Raucherhusten? - Durch Rauchstopp dem Rauchen etwas husten


Ungefähr ein Drittel der mehrjährigen Raucher leidet unter starkem Husten mit schleimigem Auswurf, der vor allem morgens auftritt. Oft ist daher auch vom klassischen Raucherhusten die Rede. Viele Raucher halten diesen Husten jedoch fälschlicherweise für unbedenklich. Warum der Raucherhusten durchaus gefährlich sein kann, erfährst Du hier.

von Alexander Seifried


Was ist Raucherhusten?

Der Raucherhusten steht umgangssprachlich für einen starken Husten, der vorrangig bei Rauchern auftritt. Demnach ist der Raucherhusten keine medizinische Diagnose, sondern vielmehr ein Symptom, das auf eine Erkrankung der Lunge hindeuten kann. Dabei hustet der Raucher oftmals Schleim aus, der in der Lunge als Reaktion auf das Tabakrauchen gebildet wird. In Deiner Lunge befinden sich kleine Härchen, die Flimmerhärchen genannt werden. Diese sind für den Abtransport von Schmutz und Schadstoffen aus der Lunge zuständig. Dies geschieht auch mittels einer geringen Menge an Schleim. Somit kann sich Deine Lunge zu einem gewissen Grad selbst reinigen. Durch den regelmäßig eingeatmeten Tabakrauch wird Deine Lunge jedoch auf gleich mehrere Arten geschädigt. Zum Einen beeinflusst Tabakrauch die Funktion der Flimmerhärchen negativ und lässt diese den notwendigen Schleim unzureichend abtransportieren. Der Rauch einer Zigarette hemmt die Aktivität der Flimmerhärchen um 50 %. Teilweise sterben die Flimmerhärchen sogar gänzlich ab. Zum Anderen bildet Dein Körper mehr von denjenigen Zellen, die für die Schleimproduktion zuständig sind, um die Schadstoffe besser beseitigen zu können. Zusätzlich besteht in den Atemwegen bei Rauchern eine Dauer-Entzündung, um die Schadstoffe abzuwehren. Diese Entzündung führt ebenfalls zu vermehrter Schleimbildung. Problem ist aber, dass dieser vermehrt produzierte Schleim aufgrund der fehlenden Flimmerhärchen nicht abtransportiert werden kann. Daher kommt es zum typischen Raucherhusten. Vor allem in den Morgenstunden stellen Raucher diesen Husten fest, da sich über die Nacht Schleim in der Lunge ansammelt, der erst einmal abgehustet werden muss. Ist der Schleim einmal abgehustet, fühlen sich viele Raucher einige Zeit besser. Daher ist auch der Leidensdruck dieser Symptome oftmals überschaubar, was dazu führen kann, den Raucherhusten auf die leichte Schulter zu nehmen.

 

Raucherhusten kann gefährlich sein

Wenngleich der Raucherhusten selbst mitunter nicht als besonders schlimm empfunden wird, so ist der starke, schleimige Husten bei Rauchern nicht selten ein Anzeichen einer chronischen Krankheit. Rauchen schadet der Gesundheit, auch im Bereich der Lunge. Häufig ist er ein Symptom einer chronischen Bronchitis. Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert eine chronische Bronchitis als das Auftreten von Husten und Auswurf über einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten in 2 aufeinanderfolgenden Jahren. Unbehandelt kann sich eine chronische Bronchitis zu einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung, genannt COPD, entwickeln. Man spricht auch von der Raucherlunge. Die COPD ist eine schwere Erkrankung und eine typische Folge des Rauchens. Diese äußert sich über die sogenannten „AHA“-Symptome: Auswurf, Husten und Atemnot bei Belastung. Obwohl die Erkrankung auch durch andere Faktoren, wie zum Beispiel das regelmäßige Einatmen von Industrieabgasen bedingt sein kann, sind 90 % der Erkrankten Raucher oder ehemalige Raucher. Der Raucherhusten ist hierbei eines der ersten spürbaren Warnsignale. Aber schon bevor Du die Erkrankung anhand des auftretenden Hustens überhaupt merkst, ist die Schädigung Deiner Lunge bereits in vollem Gange. Ein Lungenemphysem kann zusätzlich zur COPD oder auch als alleinige Lungenerkrankung auftreten. Beim Lungenemphysem kommt es durch Überblähung der Lunge und Abbau von Lungenbläschen durch Entzündungszellen zu einem Verlust der Gasaustauschfähigkeit der Lunge (wofür wir die Lunge eigentlich ja im Körper haben). Dies führt zu chronischer und im Lauf der Zeit fortschreitender Atemnot. Chronischer Husten kann auch ein Symptom bei anderen Erkrankungen sein, z. B. Lungenfibrose (einem narbigen Umbau des Lungengewebes) oder Lungenkrebs. Wenn Du als Raucher also regelmäßig schleimigen Husten hast, solltest Du Dich also unbedingt ärztlich untersuchen und beraten lassen.

Sport lindert Atembeschwerden

Was Du tun kannst

Neben Deinem Besuch beim Arzt, kannst Du noch einige Dinge beachten, die Dir helfen können, den starken Husten zu behandeln. Sprich gegebenenfalls Deinen Arzt darauf an. Um den Husten zu lindern und das Abhusten des Schleims zu erleichtern, stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. So sind zum Beispiel Inhalationen von Salzlösungen oder das Verwenden von Atemtherapiegeräten denkbar. Eine regelmäßige Atemgymnastik kann dazu beitragen, auch bei bereits bestehender chronischer Bronchitis, Deine Lungenfunktion zu verbessern. Auch ein bedarfsgerechtes sportliches Training wirkt dem Funktionsverlust leicht entgegen. Beachte aber, dass auch das beste Training die negativen Auswirkungen des Tabakrauchens nicht kompensieren kann. 

 

Rauchstopp als beste Lösung

Rauchstopp verhindert fortschreiten der Lungenprobleme

 

Die beste und am nächsten liegende Empfehlung bei Raucherhusten lautet: Höre auf zu Rauchen. Rauchstopp und Regeneration hängen nämlich unmittelbar zusammen. Der konsequente Rauchstopp ist der wichtigste Baustein in der Therapie des Raucherhustens und in der Prävention von weiteren Folgeerkrankungen. Du solltest Dir aber darüber im Klaren sein, dass nicht alle Symptome, die durch das Rauchen entstanden sind, sofort und direkt nach dem Rauchstopp verschwinden. Nachdem Du Deine letzte Zigarette geraucht hast, können sich Deine Flimmerhärchen der Lunge wieder erholen und regenerieren. Sie sind nun dazu in der Lage wieder vermehrt Schleim abzutransportieren. Daher kann es kurz nach dem Rauchstopp paradoxerweise sogar zu vermehrtem schleimigem Husten kommen. Lass Dich davon nicht verunsichern, Du bist trotz allem auf dem besten und einzig richtigen Weg. Da gleichzeitig jedoch die Schleimproduktion wieder zurückgefahren wird, normalisiert sich dieser Zustand nämlich schon bald. Wenn der Husten nach dem Rauchstopp nach ca. 4 Wochen nicht besser wird, solltest du einen Arzt aufsuchen. Auch die Atemnot und die generelle Leistungsschwäche sind nicht unmittelbar behoben, bessern sich aber mit der Zeit. Du bist endlich wieder fit und wirst Dich deutlich jünger und leistungsfähiger fühlen als zu Deiner Raucherzeit. Mittel- und Langfristig ist das Rauchen aufhören also die absolut richtige Entscheidung.

Falls Du bereits unter dem typischen Raucherhusten leidest, ist es höchste Zeit, das Rauchen aufzuhören. Warum nicht gleich heute damit anfangen? Falls nicht ist das Nichtrauchen die wichtigste Vorsorgemaßnahme. Beginne jetzt Dein Leben als Nichtraucher und „Nicht-Huster“.

 

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Alexander Seifried

Alexander versteht es durch seine Tätigkeit als Fitnesstrainer Menschen zu motivieren und an ihr Ziel zu begleiten. Sport und gesunde Ernährung sind seine Leitprinzipien. Rauchen passt hier einfach nicht dazu. Seine Kenntnisse und Erfahrungen in Gesundheitsfragen möchte er gerne mit Dir teilen.