viel Zeit und auch Geld investiert wird sich wohl zuvor genügend Gedanken gemacht haben, ob es diesen Aufwand und das Risiko wert ist? 

 

Pfeife rauchen ist längst nicht mehr auf ältere Männer beschränkt

Pfeifenrauchen ist nicht weniger gefährlich als Zigaretten rauchen

Das Rauchen einer Pfeife unterscheidet sich hauptsächlich in zwei Sachen vom Rauchen einer Zigarette: der Zeit und der Häufigkeit. Während Zigaretten meist mehrfach über den Tag verteilt geraucht werden und eine Zigarette in ca. 10 Minuten zu Ende geraucht ist, beschränkt sich das Pfeifen rauchen auf einen genau gewählten Zeitpunkt. Um eine Pfeife zu rauchen, müssen Vorbereitungen getroffen werden, wie zum Beispiel das Stopfen der Pfeife oder das richtige Anbrennen. Ebenso dauert das Rauchen einer Pfeife deutlich länger. Geht der Tabak aus, kann man ihn einfach wieder anzünden und weiter rauchen, so dass gut mal eine Stunde vergehen kann. Dadurch kommt ein durchschnittlicher Raucher mit einer Schachtel Zigaretten am Tag ungefähr auf die gleiche Menge an Nikotin wie ein Pfeifenraucher, der eine einzige Pfeife pafft. 

 

Wusstest Du schon, dass...

  • ... Pfeifen- und Zigarrentabak enthält zwar weniger Zusatzstoffe, wie Abbrennhilfen, die Zigarettentabak beigemischt werden. Aber: Dennoch ist Pfeifentabak in seiner Wirkung genauso schädlich!


Pfeifenraucher erkranken häufiger an Krebs im Mund- und Rachenraum

Der Umstieg von Zigaretten auf die Pfeife schützt Dich leider nicht vor einem erhöhten Krebsrisiko. Schon 1999 fanden Forscher in einer Studie mit über 12 000 Teilnehmer heraus, dass das Rauchen von Pfeifen das Risiko für Krebs 8-fach erhöht. Dies ist zwar weniger als bei Zigarettenrauchern, welches 15-fach erhöht ist, aber dennoch ein gewaltiger Unterschied im Vergleich zu Nichtrauchern. Diese Wirkung wurde zudem kürzlich bestätigt. In einer Studie von 2018, in der 350 000 Probanden über 25 Jahre hinweg befragt wurden, wiesen selbst reine Pfeifenraucher ein stark erhöhtes Sterberisiko an Tabak-assoziierten Krebsarten auf. Dabei sind vor allem folgende Körperbereiche und Organe vom Krebs betroffen:

      • obere Atemwege

      • Verdauugsorgane

      • Speiseröhre

      • Mund- und Rachenraum

      • Bauchspeicheldrüse

Somit verlagert sich das Problem lediglich. Das Risiko der Krebsentstehung in den oberen Atemwegen und der Mundhöhle resultiert aus dem Inhalationsverhalten beim Rauchen der Pfeife. Pfeifen werden gepafft und nicht auf Lunge geraucht. Der Rauch wird zusätzlich länger im Mund behalten, damit die Aromen des Tabaks besser wahrgenommen werden können. Somit wird der "Genuss" zur größten Falle!

 

In der Häufigkeit des Genusses liegt die Gefahr

Letzten Endes kommt es wie so oft auf die Menge an. Wird die Pfeife wirklich selten geraucht hält sich das Risiko in Grenzen. In beiden Studien wurde das Risiko größer je häufiger und je länger geraucht wurde, unabhängig davon ob Zigarette oder Pfeife. Soll die Pfeife wirklich nur als Genussmittel dienen, gilt auch hier ähnlich wie bei Alkohol, Süßigkeiten oder Fast Food, in Maßen bewusst genießen. Dies soll aber kein Freibrief für die Pfeife sein. Der beste und gesündeste Weg ist und bleibt es Nichtraucher zu sein. 

 

Pfeifen und Zubehör als Kult und Hobby

Fazit

Wenn Du Dich entschlossen hast die Reisleine komplett zu ziehen und dein Krebsrisiko nicht weiter erhöhen zu wollen, dann ist der Umstieg von Zigaretten auf Pfeifen keine Alternative für Dich. Dein Risiko sinkt dadurch nicht, sondern du verlagerst nur das betroffene Organ. Die einzige Art Dein erhöhtes Krebsrisiko jetzt zu senken ist der Rauchstopp. Beide genannten Studien zeigten, dass die Raucherentwöhnung das Risiko wieder senken kann. Je früher damit angefangen wurde, desto besser standen die Chancen. Also nicht verzagen und jetzt den Absprung schaffen mit unserer Hilfe.

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Alena Fricker

Alena begeistert das Thema Ernährung und Gesundheit schon seit vielen Jahren beruflich, als auch privat. Nach ihrem erfolgreichen Studium der Ernährungswissenschaft, ist sie nun in der Wissenschaft und Forschung tätig. Als Pilatestrainerin ist sie es gewohnt zu motivieren und anderen zu helfen, stets ihr Bestes zu erreichen. Ihr fachliches Wissen und ihre Motivation, selbst den healthy lifestyle -natürlich ohne Rauchen- zu leben, möchte sie hier mit euch teilen.

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